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Paul Duncan - Film Noir Mit Texten von Alain Silver, James Ursini et al.
Buchinformation
Duncan, Paul - Film Noir Mit Texten von Alain Silver, James Ursini et al. bestellen
Duncan, Paul:
Film Noir Mit Texten von
Alain Silver, James
Ursini et al.

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(Bücher frei Haus)

Der Begriff „Film Noir“ geht u.a. auf die Romane von Dashiell Hammett, Raymond Chandler, James M. Cain, David Goodis und Cornell Woolrich zurück. Der erste Roman, der als Film Noir verfilmt wurde, war „Der Malteser Falke“, der auch in vorliegendem reich illustrierten Überblickswert ausführlich besprochen wird, schließlich spielte Humphrey Bogart darin den Privatdetektiv Sam Spade, der damit wohl den Maßstabe für alle Detektive de Welt setzte. Aber es waren nicht immer die Privatdetektive die Protagonisten im Film Noir, viele waren auch einfach Amateure, Journalisten oder Versicherungsleute, Ermittler, viele davon leiden auch gerne unter Amnesie - Anti-Helden sind sie alle allzumal.

Wer sitzt im Sattel?

„In der Welt des Film Noir dreht sich alles um die Kausalität von Ereignissen, die allesamt unentrinnbar miteinander verbunden sind und unvermeidlich auf ein lange vorausgedeutetes Ende hinauslaufen“, schreibt der Herausgeber in dem Kapitel „Was ist Noir?“ und gibt gleich auch einen Überblick über die das Genre auszeichnenden Archetypen. Darunter der Wahrheitssucher, der Gejagte und die Femme fatale. Die Bildsprache, die stark vom deutschen Expressionismus beeinflusst ist, glänze durch ungewöhnliche Perspektiven, Helldunkel-Ausleuchtung und eine bewegte Kamera. Aber auch die Sprache spielt beim Film Noir eine wichtige Rolle, wie man aus einigen Dialogen von z.B. Bogart und Bacall weiß. „I’m not sure how far you can go“, meint Bogart etwa zu Bacall in „The Big Sleep“ (Tote schalfen fest). Ihre Antwort: „Depends on who’s in the saddle“. Solche pikanten Dialoge, die offensichtlich als sexuelle Anspielungen zu interpretieren sind, haben sehr viel mehr Sexappeal als heutige Bay Watch Busenwunder.

Torso in Bewegung

Oft stehen die Protagonisten auch vor einem unlösbaren Dilemma, wie etwa in Liebesbriefe (1945) in dem Singleton ihren Freund Roger tötet, weil die Liebesbriefe von ihm nicht mit seiner gelebten Liebe korrespondieren. Der wahre Autor der Briefe, Rogers Freund Allen, verliebt sich in sie, die nach dem Mord unter Gedächtnisverlust leidet. Aber Allen weiß nicht, ob sie die Wahrheit über die Briefe ertragen wird können. „Put the blame on Me“, singt Rita Hayworth in „Gilda“ und ihr dazugehöriger Tanz mit den langen schwarzen Handschuhen ist wohl der heißeste Striptease der Filmgeschichte und das obwohl sie einzig ihre Handschuhe auszieht. „Indem sie sich ihrer entledigt und so ihre Arme beim Tanzen nach und nach entblößt, erobert sie optisch ihre körperliche Unversehrtheit zurück“, denn vor einem schwarzen Hintergrund ist sie vorerst nur als weiblicher Torso wahrnehmbar, dann aber kraft ihrer Hände.

Best of Film Noir von 1940-1960

Abgesehen von den einzelnen Essays zu den unterschiedlichsten Ingredienzen eines Film Noir finden sich in vorliegendem reich illustrierten TASCHEN Buch (darunter auch ein selten publiziertes Farb-foto von Orson Welles als Citizen Kane oder Filmplakate und Standfotos) auch Rezensionen zu 50 Film Noir Filmen, darunter Klassiker wie Gilda, Tote schalfen fest, Zeuge gesucht, Im Schatten des Zweifels aber auch dem Dritten Mann, Psycho oder Schiessen Sie auf den Pianisten, alle entstanden zwischen 1940 und 1960.

Paul Duncan/Jürgen Müller (Hg.)
Film Noir
Mit Texten von Alain Silver, James Ursini et al.
TASCHEN
Bibliotheca Universalis
ISBN: 978-3836561662

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2017-10-26)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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