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Danny Aiello - Do The Right Thing
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Aiello, Danny:
Do The Right Thing

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(Bücher frei Haus)

Obwohl der Film vor über zwanzig Jahren in die Kinos kam, lohnt es sich unbedingt, ihn noch einmal oder überhaupt anzuschauen. Der Regisseur Spike Lee hatte mit seinem damaligen Konzept einen Low-Budget-Film gedreht und in den USA damit einen beachtlichen Kinoerfolg gelandet. Da wir das Jahr 1989 schrieben, ging das Stück hier in Deutschland während des Wiedervereinigungsprozesses nahezu unter, obwohl die Problematik, der Alltag und die Koexistenz von Multi-Kulti selten so gut und tabulos inszeniert wurde.

Die Geschichte spielt in einer schwarz dominierten Neighborhood in New Yorks Brooklyn, und dort wiederum in Bedford Stuyvesant. In den Straßenzügen, um die es geht, leben mehrheitlich Schwarze, gefolgt von Latinos. Die Geschäftswelt besteht aus einer von Italienern betriebenen Pizzeria und einem kleinen Supermarkt, den eine koreanische Familie führt. Mit damals noch sehr unbekannten Schauspielern bevölkert Spike Lee, der auch eine nicht ungewichtige Nebenrolle spielt, das Viertel und es entwickelt sich eine Alltagsgeschichte, die sich an den gegenseitigen Vorurteilen, aber auch den funktionierenden Arrangements untereinander abarbeitet. Den dramaturgischen Rahmen liefert eine anhaltende Hitzewelle, die schwelende lokale Brandstellen zu einem Flächenbrand anwachsen lassen, den letztendlich niemand will und der allen schadet.

Trotz einer alles andere als gut ausgehenden Erzählung ist es in dem Film gelungen, die einzelnen Typologien der agierenden Ethnien in ihrer jeweiligen Widersprüchlichkeit, in ihrer nicht mit der amerikanischen Gesellschaft korrespondierenden Eigenartigkeit, ihrer Fehlerhaftigkeit und ihren Kernkompetenzen mit Ironie und Selbstironie darzustellen. Das Erfrischende ist die überall lesbare Botschaft, dass es kein Gut und Böse gibt, sondern eine Vermengung von handlungsorientierten Stärken und phlegmatischen Mängeln, jeweils nur anders geartet und somit nicht harmonierend. Viele Szenen berauschen regelrecht in der Entlarvung von Klischees, es sind Dialoge, die beispielhafter nicht sein könnten für das große Thema der Integration und Koexistenz, ja Konkordanz.

Da sind der schwarze DJ eines Piratensenders, der italienische Pizzabäcker und der puertoricanische Streifenpolizist um vieles weiser als so manche zeitgenössische Integrationsexperten, die von einer eschatologischen Blaupause ausgehen statt vom tatsächlichen Leben. Gerade die Arbeitslosen und Streuner, die Hilfsjobinhaber und Kleingewerbetreibenden in Bedford Stuyvesant haben mehr Erfahrung in Fragen, wie die Unterschiede im Alltag organisiert werden und wie machtlos ein organisierter Staat ist. Wenn die intrinsische Motivation und die Einsicht nicht vorliegen, das Miteinander auf engem Raum erfolgreich gestalten zu wollen, dann scheitern alle Initiativen. Ein hoch aktueller Film, der durch seinen Verzicht auf die Verschleierungsideologie der Political Correctness besticht.

[*] Diese Rezension schrieb: Gerhard Mersmann (2011-09-23)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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