Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Edgar Rice Burroughs - Tarzan: Die kompletten Russ Manning Strips Band 2, 1968 - 1969
Buchinformation
Burroughs, Edgar Rice - Tarzan: Die kompletten Russ Manning Strips Band 2, 1968 - 1969 bestellen
Burroughs, Edgar Rice:
Tarzan: Die kompletten
Russ Manning Strips Band
2, 1968 - 1969

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

„Vielleicht hat die Tatsache, dass ich in Chicago lebte und Städte und Menschenmassen hasste, dazu beigetragen, dass ich meine erste Tarzan-Geschichte schreib... Tarzan war in gewisser Weise meine Flucht aus einer bequemen Wirklichkeit. Vielleicht ist das der Grund für seinen Erfolg bei den modernen Lesern. Viellicht gelingt es ihm, auch sie aus dieser stumpfsinnigen Wirklichkeit zu holen.“, schrieb Edgar Rice Burroughs über seine Kunstfigur, wohl selbst überrascht über seinen Erfolg. 12 Romane sind von Edgar Rice Burroughs über Tarzan geschrieben worden und auch erschienen , aber Mannings Zeichnungen sorgten wohl ebenso für die Verbreitung des „Volkshelden“ wie die Originale. Seine Strips hätten sich in Europa sogar noch besser verkauft als in den Staaten, wo das Zeichnen von Tages- und Sonntagszeitungsstrips lange Zeit als anspruchsvoller angesehen wurden, als das Zeichnen von Comic-Heften.

Dumdumfeiern und schreiender wilder Wahnsinn

Russ Manning sei davon überzeugt gewesen, schreibt Henry G. Franke III, dass jeder Tarzan-Interpretation Burroughs’ ursprüngliche Vision zugrunde liegen müsse. Und so lernen die Leser auch, dass das Baumhaus im Dschungel nur ein vorübergehendes Zuhause des Affenmenschen ist, denn das herrschaftliche Anwesen der Greystokes ist weitaus großzügiger angelegt, da Tarzan ja ein Lord Greystoke ist, „ein Mitglied des britischen Oberhauses“. Sein Sohn Korak und er tanzen aber auch auf einer „Dumdumfeier“ mit den großen Affen und im tranceartigen Rausch bricht bald auch ihre wilde Natur durch. Der letzte Sonntagsstrip in vorliegendem Band wird ganz allein von Korak bestritten, der Jad-bal-ja, den goldenen Löwen, an seiner Seite hat. Aber am Ende kommt doch auch Tarzan seinem Sohn zu Hilfe. Und Jane hört man kopfschüttelnd sagen: „Mein Mann... und Sohn... Teil dieses schreienden tierischen Wahnsinns! Wie kann ich jemals sicher sein, sie wirklich zu kennen... und zu verstehen?“ Steckt nicht auch in jedem modernen Mann ein Tarzan?

Lord Greystoke, Ritterlicher Held, Herr des Dschungels, Affenmensch

Burroughs habe einen Tier-Menschen geschaffen, der nichts über Maschinen gewusst hätte und diese erst recht nicht brauchte, meinte Manning in einem Interview für The Burroughs Bulletin 1962 und wollte damit Tarzan als „protypische Antwort auf die allgemeinen Wünsche und Sehnsüchte seiner Entstehungszeit“ verstanden wissen, wie auch Uwe Baumann in vorliegendem Band unter dem Titel: „Edgar Rice Burroughs’ Tarzan: Lord Greystoke, Ritterlicher Held, Herr des Dschungels, Affenmensch“ schreibt. Wer erstes und letzteres Zitat vergleicht, wird schnell bemerken, dass vor allem auch die Rationalisierung unserer Welt durch Maschinen und die damit verbundene Entmenschlichung oder besser Denaturierung unserer Welt zu dem Tarzan-Boom beigetragen haben könnte. „Er ist der ideale Held, der majestätische Kämpe, die emanzipierte andere Seite unserer Selbst, befreit aus dem beschränkenden Gefängnis unserer Routine-Existenz. Er ist der nostalgische Teil eines jeden von uns, geboren aus uns selbst und unserem Bild, unbezwinglich und dem Tod entrückt (...)“, schreibt Uwe Baumann treffend, „er ist die Inkarnation unseres nicht eingestandenen Wunschs nach jeder Form der Befreiung von Unbedeutendsein, Frustration und Erniedrigung. Er ist unser alter ego, unser zweites befreites Selbst von konzentrierter Macht, Größe und Pracht.“

Edgar Rice Burroughs
Tarzan: Die kompletten Russ Manning Strips
Band 2, 1968 - 1969
(Sundays 1959 - 1992 / Dailies 9145 - 9438)
Hardcover-Querformat (29,8 x 22,8 cm),
152 Seiten, Farbe und schwarz-weiß
Vorwort: Henry G. Franke III und Uwe Baumann
Übersetzung: Barbara Propach
ISBN 978-3-939625-72-8
22,90 EUR [D] / 23,50 EUR [A] / 32,90 sFr [CH]

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2017-02-14)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Edgar Rice Burroughs ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Lust aufs Alter Unkonventionelle Gedanken über das ÄlterwerdenScheer, Peter:
Lust aufs Alter Unkonventionelle Gedanken über das Älterwerden
„Wann würde der rechte Zeitpunkt gekommen sein, wann verlöre man die Freude am Leben, wann gäbe man die Hoffnung auf?“ Dass Altern aber auch Spaß machen könne, weil man auch sehr viel Mut dafür aufbringen müsse, habe auch schon Joachim Fuchsberger bemerkt und „der fröhliche Pensionist“ (so ein Kapitel von Scheers Buch) [...]

-> Rezension lesen


 Der Name der Rose. Nach dem Roman von Umberto EcoAnnaud, Jean-Jacques:
Der Name der Rose. Nach dem Roman von Umberto Eco
„Stat rosa pristina nomine, nomina nuda tenemus“ (Die Rose von einst steht nur noch als Name, uns bleiben nur nackte Namen) heißt es in dem Werk „Von der Geringschätzung der Welt“ des Benediktinermönchs Bernhard von Cluny, der in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts lebte. Der kürzlich verstorbene Literat und Philosoph [...]

-> Rezension lesen


BerührungenRexhausen, Felix:
Berührungen
Im skandalumwitterten Pariser Verlag Olympia Press waren in den fünfziger und sechziger Jahren nicht nur „Lolita“ und „Geschichte der O“ erschienen, sondern auch Werke Genets, Burroughs‘, Batailles, Becketts, Henry Millers sowie Queneaus „Zazie in der Metro“. Einen Markt für Bastarde zwischen Sexgeschichten und [...]

-> Rezension lesen


 Sterben. Eine ErfahrungTaylor, Cory:
Sterben. Eine Erfahrung
Die 2016 im Alter von nur 61 Jahren verstorbene australische Schriftstellerin Cory Taylor gehörte als Drehbuchautorin und mit ihren beiden mit Auszeichnungen bedachten Romanen (nicht auf Deutsch erschienen) zu den bekannten Autoren des fünften Kontinents. Nachdem sie schon seit etwa einem Jahrzehnt mit einem Hautkrebs zu tun hat (den [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.067556 sek.