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Thierry Delcourt - Sébastien Mamerot. Eine Chronik der Kreuzzüge
Buchinformation
Delcourt, Thierry - Sébastien Mamerot. Eine Chronik der Kreuzzüge bestellen
Delcourt, Thierry:
Sébastien Mamerot. Eine
Chronik der Kreuzzüge

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(Bücher frei Haus)

Unter dem wunderschönen Titel „Les Passages d’Outremer“ (dt.: „Die Reisen nach Übersee“) fanden die wohl größten Beutezeuge des christlichen Abendlandes in den heutigen Nahen Osten statt, zudem sich - erstmals in der Geschichte - eine europäische Allianz zusammengefunden hatte. Die im deutschen Sprachraum unter dem Namen „Kreuzzüge“ bekannt gewordenen Eroberungszüge begannen mit einem Aufruf des Papstes Urban II. der in einer berühmt gewordenen Rede 1095 dazu aufrief, die „Heiligen Stätten“ zu befreien. Damit war vor allem Jerusalem gemeint, aber es wurden im Laufe des beinahe 200 Jahre dauernden Begehrens den Islam niederzuwerfen auch andere Kreuzfahrerstaaten gegründet, darunter Zypern, Jerusalem, Edessa, etc. Die vorliegende Publikation bezieht sich vor allem auf die französischen Kreuzzüge, die im 13. Jahrhundert stattfanden und in diesem ca. 1474 fertiggestellten, üppig bebilderten Manuskript von Sébastien Mamerot erzählt werden. Zudem wurden sie von Jean Colombe („Très Riches Heures du Duc de Berry“), einem bekannten mittelalterlichen Buchmaler, in 66 exquisiten Miniaturen bebildert.

Passages d’Outremer

Thierry Delcourt schreibt in seiner Einführung zum vorliegenden Werk, dass das Schicksal Sébastien Mamerots eng an das seines Mäzens und Auftraggebers Louis de Laval gebunden war. Mamerot habe sich zum Beispiel beim Verfassen eines Buches über Alexander den Großen durchaus als kritischer Geist erwiesen, denn er scheute nicht seine Quellen zu vergleichen, ihren Inhalt zu diskutieren und dabei auch Postion zu beziehen, wie Delcourt schreibt. „Dieser eher neue Art des Umgangs mit Alter Geschichte findet sich vergleichbar auch in den Passages d’Outremer“, so Delcourt. Mamerots Bericht mische Sagenelemente mit historischen Fakten, wenn er die Geschihte der Kreuzzüge von dem legendären Feldzug Karls des Großen zur Befreiung Jerusalems von den Arabern bis zu einer der letzten militärischen Unternehmungen der Christen gegen die Türken, die zur Niederlage von Nikopolis 1396 führt, erzählt. Vor dem Hintergrund, dass 1452 Konstantinopel endgültig für die Christenheit verlorenging sind die Passages d’Outremer auch als politisches Manifest zu begreifen: René von Anjou, Titularkönig des längst erloschenen Königreichs Jerusalems hegte 1470 tatsächlich „trügerische Träume, das Heilige Land zurückzuerobern“. Der burgundische Adel hatte anlässlich eines Fasanenanketts einmütig geschworen, einen neuen – achten – Kreuzzug zu unternehmen. Das Gelübde blieb allerdings folgenlos.

Illustrierte Geschichte der Kreuzzüge

Das Manuskript, das heute in der französischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird, besteht aus 277 Pergamentblättern, die von Jean Colombe und den besten Kalligraphen des Mittelalters illustriert wurden. Die neue Hardcover-Ausgabe des TASCHEN Verlages aus der Reihe Bibliotheca Universalis beinhaltet eine vollständige Übersetzung des Manuskripts sowie die 66 farbigen Miniaturbilder von Jean Colombe, die absolut farbecht reproduziert und mit Erklärungen versehen wurden. Dargestellt werden Schlachten, Beerdigungen, Krönungen und Prozessionen in prachtvollen, sehr farbenfrohen Bildern, die von religiösem Wahn geprägten Kreuzzüge zum Leben. Neben dem Literaturwissenschaftler Thierry Delcourt haben auch der Kunsthistoriker Fabrice Massanès und Danielle Quéruel, Professorin für mittelalterliche Literatur an der Universität in Reims, an der vorliegenden Prachtpublikation des TASCHEN-Verlages mitgearbeitet.

Sébastien Mamerot. Eine Chronik der Kreuzzüge
Thierry Delcourt, Fabrice Masanès, Danielle Quéruel
Hardcover, 14 x 19,5 cm, 760 Seiten
ISBN 978-3-8365-5443-5
Ausgabe: Deutsch
ISBN 978-3-8365-5445-9
Ausgabe: Englisch
ISBN 978-3-8365-5444-2
Ausgabe: Französisch

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2017-05-20)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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