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Rezensionen


 
Andrea Arnold - Wuthering Heights
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Arnold, Andrea:
Wuthering Heights

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(Bücher frei Haus)

Eine sehr kühle, atmosphärisch dichte und gleichzeitig poetische Verfilmung des englischen Literaturklassikers ließ 2011 nicht nur das Biennale Publikum aufhorchen. Die Oscar-Preisträgerin Arnold hatte die Rolle des Heathcliff erstmals in der Geschichte der unzähligen Verfilmungen seit 1920 (Stummfilm von Milton Rosmer) mit einem schwarzen Schauspieler besetzt, James Hawson als älterer und Solomon Glave als junger Heathcliff geben beide ein beeindruckendes Debüt und dem viktorianischen Literaturklassiker, der im Yorkshire des 19. Jahrhunderts spielt, neuen Zündstoff. Die englische Schriftstellerin Emily Brontë (1818–1848), die ihren Roman 1847 unter dem Pseudonym Ellis Bell veröffentlichte, legte damit quasi den Grundstein der britischen Romanliteratur des 19. Jahrhunderts. Aber auch was die Verfilmungen betrifft weist der Roman einige Kapazunder auf: der Regisseur William Wylers versuchte es 1939, Luis Buñuel und Jacques Rivette versuchten es einige Jahrzehnte später, unzählige TV-Serien und eine Verfilmung mit Juliette Binoche folgten darauf, bis es 2011 endlich auch eine Frau versuchte, die Spannung zwischen Vernunft und Emotion schlüssig zu vermitteln.

Sturm zwischen Vernunft und Emotion
Denn die Protagonistin Cathy (Shannon Beer) sieht sich alsbald vor die Entscheidung gestellt, ihr Leben in Luxus mit dem langweiligen Edgar Linton (James Northcote) zu verbringen, oder in Armut, dafür aber in ewiger Liebe verbunden. Auch bei Andrea Arnold trifft die junge Frau die vernünftigere Entscheidung und als der junge Heathcliff ihr Gespräch mit der Amme zufällig belauscht, packt er seine sieben Sachen und flieht über die Berge, die „Sturmhöhen“. Cathy und Heathcliff waren Jugendfreunde, Seelenverwandte gleichsam, und so wiegt der Verlust der geliebten Person auch für Cathy doppelt hart, denn genau diesen wird sie ihm später vorwerfen. Aber wenn sie ihn geheiratet hätte, wäre sie sozial abgewertet worden, da ihr Bruder Hindley Heathcliff wie einen Sklaven behandelte, besonders nach dem Tod des gutmütigen Vaters Earnshaw, der Heathcliff als Findelkind in der Obhut der Familie wie einen Sohn aufgenommen hatte.

Cathys zweite Chance
Nach Jahren kommt der nunmehr erwachsene Heathcliff (James Hawson) als reicher Gentleman nach Yorkshire zurück. Er hat sein Leben gemacht und will nun Cathy (Kaya Scodelario), die er immer noch abgöttisch liebt, nie mehr verlassen. So bekommt Cathy nochmals ihre zweite Chance, denn den Reichtum den sie sich wünscht, kann ihr nun auch Heathcliff bieten. Allerdings ist sie alles andere als erfreut über seine Rückkehr, denn Heathcliff erinnert sie an ihre eigene Unfähigkeit ihre Emotionen zu leben und zudem ist sie verheiratet und erwartet ein Kind von Linton. Ihr Bruder Hindley ist in der Zwischenzeit völlig verwahrlost und verkommen, er hat die gerechte Strafe Gottes erhalten, für das, was er einst Heathcliff angetan hatte. Dennoch mietet sich dieser bei ihm ein und zahlt ihm die Miete sogar für ein Jahr im Voraus. Seine Obsession bringt ihn so weit, sogar Hindley zu verzeihen, obwohl eigentlich dieser an Unglück die Hauptschuld trägt.

Obsessive Leidenschaft und Selbstaufgabe
Die Kamera streift immer wieder über die wunderschöne Landschaft der englischen Grafschaft Yorkshire, in der es nur einmal einen Sonnenstrahl gibt, nämlich als Heathcliff zu Cathy zurückkehrt. Ansonsten ist es sehr rau, stürmisch und regnerisch. Heathcliff legt sich wie damals mit Cathy in den Schlamm oder auf die Wiese und lässt sich den Regen ins Gesicht tropfen. Rückblenden erzählen nochmals die Geschichte der unschuldigen Kindheit doch dann geschieht das Unvermeidliche. Das Lied „Black is the colour of My Love's Hair“ und „Birdsong“, zwei Traditionals, werden im Film von der Schauspielerin Shannon Beer persönlich gesungen. Auch sonst ist der Soundtrack mehr als beachtenswert, genauso wie der Film natürlich.

Wuthering Heights
Ein Film von ANDREA ARNOLD
Nach dem Roman von EMILY BRONTË
DVD 123min
http://prokino.de/dvdbr.html

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2013-04-18)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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