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Rezensionen


 
Martina Baumbach - Nie mehr Wolkengucken mit Opa?
Buchinformation
Baumbach, Martina - Nie mehr Wolkengucken mit Opa? bestellen
Baumbach, Martina:
Nie mehr Wolkengucken
mit Opa?

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(Bücher frei Haus)

Immer mehr Bilderbücher, gute Bilderbücher kommen auf den Büchermarkt, die einfühlsam versuchen, Kindern den Tod ihrer Großeltern zu erklären und sie zu trösten und ihnen eine Perspektive zu geben, wie sie die Erinnerung an den geliebten Opa oder die Oma in ihrem Herzen weiter tragen können.

Zwei Bücher sind in diesem Herbst besonders hervorzuheben. Das eine ist das Buch von Anja Kieffer „Opas Reise zu den Sternen“, das auch die wichtige Rolle der Eltern, in diesem Fall ist es der Vater, beim Trauerprozeß ihrer Kinder betont und mit den beeindruckenden Sätzen endet:
„Die Traurigkeit war noch lange bei Jakob. Auch heute ist sie noch manchmal da, obwohl Opa jetzt schon lange tot ist. Aber es wird immer besser, weil Jakob darüber spricht und weil er seinen Papa und seine Mama hat, die ihm zuhören und ihm sagen, was sie ehrlich denken und fühlen. Das hat Jakob wohl am meisten geholfen. Die Ehrlichkeit und das Gefühl, traurig sein zu dürfen.“

Diesem Satz könnten auch die Autoren des zweiten wichtigen Buches zustimmen, das hier angezeigt und besprochen werden soll. Martina Baumbachs bei Gabriel erschienenes Bilderbuch heißt „Nie mehr Wolkengucken mit Opa“ und erzählt die Geschichte der kleinen Lili und ihres geliebten Opas. Am liebsten sitzen sie im Garten auf der Schaukel, schauen in die Wolken und denken sich Figuren oder Tiere dazu aus.

Doch eines Tages ist der Opa nicht mehr da. Er ist ins Krankenhaus gekommen. Lili will sofort hingehen und ihn wieder gesund machen. Doch die Mutter ist ehrlich zu ihr und sagt: „Das wäre schön. Doch Opa ist sehr krank, es kann sein, dass er sterben wird.“

Lilli reagiert mit Wut und Panik, de auch nicht weggeht, als der Opa einige Tage später stirbt. „Der Tod ist doof!“, ruft sie irgendwann aus, als der Opa immer noch nicht zurückkommen und nicht mehr tot sein will.

Als der Pfarrer abends kommt, darf Lili dabei sein und fühlt sich durch dessen sanfte Stimme seltsam getröstet. Bei einem Ausflug ans Meer, den Mama , Papa und Oma mit ihr unternehmen um abzuschalten, scheint dem kleinen Mädchen die Zeit still zu stehen.

Die Beerdigung und das anshcliep0endne Kuchenessen schildert Martina Baumbach ebenso wie die Szenen vorher sehr sensibel aus der Sicht des Mädchens, das mit der Hilfe der Erwachsenen sich langsam seinen eigenen Sinn schaffen kann.

Als es viele Wochen später zu schneien beginnt, schneidet Mama einen Zweig von Opas Kirschbaum ab und stellt ihn in eine Vase. Wenn er zu blühen begänne, sagt sie, würden sie nicht mehr so traurig sein wie jetzt. Lili widerspricht. Mama nimmt sie in den Arm und sagt: „Wir alle werden Opa niemals vergessen. Doch eines Tages müssen wir nicht mehr weinen, wenn wir an ihn denken. Und das ist gut.“

Und siehe, im Sommer sitzt Lilli mit ihrer Freundin Nuri in Opas Kirschbaum und denkt voller Glück an ihn.

Auf zwei Seiten am Ende des Buches sind wichtige Tipps für trauernde Kinder und ihre Eltern abgedruckt, die so einfach und elementar formuliert sind, dass sie nicht nur den Kindern Kraft geben, sondern gerade auch den Erwachsenen, die ihre Trauer oft verstecken, gerade vor ihren eigenen Kindern.

Martina Baumbach, Verena Körting, Nie mehr Wolkengucken mit Opa, Gabriel 2014, ISBN 978-3-522-30372-9

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2014-09-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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