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Rezensionen


 
Harold Foster - Hal Fosters Prinz Eisenherz BD 14
Buchinformation
Foster, Harold - Hal Fosters Prinz Eisenherz BD 14 bestellen
Foster, Harold:
Hal Fosters Prinz
Eisenherz BD 14

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(Bücher frei Haus)

Die Sachsen kommen!
Die fiktional-historische Schlacht von Badon Hill steht im Mittelpunkt dieser Folge der bei Bocola neu aufgelegten Gesamtausgabe von Hal Foster`s Prinz Eisenherz. „Tatsächlich“ war die zwölfte Sachsen-Invasion die letzte, die es dann dem legendären König Arthur ermöglichte, sein Reich dreißig Jahre lang in Frieden zu beherrschen. In der Artus-Sage auf die Jahre 510 und 520 angesetzt, wird die Schlacht von Badon Hill in Prinz Eisenherz allerdings auf das Jahr 469 angesetzt, was der Authentizität des Geschehens selbstverständlich keinen Abbruch tut. Die beiden Könige Cuddock und Artus und die von Cornwall müssen auf einen gemeinsamen Eid eingeschworen werden, um der Sachsenübermacht standhalten zu können und Prinz Arn, der Sohn von Eisenherz, tut alles in seiner Macht stehende, um die Vereinigung zustande zu bringen, sogar unter Einsatz seines eigenen Lebens.

Rettung in letzter Minute
Prinz Arn ist es schließlich auch, der mit dem Eintreffen der Truppen Cuddocks die drohenden Niederlage von König Arthur gerade noch zu verhindern weiß und so wird aus dem jungen Knappen Arn bald ein echter Ritter ohne Furcht und Tadel, was er auch sein muss, wenn er in der Neuen Welt das Versprechen seiner Mutter, Königin Aletas, die Algonquin zu neuer Größe zu führen in die Tat umsetzen will. Arn beschließt das Versprechen seiner Mutter 15 Jahre danach endlich einzulösen und Gundar Harl rüstet sein Schiff für die Überfahrt. „Hast du das Versprechen vergessen, das deine Mutter, die Sonnenfrau, meinem Volke gab?“, frägt Boltars Sohn den jungen Prinzen am Ende dieser Folge und der Leser ist schon gespannt, wie Prinz Arn diese schwierige Aufgabe wird meistern können.

Amüsante Akzentuierung unterschiedlicher Gender-Konzepte
Die vorliegende Ausgabe des Prinz Eisenherz Gesamtwerks glänzt nicht nur durch das edle Hardcover, das dem Comic beinahe den Charakter eines in Leder gebundenen Geschichtebuches verleiht, sondern auch durch das hervorragende und aufschlussreiche Vorwort von Uwe Baumann. Seine quasi-literaturwissenschaftlich anmutende Einführung in den Band, spricht von einer „Fokussierung auf Prinz Arn, insbesondere eine deutliche Parallelisierung zum jungen Prinz Eisenherz“ in diesem Abenteuer und auch von einer „amüsanten Akzentuierung unterschiedlicher Gender-Konzepte“, wenn etwa Aleta eine kriegerisch-pragmatische Lösung vorschlägt und Eisenherz hingegen einen auf List und Täuschung gegründeten Plan. Ihr Sohn steht ihnen jedenfalls um nichts nach und vereinigt die besten Eigenschaften beider Elternteile in sich. Neben den klassischen ritterlichen Tugenden wie Tapferkeit, Härte und Pflichtbewusstsein kenne Prinz Arn aber auch seine Bibel genau, schreibt Baumann, wenn er etwa beim Lügen den Heiligen Ananias anruft. Letzterer sei nämlich im Neuen Testament in der Apostelgeschichte (5, 1-6) als einer erwähnt, der die Verbindung zwischen Lüge und Tod schaffe, weiß Baumann in seiner sehr lesenswerten Analyse.

Humorvolle Inversion traditioneller Minne
Baumann sieht die Faszination von Prinz Eisenherz vor allem auch im Wechsel zwischen der Darstellung der eigentlich brutalen, zeittypischen Gewalt mit Elementen des Familiencomics, wie etwa in der Episode um Prinz Charles für den sich Ailionora sogar in den Brunnen wirft, um ihre körperlichen Vorzüge hinter einem nunmehr nassen Kleid ganz für sich sprechen zu lassen. Wer würde ob so einer frivolen Darstellung nicht erblassen, denkt sich der Leser nicht nur für Prinz Charles und bewundert in welch intelligenter Art und Weise auch der Zeichner Hal Foster die Zensur seiner Zeit zu umschiffen wusste. Die „humorvolle Inversion traditioneller Minne“ nämlich der Wettstreit zweier Frauen um einen Prinzen, zeigt wie unterhaltsam Hal Foster die „Days of King Arthur“ zu seiner Zeit gestaltet hat und nicht nur die Zeichenkunst Hal Foster`s liefert triftige Argumente für den erneuten Genuss dieses Comics, sondern auch die angesprochene Gender-Relevanz und sympathische Erzählweise eines der wohl einzigartigsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Bocola Hal Foster`s Prinz Eisenherz Jahrgang 1964/1964 Band 14 www.bocola.com

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2011-04-15)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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