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Rezensionen


 
Jane Campion - Portrait of a Lady
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Campion, Jane:
Portrait of a Lady

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(Bücher frei Haus)

Mit Nicole Kidman, John Malkovich, Barbara Hershey, Mary-Louise Parker, Christian Bale, Viggo Mortensen, et al
„Meine Träume waren so grandios, ich mache mich doch nur lächerlich wenn ich darüber spreche.“, was für ein tolles Zitat, in dem sich das ganze Dilemma dieses sehr ästhetisch gestalten Films sehr gut wiederspiegelt. Die gleichnamige Romanvorlage zu diesem Film stammt von Henry James aus dem Jahr 1881 und es geht vor allem um die Liebe, die frei von ökonomischen Zwängen gedeihen soll, zeigt aber auch, wie schwierig es damals für wohlhabende Frauen war, einen geeigneten Partner zu finden. Denn das Geld ruiniert nicht nur die Beziehung von Frauen zu (reichen) Männern, sondern auch von Männern zu (reichen) Frauen.

Triumvirat der Werber
Isabel Archer, die meisterhaft von Nicole Kidman dargestellt wird, will auf einer Reise nach Europa mit ihrer ebenfalls amerikanischen Tante einen geeigneten Mann für’s Leben finden und bei der Ankunft bei ihren Verwandten in England wird sie von gleich drei Männern heftig umworben, vorerst aber nur aufgrund ihres Aussehens und weniger weil sie eine gute Partie ist, denn davon weiß sie vorerst selbst noch gar nichts. Der englische Lord Warburton und Caspar Goodwood, ein amerikanischer Industrieller machen ihr gleich Heiratsanträge, die sie aber ablehnt. Ihr kranker Cousin Ralph Touchett, der sie ebenso umwirbt, wird ihr Vertrauter und in ihren Tagträumen wird sie auf ihrem riesigen Himmelbett in barockem Ambiente gleich von allen drei genannten Männern herumgereicht. Aber ihr fällt die Entscheidung nicht leicht.

Ewige Liebe im Tod
Als sie nach dem Tod ihres Onkels die beträchtliche Summe von 72.000 Pfund erbt kann sie nach Florenz weiterreisen, wo sie wiederum einen Amerikaner, Gilbert Osmond, kennen und lieben lernt. Bei der Stiftung der Ehe spielt vor allem Madame Merle, einer Freundin ihrer Tante, eine wichtige, aber auch sehr undurchschaubare Rolle und natürlich spielt es auch eine Rolle, dass sich Gilbert als armer Mann darstellt, der sie nur wegen seiner Liebe zu ihr heiraten möchte und nicht wegen des Geldes. „Reich ist, wenn man den Bedürfnissen der eigenen Fantasie entsprechen kann. Ich möchte sie reich machen“, so Merle. Gilbert bringt einzig seine Tochter Pansy in die Ehe mit, alsbald leben die drei in Rom und lassen sich es vorerst gutgehen. Bis Isabel eine schreckliche Entdeckung macht, die das Schicksal der vier Personen einerseits aneinanderkettet, andererseits auseinandersprengt.

Kein Schmerz so tief…
Nachdem der Roman über 600 Seiten stark ist, ist es natürlich schwierig alle Beweggründe seiner ProtagonistInnen in 144 Filmminuten unterzubringen. Die Opposition zwischen Nicole Kidman und John Malkovich und die daraus entstehende Spannung macht den Film aber als Studie von Charakteren in wohlfeilem Ambiente dennoch sehenswert. „Warum sollten wir Schmerzen empfinden? Kein Schmerz reicht so tief.“, offenbart Isabel am Totenbett ihres Cousins, der durch seine Krankheit aus dem Triumvirat unfreiwillig ausscheidet. Und dennoch bewirkt sein Tod etwas in Isabel, was sein Leben leider nicht vermochte. „Ich war niemals was ich hätte sein müssen.“, so Isabel’s letzte Worte zu ihrem Cousin.

Jane Campion
Portrait of a Lady
USA, Vereinigtes Königreich, 1996, 144 Minuten
FSK 12,

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2015-11-23)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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