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Rezensionen


 
Harold Foster - Prinz Eisenherz
Buchinformation
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Foster, Harold:
Prinz Eisenherz

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(Bücher frei Haus)

John Cullen Murphy übernahm die Prinz Eisenherz Serie von Hal Foster ab 1980 in Eigenregie und gestaltete sie bis 2004. Murphy war zuvor vor allem durch seinen Boxer „Big Ben Bolt“ in der Comicwelt bekannt geworden. Er hatte aber auch vorher schon für viele amerikanische Magazine und Sportzeitungen die Titelblätter gezeichnet, etwa für „Sport Eye“, Esquire, Colliers Holiday Sport, Readers Digest, Look oder Boys Life, später auch für die Chicago Tribune. Er hatte auch eine Story von Ernest Hemingway („The Killers“) illustriert oder „zum Üben“ einige Generäle in Öl porträtiert (darunter auch General McArthur). Seine ersten Erfahrungen mit der Branche machte er aber nicht als Mann mit der Feder, sondern quasi hinter der Kamera: Norman Rockwell von der Saturday Evening Post hatte ihn als Jugendlichen nämlich ausgerechnet als Modell engagiert!Der geborene New Yorker (Jahrgang 1919) diente in der Armee als Leutnant und wurde auch nach dem Krieg zumeist nur in seiner Uniform angetroffen, da er kein Geld für andere Kleidung hatte, er war ganz einfach zu arm. Als er begann für die MGM Filmplakate zu zeichnen verbesserte sich nicht nur seine finanzielle, sondern auch seine private Lage. 1951 heiratete und wurde im Laufe seiner Ehe immerhin achtfacher Vater. Einer seiner Söhne, Cullen, schrieb ab 1980 die Texte für Prinz Eisenherz, da Hal Foster ja inzwischen damit aufgehört hatte.
Er ist ein Prinz, er muss stoisch ruhig bleiben
Nach der endgültigen Alleinübernahme des Prinzen widmete er 100% seiner Zeit dem Helden aus Thule, denn er sah sich als „Ritter der ein heiliges Erbe übernimmt“, wie er es in einem Interview ausdrückte. Pflicht und Verantwortung sind tatsächlich nicht nur soldatische, sondern auch ritterliche Tugenden. Als Hal Foster ihn ab 1970 in „seinen“ Prinz Eisenherz einarbeitete, war er anfangs gar nicht mit ihm zufrieden, doch er sagte ihm dennoch, er müsse seinen eigenen Stil finden und nicht genau so weitermachen, wie Foster es gemacht hatte. Dennoch gab er ihm zehn Jahre lang quasi fertige layouts als Bleistiftzeichungen (einige davon sind auch im Handbuch Prinz Eisenherz für Kenner und Liebhaber bei Bocola abgebildet), die Murphy dann überarbeiten sollte. Hal Foster hatte immer mit Pinsel gearbeitet, Murphy aber mit der Feder. Für Foster stattete er den Prinzen mit zu viel Gefühl aus. „Er ist ein Prinz, er muss stoisch ruhig bleiben“, soll ihn dieser ermahnt haben.
Prinz Eisenherz bis ins hohe Alter
Ab Seite 1760 (1.11.1970) führte als Murphy den Pinsel, wenn auch nicht die Regie, doch vielen Eisenherz-Liebhabern wird dies natürlich sofort aufgefallen sein, denn signieren durfte Murphy seine Zeichnungen erst ab dem 17.2.1980, als gute zehn Jahre später. Murphy hatte lange Zeit als „Ghost“ für King Feature Syndicate gearbeitet, nicht aber für Foster. Ab 1996 bekam er zudem Unterstützung von Franc Bolle. John Cullen Murphy erhielt insgesamt sechs mal die Silver Plaque der National Cartoonist Society und gab den Prinzen erst im hohen Alter von 85 Jahren an seinen Nachfolger, Gary Gianni, weiter. Es sieht also ganz so aus, als wäre nicht nur dem Prinzen, sondern auch seinen Zeichnern ein hohes Alter gesichert. Hal Foster wurde fast 90 Jahre alt, Murphy 85 und der Prinz selbst? Darüber gehen die Meinungen auseinander, sicher ist jedenfalls, dass Prinz Eisenherz in dieser Ausgabe des Bocola Verlages wieder so jung wie nie zuvor aussieht.

Prinz Eisenherz
Foster & Murphy-Jahre,
Band 2, (Originalseiten 1874 - 1977)
Großformatiger (23,5 x 32 cm) Hardcover-Band, 112 Seiten, erstmals in der digital restaurierten Farbversion der US-Sonntagsseiten! Übersetzung von Wolfgang J. Fuchs. Mit einem exklusiven Interview mit John Cullen Murphys Sohn.
ISBN 978-3-939625-23-0 24,90 EUR [D] / 25,60 EUR [A] / 39,90 SFr [CH]

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2011-02-18)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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