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Federico Fellini - Die Stimme des Mondes
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Fellini, Federico  - Die Stimme des Mondes bestellen
Fellini, Federico :
Die Stimme des Mondes

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(Bücher frei Haus)

„Non ascoltare ai voci die pozzi, sono die traditori, ti fanno fare sogni, belli, brutti, come vogliono loro…“. Da lebt einer in einem Urnen-Grab und ein anderer hört Stimmen aus einem Brunnen. Der Meister des absurden Humors, Federico Fellini, lässt den italienischen Woody Allen, Roberto Benigni, Dinge entdecken, von denen er selbst vielleicht allzu oft geträumt hat. So etwa der Besuch bei der Tante, vor deren Schlafzimmerfenster sich alle Jungs des Dorfes abends aufstellen, um zu sehen, wie sie sich auszieht. Salvini (Roberto Benigni), der Mann mit dem roten Schal, stellt Kinderfragen wie „Wohin geht das Feuer wenn es verlischt, wohin geht die Musik, wenn sie verklingt?“ oder kriecht wie ein Kind unter das riesengroße Bett seiner Großmutter, um die Flammen zu beobachten und mit ihnen zu sprechen.

Cafè Gran Europa
Auch auf einer Baustelle vor dem Cafè Gran Europa (kein Zufall) hält er einen Dialog mit einem Bauarbeiter, der aus einem Schacht mittels einer Leiter kriecht. Beide reden nur aneinander vorbei und dennoch verstehen sie sich gut. Im Hintergrund tanzen die Passanten zu „Silent Disco“: sie tragen alle Kopfhörer und wippen zu unterschiedlichen Takten. „Silent Disco“ wurde eigentlich von Federico Fellini in dieser Szene vor dem Cafè Gran Europa erfunden und natürlich fehlt auch die Hochzeit nicht, die in jedem Fellini Film eine Rolle spielt, diesmal sogar mit übergroßer Fußballer-Dekoration im Hintergrund. „Bald wird man auch die Dinge fotografieren können, die die anderen nicht sehen.“, meint Salvini noch zum Bauarbeiter, doch dann der Schnitt und die Geräusche „Krk krk“: der große Fresser („ il grande mangiatore“) steht in seiner Küche und mampft in sich hinein.

Das Loch im Himmel
Salvini findet tatsächlich das Loch durch das man auf die andere Seite gelangt, aber dieses Loch befindet sich nicht etwa an der Stelle des Urnengrabes wo der eine Mann sitzt und raucht, sondern im Dach des Hauses seiner Großmutter und wenn er durch dieses Loch geht, sieht er den Mond in seiner ganzen Pracht. Oft glaubt er ihn im Gesicht und in der Gestalt der blonden Frau wiederzuerkennen, doch diese kreischt nur, als sie ihn mit einer Kerze in ihrem Schlafzimmer sieht. „Il corvo non tradisce“, die Rauben verraten nichts, und tatsächlich weiß Salvini selbst am besten, was für ihn gut und teuer ist. Er wächst an einer Stelle zu einem großen Pioppo (Pappel) und raschelt von einer überdimensionalen Leiter herab mit seinen Blättern. Auch Sex fehlt bei Fellini nie. In „Die Stimme des Mondes“ (ital.: La voce della luna), den Fellini 1990 als letzten seiner Filme vor seinem Tod drehte, wird Sex als Lokomotiven-Allegorie dargestellt, es schnauft und dampft das Walross und am Ende fährt die Lokomotive natürlich in einen Tunnel.

Meisterwerke des Kinos
Die Vorlage des letzten Films von Federico Fellini war der Roman „Il poema dei lunatici (dt.: Das Gedicht der Verrückten, Mondsüchtigen)“ von Ermanno Cavazzoni.).Auch in der Romanvorlage ist der alte Präfekt Gonella einer allumfassenden Verschwörung auf der Spur und spaziert gerne des Nachts über den Stadtplatz, die Piazza. Auch der Mann mit der Klarinette, der schließlich am Friedhof haust, weil sein Instrument immer die Möbel verrückt hat, und die Micheluzzi-Brüder, zwei gewöhnliche Handwerker, wollen schließlich den Mond vom Himmel holen. Wie und ob ihnen das gelingt zeigt Koch Media Home Entertainment in einer weiteren Ausgabe der Reihe „Meisterwerke des Kinos“.

Federico Fellini
Die Stimme des Mondes
Originaltitel: La voce della luna
Italien
Italienisch/Deutsch; deutsche Untertitel
Koch Media Home Entertainment 1990/2015, 120 Minuten, FSK 12
Mit Roberto Benigni, Paolo Villaggio, Nadia Ottaviani, Angelo Orlando, Marisa Tomasi

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2015-10-20)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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