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Frederic Bertocchini - Jim Morrison: Poet des Chaos
Buchinformation
Bertocchini, Frederic - Jim Morrison: Poet des Chaos bestellen
Bertocchini, Frederic:
Jim Morrison: Poet des
Chaos

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(Bücher frei Haus)

Die Graphic Novel über den wahrscheinlich größten Rockstar der amerikanischen Musikgeschichte, der lieber Poet geworden wäre, beginnt mit einer Großaufnahme des Hauses, wo er in Paris in einer Badewanne gestorben ist. Im selben Haus befindet sich auch heute noch die Bar, die inzwischen zu einem schicken Restaurant umgebaut wurde, in der Jim Morrison, der Leadsänger der Doors, wohl einige seiner letzten Whiskeys zu sich genommen hat. Denn Jim Morrison war - entgegen dem gängigen Klischee - gar kein so großer drug abuser, sondern vielmehr ein Alkoholiker, der sich zudem mit Drogen zuknallte. Natürlich war es genau diese Kombination, die ihn schließlich das Leben kostete, obwohl Paris doch ein Neubeginn hätte werden sollen. Jim Morrison war mit seiner Freundin dorthingeflüchtet, um dem ganzen Rockcircus zu entkommen. Das letzte gemeinsame Album der Doors, L.A. Woman schlug ein wie eine Bombe und wurde zum besten Hard Rock Album seiner Zeit gewählt, aber Jim Morrison wollte lieber in Paris Gedichte schreiben.

High as a kite
Vom Bartresen aus erzählt in der vorliegenden, sehr düsteren Graphic Novel Jim Morrison himself die Geschichte der Doors und ihrer Anfangstage, in denen sie eigentlich keiner mochte und sie sogar ausgelacht und verspottet wurden. An der Ostküste der USA mussten sie auf einer Tournee sogar mal als Vorgruppe von Simon&Garfunkel spielen, wenn man sich diese abstruse Kombination heute vorstellt, kann man nicht anders, als sich an den Kopf zu greifen, was in den Sechzigern alles möglich war und es schreit teilweise heute noch zum Himmel. Das Sexsymbol wider Willen wird von dem Zeichner Jeff sowohl in seiner vollbärtigen Phase gezeigt als auch als junger Lizard King. Die Rückblenden zeigen einen verschüchterten jungen Mann, der am Anfang noch mit dem Rücken zum Publikum sang und von den Zuhörern mit Bierflaschen beworfen wurde. Erst als „Light my Fire“ auf Platz 1 und er in der Ed Sullivan Show das Wort „higher“ extra noch betonte wurden die Doors zu den Skandalrockern, als die man sie heute noch kennt. Nicht zuletzt war Morrison auch deswegen nach Paris geflohen, weil ihn zuhause eine Anklage wegen Obszönität auf der Bühne erwartete.
The Lizard King
Der erzählerische Rahmen, den auch schon Oliver Stone für seine Doors-Verfilmung gewählt hatte, ist der Autounfall eines Indianers auf einem Highway, bei dem die Morrison-Familie zufällig präsent war. Morrison behauptete in Interviews später immer wieder, dass dieser alte Schamane in ihn gefahren sei und er deswegen zu dem geworden sei, was er für die Welt darstellte. In einem berühmten Interview mit Bob Chorush, auf das auch die Autoren dieser Graphic Novel Bezug nehmen, erfährt man auch mehr über Morrisons Reptilien-Faszination. Die Zeichnungen von Jeff porträtieren einen Mann in seine letzten Atemzügen, der zwar versuchte, das Ruder noch einmal rumzureißen, dem es aber aufgrund seiner Drogenabhängigkeit und seiner Gewohnheiten nicht mehr gelingt, seine Dämonen zu besiegen. In einer letzten Momentaufnahme, wird auch Morrisons berüchtigte letzte Nacht in Paris gestreift, in der er sich noch einen Film mit Robert Mitchum („La vallée de la Peur“, dt.: „Verfolgt“) angesehen haben soll, bevor er seinen Abschied nahm. Morrison war erst 27 Jahre alt.

Frederic Bertocchini/Jeff
Jim Morrison – Poet des Chaos
Splitter Verlag
www.splitter-verlag.de

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2014-08-27)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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