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Blair Erickson - Banshee Chapter
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Erickson, Blair:
Banshee Chapter

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(Bücher frei Haus)

Vor dem realen Hintergrund der Drogenexperimente des CIA in den Siebzigern sucht die junge Journalistin Anne ihren vermissten Studienfreund, der sich wahrscheinlich an einem dieser Experimente beteiligt haben könnte. Im Zuge ihrer Recherchen lernt sie den Schriftsteller Thomas Blackburn kennen und macht sich mit ihm auf die Suche nach der Herkunft geheimnisvoller Radiosignale. Semi-dokumentarisch, mit verwackelten Bilder, authentisch und den nicht ganz unfreiwilligen Rausch nachvollziehbar machend, zeigt dieser Film was passiert, wenn sich blair witch project und paranormal activity auf eine Melange treffen.

MK-Ultra, Cherry Pie und Coca Cola
Geheimer Star des Films ist natürlich Thomas Blackburn, der von dem brummeligen Ted Levine („The Bridge“) als Hunter S. Thompson oder William Burroughs Verschnitt – jedenfalls Gegenkulturaktivist und vorgeblicher Alkoholiker, Schriftsteller und Waffenfetischist - kongenial dargestellt wird. Zahlen und Ziffern der Zeit, von der Kamera eingeblendet, verwickeln den Zuschauer in eine Handlung, die ob ihres dokumentarischen Anspruchs und ihrer Wirkung und Live-Aspekts beinahe zerbricht. Um die Diamethylentnahme am offenen Hirn zu zeigen, wird an keiner Aufnahme gespart und auch die überall herumhängenden amerikanischen Flaggen zeigen, dass auch dieser Aspekt der amerikanischen Geschichte so typisch amerikanisch ist wie Cherry Pie oder Coca Cola.

“Take a ride…“
„Hab kein Mitgefühl mit dem Teufel“, meint Blackburn, der auch einmal als president kandidiert hatte. Die Drogen, die er Anne verabreicht, weil sie ihn angelogen hat, waren im Whisky und nicht in den mit einer blauen Flüssigkeit gefüllten Reagenzgläsern. Blackburn kann Lügen nicht ausstehen und als Grundlage für eine fruchtbringende Zusammenarbeit sind sie ohnehin eher hinderlich bis störend. Die betörende Musik dazu unterstreicht den Abgang auf eine dunkle Reise, den Blackburn gegenüber Anne nur lapidar kommentiert: „Take a ride, it’s gonna be a good one…”

Black Rock Desert
Wie ihr Untersuchungsgegenstand geht auch Anne unfreiwillig auf einen Trip. Das HP Lovecraft Zitat „the entities could see him too“ streut noch mehr Verwirrung, bis sich im Keller eines Hauses die bittere Wahrheit auch für Anne auftut und sie am Ende ihrer Suche das findet, was sie sich in ihren schlimmsten Träumen nicht auszumalen wagte: „The chemical makes the brain a receiver so they can get through”. Die Black Rock Desert wartet da draußen. Stromschläge machen Patienten ihre Torturen vergessen, damit sie sich auch wirklich an nichts mehr erinnern können, wird noch nachgelegt. Das Milgram-Experiment lässt grüßen.

Blair Erickson
Banshee Chapter
Mit Katia Winter, Michael McMillian, Ted Levine u.a.
USA, 2015, 84 min, Bonusmaterial: Behind the scenes, Making of, Original Kinotrailer
DVD, Koch Media Home Entertainment

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2015-03-04)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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