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Rezensionen


 
Roger Corman - Die Verfluchten - Der Untergang des Hauses Usher
Buchinformation
Corman, Roger - Die Verfluchten - Der Untergang des Hauses Usher bestellen
Corman, Roger:
Die Verfluchten - Der
Untergang des Hauses
Usher

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(Bücher frei Haus)

Philip Winthrop (Mark Damon) klopft an das Portal des Hauses Usher und will seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) aufsuchen. Doch nicht nur, dass ihm vom Hausdiener zunächst der Eintritt verwehrt wird, nein, er ist auch alles andere als willkommen und der Hausherr, Roderick Usher (Vincent Price), besteht sogar noch darauf, dass er sich die Schuhe auszieht, wohl weil er an so etwas wie Tinnitus leidet und auf laute Geräusche äußerst empfindlich reagiert. Als Winthrop endlich vor dem Herrn des Hauses Usher steht, findet er einen alten, grauhaarigen und sehr zerrütteten Mann vor, der tatsächlich unter einigen Psychosen leiden dürfte und ihm den Zutritt zum Zimmer seiner Schwester und Winthrops Verlobter mit den Worten verwehrt, dass die Familie unter einem Fluch stehe. Die Ahnengalerie, die auf Gemälden an den Wänden jeder für sich festgehalten wurde, ist tatsächlich sehr furchterregend, aber wie in jedem Haus befinden sich die wirklichen Abgründe nicht im Stiegenhaus, das immer zu Repräsentation und Inszenierung einer glorreichen Vergangenheit dient, sondern vielmehr im Keller.

Im Keller der Abgründe
In der Verfilmung dieser Geschichte des amerikanischen Horrorautors Edgar Allen Poe wird eine unglaublich dichte Atmosphäre erschaffen, die sogar etwas klaustrophobisch wirkt, besonders natürlich für Madeline, die sogar - lebend - in einen Sarg eingesperrt wird. Eigentlich will Roderick Usher ja die Außenwelt vor Madeline beschützen, zumindest gibt er das vor Winthrop als Grund an, warum er seine Schwester nicht mit ihm ziehen lassen kann. Er schiebt die Schuld für den „Fluch“ auch auf das Haus, das von ihren Vorvätern eigens aus England hergebracht wurde und dort seine unselige Geschichte fortsetzte. „Das Haus lebt, das Haus atmet“, gesprochen von Vincent Price ist denn auch einer der Schlüsselsätze in diesem ersten Horrorfarbfilm von Roger Corman, dem noch viele weitere Edgar Allen Poe Verfilmungen folgen sollten. Das Haus von Usher steht dabei wohl für die viktorianische Vergangenheit, die in einem modernen Amerika nichts mehr zu suchen hat und völlig fehl am Platz erscheint. Wer zu lange an Vergangenem festhält, wird davon früher oder später erdrückt werden.

Sehr englisch. Sehr viktorianisch. Sehr „gothic“.
Natürlich will Roderick Usher seine Schwester nicht hergeben, weil er dann ganz alleine in dem Schloss wohnen müsste und so kann es eigentlich nur ein glückliches Ende für diese schaurige Geschichte geben. Sehr eindrucksvoll sind die Szenen in denen das Haus abbrennt und schließlich nur mehr eine Ruine, umgeben von etwas Nebel, zurückbleibt. Sehr englisch. Sehr viktorianisch. Sehr „gothic“. Aber inszeniert von einem der besten amerikanischen Regisseure, der wußte, dass die Vergangenheit so lange lebt, wie sie Macht über uns hat.

Roger Corman
Die Verfluchten
Originaltitel The Fall of the House of Usher
Nach einer Geschichte von Edgar Allen Poe mit Vincent Price, Mark Damon, Myrna Fahey
Extras: Booklet, Interview (2014), Kino-Trailer, Bildergalerie
DVD 76 Minuten Deutsch/Englisch
Al!VE , explosive media

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2014-09-22)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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