Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Rainer Hagen - Ägypten. Menschen, Götter, Pharaonen
Buchinformation
Hagen, Rainer - Ägypten. Menschen, Götter, Pharaonen bestellen
Hagen, Rainer:
Ägypten. Menschen,
Götter, Pharaonen

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

„Das Herz erfreuen, in Freude jubeln, an Gutem teilnehmen, eine Lotusblüte an der Nase und Myrrhe als Salbe auf dem Scheitel“, steht auf einem Felsbild im Grab des Wesirs Rechmire. „Genieße den Tag während die Frau deines Herzens bei dir sitzt.“ Tatsächlich wussten schon die Ägypter, was wirklich wichtig ist im Leben, wie man aus obigem Zitat schließen könnte. Natürlich traf dieses Leben nur für einige wenige zu, denn Akrobatinnen und Tänzerinnen kamen wohl nicht so gut davon. Festgelage wurden abgehalten, Bordelle gab es auch schon, aber auch ein hölzernes Bild von einer Leiche wurde bei diesen Symposien herumgereicht unter dem stand: „Den schau an und trink und sei fröhlich! Wenn du tot bist, wirst du, was er ist!“

Glaube, Liebe und Hoffnung im alten Ägypten

Dabei stammt der Glaube an ein Leben nach dem Tode und eine Wiedergeburt im Jenseits, also einer Auferstehung wie wir sie auch aus dem Christentum kennen, eigentlich auch von den Ägyptern ab. „Ich werde nicht zerfallen, mein Leib wird nicht von den Würmern gefressen...er ist von Dauer, er wird nicht vernichtet in diesem Land der Ewigkeit“, eine weitere Grabinschrift, die den Glauben an das Jenseits bestärke sollte wurde von Archäologen entziffert, nachdem der Stein von Rosette 1799 gefunden worden war. Bier aus Getreide (kein Hopfen), dick mit Brot als Grundnahrung und Wein für die höhere Gesellschaft, die gottgleichen Pharaonen und Hohepriester. Süß wie Honig soll er gewesen sein und bei Festgelagen wurden neben Bier und Fleisch auch 35 verschiedene Brot und Kuchenarten, Taubenragout, gekochte Wachteln, Getreidebrei Nieren, Rippen, Fisch, Brot, Obst und Käse gereicht.

Unter Horusaugen und in Kanopenkrügen

Der griechische Historiker Herodot schrieb 450 vor Christus über das wohl wichtigste Ritual der Ägypter, das Balsamieren: das Gehirn wird mit Haken durch Nasenlöcher herausgezogen und dann weggeschmissen. Die Eingeweide aus der Seite genommen, mit Palmwein durchspült, Magen mit Myrrhe gefüllt und zugenäht, dann der Korpus 70 Tage in Natronlauge eingelegt. Während Balsamierung sprachen Priester Sprüche und Rituale, auch beim Wickeln. Horusaugen als Amulette (bis zu 87) wurden hinzugefügt. Der Bauch mit Pflanzen oder Sägespänen gefüllt, gemischt mit Pfefferkörnern, Wachholderbeeren und Zwiebeln (sollten böse Kräfte fernhalten). Aber auch Zedernöl wurde in den After gespritzt, das die Eingeweide zersetzte. 52 Tage,16 Tage dauerte das Wickeln, da es bis zu 375 Quadratmeter Leinen waren, die die Mumien in ein sattes rot oder blasses rosa kleideten. Die Eingeweide wurden übrigens nicht etwa weggeschmissen, sondern in Leinen eingewickelt und in sog. Kanopenkrüge (cans) gesteckt und mit harzigem Salböl übergossen, verschlossen und für die Ewigkeit konserviert. Das Hirn kam in den Müll, aber das Herz - als Sitz von Geist, Verstand und Gefühl - in mumifizierten Körper zurückgelegt. Es diente als Beistand vor Gericht in der „Halle der vollständigen Gerechtigkeit“und wurde dort auf die Waage von Anubis und Schreibergott Thoth gelegt. Das Herz auf einer Seite, auf der anderen eine Feder, Symbol der Gerechtigkeitsgöttin Maat, die die göttliche Ordnung verkörperte. Der Leichnam sollte durch das magische Mundöffnungsritual wieder Macht über seine Sinne erlangen und Speisenopfer zu sich nehmen kann. Die Lebenden vergnügten sich mit einem Leichenschmaus aus gegrilten Ochsen. Auch ein Totenfest wie Allerseelen kannten die Ägypter schon: alljährliches Festen am Grab des Verstorbenen. „Oh ihr, die ihr auf Erden lebt und vorbeikommt an dieser Stele, ...wenn ihr das Leben liebt und den Tod hasst, sprecht: möge er tausend Brote erhalten und tausend Krüge voll Bier!“

Eine Ausstellung vom 16. November 2014 - 30. Juli 2017 widmet sich im Reiss-Engelhorn Museum Weltkulturen in Mannheim Ägypten, dem Land der Unsterblichkeit.

Rose-Marie/Rainer Hagen
Ägypten. Menschen, Götter, Pharaonen
Hardcover, 23,8 x 31,6 cm, 296 Seiten
ISBN 978-3-8365-2051-5
Ausgabe: Deutsch, andere vorhanden

[*] Diese Rezension schrieb: jürgen Weber (2016-09-18)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Rainer Hagen ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Adriano Celentano - Collection Vol. 1 (3 DVDs)Castellano, Franco:
Adriano Celentano - Collection Vol. 1 (3 DVDs)
Koch Media veröffentlicht drei von Adriano Celentanos größten Erfolgen in einer DVD und/oder BluRay-Box. Der erste Film auf der Box, „Der gezähmte Widerspenstige“ (Il bisbetico domato, 1980) ist eine italienische Filmkomödie mit Adriano Celentano und Ornella Muti in den Hauptrollen und verdankt seinen Erfolg vor allem der [...]

-> Rezension lesen


 Die Welt bei uns ZuhauseOrosz, Susanne:
Die Welt bei uns Zuhause
Mehr und mehr wachsen unsere Kinder schon ab dem Kindergartenalter mit vielen anderen Kindern auf, die aus anderen Kulturen kommen. Die bekannte Kinder-und Jugendbuchautorin Susanne Orosz hat zwanzig von ihnen ausgewählt und zu jeder eine eigene Geschichte verfasst, die versucht, zu zeigen, was an dieser Kultur besonders spannend und [...]

-> Rezension lesen


Vikings 3Hirst, Michael :
Vikings 3
Die irisch-kanadische Co-Produktion, die von den Abenteuern der historischen Figur und des wohl größten Helden seiner Zeit, Ragnar Lothbrok (Travis Fimmel), und dessen Wikingerbrüder und Familie handelt, ist in Amerika bereits in die vierte Staffel gegangen, während im deutschsprachigen Raum bei 20th Century Fox Home Entertainment [...]

-> Rezension lesen


 EntertainmentAlverson, Rick:
Entertainment
Schon in der Szene im Vorspann wird dem Zuschauer klar, dass es sich hier um einen Film der besonderen „Unterhaltung“ dreht: ein Komiker macht Faxen, springt auf den Tisch und bringt die Leute sogar so weit, ihm zu applaudieren, obwohl er eigentlich nur einen Pingpongball zum Springen bringt. Das „Entertainment“ – englisch für [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.025301 sek.