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John Downer - Die Eisbären - Aug in Aug mit den Eisbären
Buchinformation
Downer, John - Die Eisbären - Aug in Aug mit den Eisbären bestellen
Downer, John:
Die Eisbären - Aug in
Aug mit den Eisbären

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(Bücher frei Haus)

„Ich möchte ein Eisbär sein/im kalten Polar,/dann müsste ich nicht mehr schrei`n,/alles wär so klar“, sang die Schweizer Band Grauzone 1980 und mit den Außentemperaturen dieses Sommers von über 38 Grad, mag man sich gerne an den kalten Polar denken, wo man dann wohl auch nicht mehr weinen müsste, denn: „Eisbären müssen nie weinen“. Edel Motion veröffentlichte schon im Frühjahr eine einmalige und aufsehenerregende BBC-Dokumentation zum legendären Sommer 2012: „Die Eisbären - Aug in Aug mit den Eisbären - inkl. Director`s Cut”. Die zweiteilige Dokumentation zeigt eine ganz besondere Raubtierart, die leider durch den Klimawandel vom Aussterben bedroht ist. Der vorliegende Film über die „Beherrscher der Arktis“ mag also auch dazu beitragen, dass die letzten Überlebenden dieser -übrigens sehr intelligenten - Spezies geschützt werden.

Hinter und vor der Kamera: die Eisbären
Die Eisbären wurden mehrere Monate von einem Kamerateam in Spitzbergen begleitet, allerdings war dieses Team eher unsichtbar, denn es verwendete sogenannte „Spion-Kameras”, die als Schneebälle, Mini-Eisberge oder Eiskugeln getarnt und mit einer Fernbedienung aus größerer Entfernung bedient wurden. Nur so konnte die Eisbärenfamilie aus nächster Nähe über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Es entstanden viele bisher noch nie gesehene sehr persönliche Aufnahmen, wie es nur die neueste Remote-Kamera-Technologie ermöglicht. Die Eisbären filmten sich also quasi selbst, etwa wenn sie in die Kamera lachend mit den Schneeballkameras Fußball spielen oder auf Mini-Eisberge springen, die dann sogar unter Wasser weiterfilmen. Intelligent sind die Eisbären aber nicht nur deswegen, sondern auch weil sie – wie eine verblüffende Aufnahme zeigt – auch verstehen, sich an ihre Beute heranzuschleichen. Spannender kann Unterhaltung nicht sein!

Liebeswerben bei Eisbären
Aber es gibt auch viele „intime“ Momente, etwa, wenn die Eisbärfrau ihren Anwärter über einen Schneeberg jagt, um seine Kondition zu testen. Denn nur ein kräftiger, flinker Eisbär soll sie begatten dürfen, schließlich will sie ja auch ebensolche Kinder und so springt sie oben auf dem Eisberg angekommen, gleich wieder hurtig in den Schnee, um mit ihrem Zukünftigen um die Wette zu rodeln. Alltagsaktivitäten werden also ebenso gezeigt, wie die ersten Schwimmversuche der erst drei Monate alten Eisbärenjungen. Man erlebt sie bei ihren ersten Jagdversuchen zwischen den Eisschollen, folgt ihrer Mutter bei Tauchgängen auf der Suche nach Fischen, schwimmend in den Tiefen des Nordpolarmeers oder man lernt die Tiere bei ihren alltäglichen Gewohnheiten näher kennen und schließt sie bald als lustige Gesellen ins Herz. Aber Vorsicht, Eisbären können auch weinen!

Ein gefährdetes Paradies: die Arktis
John Downer hat in seiner Dokumentation den Eisbären nicht nur ein Denkmal gesetzt, sondern auch auf eine der größten Klimakatastrophen aufmerksam gemacht, deren Bewältigung die zukünftigen Generationen der Menschheit wohl noch länger beschäftigen wird: die Klimaerwärmung macht sich besonders in der Arktis bemerkbar. Dadurch wird der Lebensraum der Eisbären zunehmend beschränkter und sie sind gezwungen, sich ihre Nahrung in immer kleineren Gebieten zu suchen oder sich in das Territorium der Menschen vorzuwagen. Eine Begegnung mit vorhersehbaren Konsequenzen. Durch das Abschmelzen der Polkappen droht aber nicht nur der Lebensraum der Eisbären, sondern das gesamte Ökosystem rund um den Nordpol unterzugehen. Bereits Im Jahr 2045 soll die Arktis laut Experten bereits soweit zurückgegangen sein, dass Schiffe ohne Probleme passieren können, schreibt die WELT 2011: „Von einer Meeresautobahn ist man zwar noch weit entfernt, aber gegenüber 2010 wird sich die Zahl der Schiffe glatt verdoppelt, die transportierte Tonnage dürfte sich verfünffachen.“ Bis 2020 erwarte das russische Transportministerium, dass sich die Fracht mehr als verdreißigfacht (!): von 1,8 Millionen Tonnen im Jahr 2010 auf 64 Millionen Tonnen. Aber nicht nur der Transport zwischen Asien und Europa oder der amerikanischen Ostküste gefährdet das Lebensreich der Eisbären, sondern vielmehr die Erschließung der Rohstoffvorkommen: unter dem Polarozean wird ein Fünftel der Weltreserven an Erdöl und -gas vermutet.

John Downer
www.edel.com
BBC: Die Eisbären - Aug in Aug mit den Eisbären - inkl. Director's Cut

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2012-08-22)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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