Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Jürg Amann - Vater, warum hast du mich verlassen. Die Autobiografie Jesu Christi
Buchinformation
Amann, Jürg - Vater, warum hast du mich verlassen. Die Autobiografie Jesu Christi bestellen
Amann, Jürg:
Vater, warum hast du
mich verlassen. Die
Autobiografie Jesu
Christi

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

Jürg Amann hat in seinem letzten Buch in einem "dramaturgischen Prozess" die Aufzeichnungen von Rudolf Heß mit dem Titel „Der Kommandant“ veröffentlicht, ein Buch, das man schnell gelesen hat und von dem man lange erschüttert bleibt. Die naive und uneinsichtige Selbstdenunziation eines glühenden Nationalsozialisten, der über lange Jahre das größte Vernichtungslager geleitet hat, das die Menschheit kennt und in dem eine unvorstellbare Zahl von Juden, Zigeunern, politischen Häftlingen und "Asozialen" erschossen, später dann systematisch vergast und verbrannt wurden, gibt einen unter die Haut gehenden Einruck, von dem, was damals passiert ist.

Der Leser wird gezwungen, geradezu in den Kopf eines Massenmörders für die Dauer seiner Lektüre eingesperrt, sich mit dem Monolog von Rudolf Höß auseinanderzusetzen. Da ist kein Abstand mehr möglich. Das Grauen und die Unmenschlichkeit solchen Denkens und Handelns werden unmittelbar.

Nun hat er, sozusagen als Kontrapunkt aus den Berichten der vier neutestamentlichen Evangelien unter dem Titel „Vater, warum hast du mich verlassen“ eine Autobiographie Jesu Christi verfasst. Er nennt ihn ausdrücklich Jesus Christus, und nicht etwa distanziert Jesus von Nazareth.

Wenn er Jesus in der Ich-Form sein Leben erzählen lässt, wobei er sehr genau und in einer theologisch absolut überzeugenden Auswahl von Texten der vier Evangelien vorgeht, dann tut er es, um sich dem „Ecce homo“ („Seht, ein Mensch!“) des Pontius Pilatus anzuschließen.

Das Buch endet mit dem letzten Satz, den der am Kreuz sterbende Jesus ausrief: „ Vater, warum hast du mich verlassen?“ und damit genau an der Stelle, wo die Lebensgeschichte des Jesus von Nazareth in die Glaubensgeschichte des Jesus Christus übergeht, die sich gebrochen von den Menschen, aber ungebrochen vom Heiligen Geist hinzieht bis zum Osterfest 2013.

Jürg Amann hat aus den vorliegenden Quellen eine faszinierende Erzählung geschaffen, in der dem Leser einer der berühmtesten Heilsbringer und Gotteslehrer der Menschheitsgeschichte so nahe kommt, wie selten zuvor. Mit einer poetischen Sprache hat er sich eingefühlt in die Seele eines Menschen, der unabhängig davon, ob man an ihn glaubt, als einer der größten Menschenfreunde der Weltgeschichte bezeichnet werden kann.

Jürg Amann, Vater, warum hast du mich verlassen. Die Autobiografie Jesu Christi, Arche 2013, ISBN 978-3-7160-2694-6

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2013-03-28)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Jürg Amann ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Was Liebe istWoelk, Ulrich:
Was Liebe ist
Ulrich Woelk, der sich als ehemaliger Astrophysiker nach seinem Berufswechsel in die Schriftstellerzunft zunächst in drei „Naturwissenschaftler-Novellen“ mit Einstein, Schrödinger und Joana Mandelbrot befasste, hat nun in seinem neuen Roman zwei Themen meisterhaft zusammengeführt, die ich in dieser Zusammenstellung noch nicht [...]

-> Rezension lesen


 Wenn ich dich umarme, hab keine AngstErvas, Fulvio:
Wenn ich dich umarme, hab keine Angst
Diese berührende und bewegende Geschichte von Franco Antonello und seinem autistischen Sohn Andrea hat der Romanschriftsteller Fulvio Ervas in einem Buch zusammengefasst, das in Italien zu einem Bestseller wurde, und das sicher auch im deutschsprachigen Raum durch die vorliegende Ausgabe von Diogenes ein Erfolg werden wird. Als der [...]

-> Rezension lesen


Jahrmarkt der EitelkeitThackeray, William:
Jahrmarkt der Eitelkeit
Den Titel "Jahrmarkt der Eitelkeit" zitiert der Verfasser im "Roman ohne Held", so der Untertitel, unzählige Male. Er fügt ihn in solchen Momenten ein, in denen der Autor unterschwellig seine Meinung zu den eben geschilderten Begebenheiten durchscheinen lässt. "Jahrmarkt der Eitelkeit", oder im Original [...]

-> Rezension lesen


 Die Idee des KommunismusZizek, Slavoj:
Die Idee des Kommunismus
„Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt. Die Bedingungen dieser Bewegung ergeben sich aus der jetzt bestehenden Voraussetzung“, schrieben Karl Marx und [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.017078 sek.