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Hal Foster - Prinz Eisenherz. Foster & Murphy Jahre. Band 5
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Foster, Hal:
Prinz Eisenherz. Foster
& Murphy Jahre. Band 5

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(Bücher frei Haus)

„Siehe, aus meinem Arm fließt das Blut, das uns einst verband. Ich bin davon befreit. Und nun geh, Schlange, ich kenne dich nicht“, zürnt König Arthur seinem Halbbruder Mordred und schneidet sich vor dem versammelten Hofstaat eine Ader auf. „Mordred, du falscher Ritter und falscher Bruder, ich speie dich aus. Ich verbanne dich aus diesem Reich. Deine Ländereien und dein Vermögen schenke ich den Armen. Mögen Dich Deine Kinder verachten und Deine Enkel Dich Judas heißen“, so Arthurs Rede, die nahtlos an die Themenwahl Hal Fosters für seinen Prinzen Eisenherz anknüpft: Ehre, Freundschaft und Treue. Doch Prinz Eisenherz, der ab Seite 2241 von John Cullen Murphy in Eigenregie verfasst wurde, ist mehr als nur eine Geschichte um Ritter ohne Furcht und Tadel, es ist ein Epos aus den Tagen König Arthurs, das in kraftvollen Bildern und authentischem Erzählton auch das vermittelt, von dem so viele junge Knaben schon geträumt haben, Abenteuer und Ruhm, Ehrlichkeit und Freundschaft.

Credits an Foster, aber keine an den Murphy Filius
Band 5 der Bocola Gesamtausgabe zeigt den Übergang, als die Serie noch von Hal Foster getextet wurde und von Murphy gezeichnet und ab der benannten Seite 2241 dann von Murphy im Alleingang fortgeführt wurde. Doch das stimmt nicht ganz, denn auch ab 2241 war Murphy nicht ganz allen für den Prinzen verantwortlich, sondern vor allem auch sein Sohn, der die Geschichten in Anlehnung an Hal Foster weiterentwickelte und zum Erzähler der Saga um das Singende Schwert wurde. Ab 2242 steht denn auch „Created by Hal Foster“ und nicht mehr „by Hal Foster“. Seit der „Geburt“ von Eisenherz, 1937, waren inzwischen einige Jahre vergangen, denn dieser Strip (2242) erschien erstmals am 27. Januar 1980, der Prinz wäre heute schon über 80, ein Alter übrigens in dem auch sein Schöpfer Foster und Nachfolger Murphy, sterben mussten. Foster selbst hatte nach einer Amnesie vor seinem Tod sogar vergessen, der Schöpfer des Prinzen gewesen zu sein, verrät uns der Übersetzer Wolfgang J. Fuchs in seinem Vorwort, so wäre Murphy also wirklich auf sich allein gestellt gewesen, hätte er nicht noch seinen Filius zur Seite gehabt, der von Foster selbst einige Vorschläge bezüglich weiterer Handlungsstränge bekommen hatte.

Rettung vor und von der Lieber
In den vorliegenden Episoden wird Prinz Arn zu einem der Hauptprotagonisten und wird gleich zweimal in seiner Liebe zur Frau erschüttert. Lydia, die schon zuvor ums Leben gekommen war, wie einst Ilene für seinen Vater Eisenherz, wird von Arn zwar betrauert, aber dennoch findet er in Grace bald ein neues Objekt seiner amourösen Selbstreflexion. Diese erwidert seine Liebe jedoch keineswegs und so muss das Herz - zweimal gebrochen – erst einmal wieder Luft (oder besser: Klebstoff) in einem neuen Abenteuer bekommen. Doch zuerst muss er Grace vor der Vermählung mit dem dänischen König Hrothgar retten, einer Person, die übrigens schon im altenglischen Heldengedicht „Beowulf“ besungen wurde. Obwohl Arn Grace von Hrothgar befreit, erhält er keinerlei Lohn für seine Mühen, jedoch war für ihn die Begegnung mit Grace zumindest eine hoffungsvolle Möglichkeit, den Tod Lydias zu überwinden und eine neue Liebe zu finden. Wenn nicht zu ihr, so zumindest doch zu sich selbst.

Abschied von der Jugend
Abschied nehmen und Trennen muss sich aber auch Prinz Eisenherz auf Seite 2207, nämlich von seinem roten Hengst, den er auch im Wappen trägt: Arvak, mit dem er so viele Abenteuer bestritt, scheidet friedlich dahin und Eisenherz versucht seinen Schmerz vor Zeugen zu verstecken, obwohl doch jeder weiß, wie sehr er unter diesem Verlust leidet, denn es ist auch seine Jugend, die er mit Arvak verabschiedet hat. Aber es gibt auch ein freudiges Wiedersehen, nämlich mit dem Singenden Schwert, das er schon verloren glaubte, als er durch die Schuld der Piraten in Sklaverei geraten war. Salam Fulda hatte es für Lösegeld König Arthur angeboten und dieser will seinen treuesten Ritter mit einer Aufmerksamkeit beschenken, denn mit diesem Schwert diente er ja nicht nur einer gerechten Sache, sondern vor allem auch ihm, König Arthur und seiner Tafelrunde. Die Episode um Mordreds erneuten Verrat an Arthur wurde schon zu Beginn dieser Rezension angekündigt, aber dieses Mal ist es vor allem Aleta, der Frau von Eisenherz, zu verdanken, dass der Plan des Unwürdigen misslingt. In einer der Großbilder der Schlussszene zeigt Murphy, wie sehr er sich Hal Foster auch in einer Großaufnahme von Camelot verpflichtet fühlt. „Through a heavy snowfall the brightly lit palace windows beckon to weary travellers“, heißt es da im Original, „but for most people it’s a night to stay home by the fire.“ Und dort, vor dem Feuer, fühlt man sich auch mit der neuen Prinz Eisenherz Ausgabe von Bocola am wohlsten, da, wo die Abenteuer im Kopf, immer noch die schönsten Abenteuer sind.

Prinz Eisenherz
Foster & Murphy-Jahre Band 5
(Originalseiten 2187 - 2290)
Großformatiger (23,5 x 32 cm) Hardcover-Band, 112 Seiten
erstmals in der digital restaurierten Farbversion der US-Sonntagsseiten!
Übersetzung: Wolfgang J. Fuchs
ISBN 978-3-939625-26-1
24,90 EUR [D] / 25,60 EUR [A] / 39,90 sFr [CH]
erschienen im Dezember 2012

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2013-01-05)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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