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Biographie: Jannis Ritsos


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(* 01.05.1909 – † 11.11.1990)
Der griechische Schriftsteller Jiannis Ritsos wurde am 1.
Mai 1909 in Monemvasia, auf der Halbinsel Peloponnes, im
Zeichen des Stiers geboren. Er wuchs unter schwierigen
Verhältnissen auf, seine Mutter und sein Bruder starben, als
er erst zwölf Jahre alt war, der Vater erkrankte an einer
Geisteskrankheit, die Familie verarmte und so zog Ritsos
1925 nach Athen und besuchte eine Tanzschule, um
anschließend seinen Lebensunterhalt als Tänzer zu verdienen,
aber auch als Schauspieler, Sekretär und Lektor. Die Jahre
1927–1931 verbrachte er in einem Sanatorium, da er an
Tuberkulose erkrankte und noch lange an den Folgen zu leiden
hatte.
Bald widmete sich Ritsos der Literatur, aber zeigte auch
Interesse für die sozialen und gesellschaftlichen Probleme
seiner Zeit, wobei er sich für die marxistische Ideologie
begeisterte und auch mit der Kommunistischen Partei
Griechenlands symphatisierte, sodass er ihr beitrat und
während des Zweiten Weltkriegs im Widerstand gegen die
deutschen Besatzer aktiv war. Sein politisches Engagement
führte zu mehreren Internierungen während des griechischen
Bürgerkriegs (1948 bis 1952), als auch zu Zeiten des
Militär-Junta-Regimes (1967-1970). Die Namen der Lager, die
sich teilweise auf unbewohnten Inseln befanden und in denen
auch gefoltert wurde: Makronisos, Agios Evstratios, Jyaros,
Leros, Syros.
Das schriftstellerische, von seinen politischen Ideen
geprägte Werk, das Jiannis Ritsos hinterlassen hat, ist sehr
umfangreich. Über 100 Publikationen in Buchform liegen vor,
Lyrik und Prosa, 20 Veröffentlichungen in deutscher
Übersetzung. Die ersten Werke Traktor (1934), Pyramiden (1935) und Epitaphios (1936) wurden 1930, als das Metaxa-Regime an der Macht war,
verbrannt. Ritsos´ künstlerisches Anliegen bestand darin,
die Welt zu verbessern, das menschliche Leiden zu lindern.
Auswahl einiger Werke
*Das Lied meiner Schwester (1937)
*Frühlingssymphonie (1938)
*Der Zyklus Romiossini (1954), der von Mikis
Theodorakis 1966 vertont wurde.
*Lyriksammlung Mondscheinsonate (1956), wofür Ritsos den
ersten staatlichen Lyrikpreis erhielt
*Das tote Haus (1959-1962)
*Die Wand im Spiegel (1967-1971)
*Steine Wiederholungen Gitter (1968-1969)
*Achtzehn kleine Lieder der bitteren Heimat (1968- 1970)
*Siegeslieder (1977-1983)
*Erotika (1980-1981)
*Spät, sehr spät in der Nacht (1987-1989)
Ritsos widmete sich auch dem Anfertigen von literarischen
Übersetzungen. So übersetzte er unter anderem Gedichte von Wladimir Majakowski (1964) und 100 Gefängnisgedichte von Ho Chi Minh.
Im Deutschen liegen vor: (Auswahl):
*Was für seltsame Dinge. (Übers.: T. Nicolaou), Volk und
Welt, Spektrum 200, Berlin 1985
*Mondscheinsonate. (Übers.: A. Kutulas, S. Mensching.
Illustr. v. J. Ritsos), Éditions phi, Echternach 1988
*Unter den Augen der Wächter. (Hrsg.: A. Kerker), Hanser,
München 1989
*Gedichte. (Übers.: K. Wedekind), Suhrkamp, Frankfurt/M.
1991
*Die Umkehrbilder des Schweigens. Gedichte (gr.-dt.) (Übers.
K. Wedekind), Suhrkamp, Frankfurt/M. 2001
Sekundärliteratur
Ritsos, Jannis: Deformationen. Eine innere Biographie. Gedichte Texte
Begegnungen 1930-1990. Ausgewählt und herausgegeben von Asteris Kutulas. Köln (Romiosini), 1996
Jannis Ritsos war in Griechenland sehr beliebt und zählte im
Ausland zu den bekanntesten griechischen Lyrikern. Er starb
1990 in Athen.
Und sieh, Bruder, nun haben wir gelernt, uns einfach und
ruhig zu unterhalten. Wir verstehen uns nun. Es braucht
nicht mehr.
Jannis Ritsos
Diese Biographie schrieb: Jasmin Carow (2005-08-28)
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