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Rezensionen


 
Rainer Werner Fassbinder - Lola
Buchinformation
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Fassbinder, Rainer Werner:
Lola

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(Bücher frei Haus)

Jeder hat seinen Preis. Und manchmal ist es eben die Liebe einer Frau. Erstmals auch auf Blu-ray erscheint die gesellschaftskritische und feucht-frivole Komödie „Lola“ – mit Barbara Sukowa in der Titelrolle – bei Studiocanal. Der Film aus dem Jahre 1981 arbeitet auf die für Fassbinder so typische Art und Weise die deutsche Nachkriegszeit auf und spielt in Coburg im Jahre 1957. Ein neuer Baudezernent, Herr von Bohm, kommt in die Kleinstadt, in der sich Gemeindevertreter und Bauwirtschaft schon alles gut untereinander aufgeteilt haben. Eine Hand wäscht die andere und alle haben was davon. Da stört der neue Herr, wie auch die Varietétänzerin Lola bald spitz bemerkt: „Herr von Bohm passt nicht in diese Stadt, weil er nicht korrupt ist“. Aber eine „Schwäche“ hat auch der Asket: seine Liebe zu Lola.

Korruption und "Soziale Marktwirtschaft“

„Revolutionen lehne ich ab. Aber ich bin ein Humanist“, sagt Bohm zu Schuckert, und dieser erwidert schlagfertig: „Ja, da müssen Sie die Raubvögel und Krähen ja wohl erdulden.“ Aber auch Lola ist nicht auf den Mund gefallen, als ihr Schuckert von dem Gespräch mit Bohm erzählt: „Wenn er gewusst hätte, wer du wirklich bist, hätte er nicht Raubvogel, sondern Aasgeier zu dir gesagt“. Das Monopol liegt in Coburg beim Baulöwe Schuckert (Mario Adorf): Er organisiert seine geschäftlichen Treffen im örtlichen Puff und lässt es sich auch mit Lola gut gehen. Die „Villa Fink ist ein florierendes Bordell und gleichzeitig der Treffpunkt der Honoratioren der Stadt. Als sich Herr von Bohm in die Dirne verliebt, weiß er nicht, was auf ihn zukommt, denn Schuckert und Lola ziehen an einem Strick, und dieser legt sich immer enger um Bohm’s Hals. Selbst der edelste Ritter hat eben eine Schwachstelle und diese weiß Schuckert weidlich auszunützen. Fassbinder macht aus seinem mehrfach preisgekrönten Werk „Lola“ auch eine Satire auf die Nachkriegsgesellschaft in der es sich alle gerichtet haben und über die Vergangenheit ein Tuch des Schweigens gelegt wird. Rainer Fassbinder reißt dieses Tuch der Scheinheiligkeit beiseite und zeigt und entlarvt die falsche Moral der fünfziger Jahre.

Kritischer Heimatfilm

„Sind sie nicht auch krank? Und wie könnte ich einen Frieden mit einer Welt schließen, die mich krank gemacht hat?“, nicht nur Bohm stellt sich diese Frage in einer Nachkriegsgesellschaft, wo die soziale Marktwirtschaft nur auf dem Papier besteht. Ein
Film wie ein rosarotes Lutschbonbon und Rainer Werner Fassbinder zeigt in „Lola“ eindrücklich, wie ein wirklich patriotischer Heimatfilm auch aussehen kann.

Rainer Werner Fassbinder
LOLA / BLU-RAY
Blu-ray, ?Drama, Deutschland 1981, ca. 114 Minuten?FSK 16
Mit Barbara Sukowa (Homo Faber, Rosa Luxemburg, Die Verliebten)?Armin Mueller-Stahl (Nackt unter Wölfen, Der Glanz der Sonne, Shine - Der Weg ins Licht)?Mario Adorf (Der kleine Lord, Majestät brauchen Sonne)?Matthias Fuchs (Der Totmacher, Die letzten Tage von Gomorrha)
Studiocanal, EAN 4006680082356

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2018-01-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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