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Biographie: Jean Paul


 
(* 21.03.1763 – † 14.11.1825)

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(Bücher frei Haus)
Jean Paul wurde als Johann Paul Friedrich Richter 1763 in Wunsiedel (Markgrafschaft Bayreuth, heute Oberfranken) als Sohn eines Lehrers und Organisten geboren, der dann ab 1765 als Pfarrer tätig war. Die Familie zog in diesem Zusammenhang erst nach Joditz, dann nach Schwarzenbach um. Jean Paul besuchte seit 1779 das Gymnasium in Hof und studierte ab 1781 in Leipzig Theologie. In der Leipziger Zeit begann er zu schreiben, zunächst Satiren. 1783 erste (wenig erfolgreiche) Buchveröffentlichung unter dem Titel „Grönländische Prozesse“.

1784 kehrte Jean Paul ohne Studienabschluss nach Hof zurück. Ab 1787 war er Hauslehrer. Sein Durchbruch als Schriftsteller kam 1793 mit dem Roman „Die unsichtbare Loge“. Noch größer war der Erfolg des nächsten Romans „Hesperus“ (1795). Es folgten „Siebenkäs“ (1796/97) und „Quintus Fixlein“ (1797). 1798 siedelte der Autor nach Weimar über, 1800 nach Berlin. Er veröffentlichte nun die großen Romane „Titan“ (1800-1803) und „Flegeljahre“ (1804/1805).

1801 hatte er Karoline Mayer geheiratet. Das Ehepaar wechselte 1804 nach Zwischenspielen in Meiningen und Coburg nach Bayreuth, Jean Pauls letztem Wohnort. Seine Hauptwerke in der Bayreuther Zeit: „Dr. Katzenbergers Badereise“ (1809, satirische Erzählung) und der unvollendet gebliebene Roman „Der Komet“ (1820 -1822). Jean Paul starb 1825 in Bayreuth.

Das Leben des Autors umfasst einen welthistorisch sehr folgenreichen Abschnitt. Geboren am Ende des Siebenjährigen Krieges, der faktisch ein erster Weltkrieg auf mehreren Kontinenten war, begleiteten die Gründung der USA, die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege seinen eigenen Aufstieg zu einem der damals meistgelesenen Schriftsteller im deutschen Sprachraum. Nach seiner Rückkehr in die fränkische Provinz verminderten sich für ihn Leserinteresse wie Auflagen, während er selbst infolge des Wiener Kongresses bayrischer Untertan wurde. Er starb auf dem Höhepunkt von Restauration und Biedermeierzeit, noch vielfach geehrt, doch nicht mehr wirklich populär.

Jean Paul verarbeitete eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Einflüssen, die hier nur summarisch aufgezählt werden können: ärmliche evangelisch-pietistische Herkunft, spätbarocke Lust am Fabulieren und am Sprachwitz, enzyklopädisches Wissen, Vertrautheit mit der zeitgenössischen Philosophie wie den großen Anliegen der Aufklärung, Neigung zur Empfindsamkeit und zur Naturbeobachtung … All das und noch einiges mehr machte aus Jean Paul einen der großen Gegenklassiker, einen Beinahe-Romantiker und Autor sehr komplexer, nicht leicht lesbarer epischer Werke. Seine Nachwirkung ging und geht weniger in die Breite als in die Tiefe. Er wird eher wenig gelesen, aber von den Wenigen bis heute sehr geschätzt. Stifter und Raabe sind von ihm beeinflusst. Arno Schmidt hat ihn gerühmt, Günther de Bruyn eine respekt- und liebevolle Biographie geschrieben.


Diese Biographie schrieb: Arno Abendschön (2012-07-26)

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