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Christian Faure - Nur eine Frage der Liebe
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Faure , Christian:
Nur eine Frage der Liebe

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(Bücher frei Haus)

Das ist einerseits sehr konventionelles Erzählkino, andererseits dennoch erfrischend anzusehen. Es liegt an zweierlei: einem geradezu perfekten Drehbuch mit vielen im Einzelnen überraschenden, doch stets die Handlung konsequent fortführenden Details – und vor allem an den versierten und sympathischen Darstellern. „Juste une question d’amour“ wurde fürs französische Fernsehen gedreht und dort 2000 mit großem und sehr positivem Echo ausgestrahlt, kam später ins Kino und ist seit 2007 auch als DVD mit deutschen Untertiteln zu bekommen.

Zur Entstehungszeit des Streifens waren Coming-Out-Filme große Mode, inzwischen scheint das Thema nahezu erschöpfend behandelt zu sein. Der Film hier konzentriert sich auf einen besonderen Aspekt der Problematik: Wie sag ich’s meinen Eltern? Der schwule Laurent (Cyrille Thouvenin) ist Student der Agronomie in einer nordfranzösischen Provinzmetropole. Er ist das einzige Kind, zu Hause haben sie eine Kleinstadtapotheke. Laurent ist mit sich selbst längst im Reinen, er wohnt und arbeitet mit der jungen Carole (Caroline Veyt) zusammen. Das Schicksal seines gleichfalls schwulen Cousins ist ihm allerdings eine Warnung – dessen Eltern wiesen ihn aus dem Haus und ließen den Schwerkranken sterben, ohne ihn noch einmal sehen zu wollen. Laurent spielt daher den eigenen Erzeugern (Danièle Denie und Idwig Stephane) lieber mit Carole Komödie vor …

Dann macht er ein Praktikum bei dem nur wenig älteren Cédric (Stéphan Guerin-Tillié), der die Gärtnerei seines verstorbenen Vaters fortführt und zugleich als Agronom forscht. Cédrics Mutter (Eva Darlan) ist das Gegenbeispiel zu Laurents spießig-verklemmten Eltern, sie ist verständnisvoll, offen, direkt. Die beiden jungen Männer werden ein Paar und streiten bald darüber, ob die Apothekersleute endlich aufgeklärt werden sollen. Ihr Konflikt bringt die Handlung voran, hinter der grundsätzliche Fragen stehen: Muss jeder immer alles wissen? Ist absolute Offenheit stets zu bevorzugen? Oder zieht Rücksichtnahme Grenzen, d.h. ist Schwindeln manchmal besser? Zu den Stärken des Films gehört, dass er hierin nicht einseitig Position bezieht, sondern das Für und Wider in Handlung umsetzt, deren Ablauf im Einzelnen hier einmal nicht verraten werden soll.

Mag sein, dass Laurents Eltern ein wenig zu schematisch geraten sind, beinahe als Karikaturen erscheinen. Doch persönlich mit diesem Milieu von früh an vertraut, kann der Rezensent das dem Film nicht ernsthaft ankreiden. Noch immer besteht die Realität insoweit gerade auch aus ihrer eigenen Karikatur - leider.

[*] Diese Rezension schrieb: Arno Abendschön (2013-03-24)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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