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Jerry Hall - Mein Leben
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Hall, Jerry:
Mein Leben

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(Bücher frei Haus)

Der 13 Jahre jüngeren Texanerin Jerry Hall schenkte Mick Jagger eine Ranch, damals waren sie gerade mal vier Jahre zusammen und wahrscheinlich hätte ihnen das gar niemand zugetraut, dass es überhaupt so lange gehen würde. Schließlich ist es nicht gerade leicht, eine Ehe mit einem Rock`n´Roll Star und Sexsymbol zu führen, aber dennoch wurden es dann sogar 23 (!) Jahre und vier Kinder, die die beiden, the beauty and the beast, miteinander teilten. Jerry Hall wurde 1956 in Gonzales, Texas geboren und wer so aufregend im Heu liegt wie sie auf dem Cover ihrer bei Schirmer/Mosel erschienenen „Biographie in Bildern“ (Foto: Annie Leibovitz), den braucht es nicht wundern, wenn einen später einmal ein Sprießel sticht. Dieser hieß mit Namen Luciana Morad, ein brasilianisches Fotomodell, und hatte 1999 mit ihrem Ehemann, Mick Jagger, ein Kind gezeugt. Er hatte seine Drogensucht – anders etwa als sein kongenialer Partner und Gitarrist der Rolling Stones – mit Fraueneskapaden kompensiert. Seine Sexsucht (O-Ton: „Im Bett entwickelte er sich zum Raubtier“) war schon länger bekannt, auch wenn Richards in seiner Autobiographie anderes von Jaggers horizontalen Qualitäten behauptet und so wollte Jerry Hall diese Ehe nicht mehr retten, auch wenn sie ihren Mick immer noch liebt, wie sie beteuert.
Die mittlerweile 54-Jährige schreibt in ihrem Buch “Jerry Hall – Mein Leben in Bildern” ihr aufregendes Jet Set Leben nieder, das sie zwischen New York, London und Bali oder auf Mustique führte, aber natürlich lässt sie auch durchblicken, dass Mick nicht ihr ganzes Leben war. Schließlich musste sie der Frauenheld par excellence erst Brian Ferry abluchsen, die Zeit mit ihm beschreibt Jerry Hall übrigens mit dem Wort „Traumpaar“. Sie hatten sich während der Fotoshootings für eines seiner Alben kennengelernt, auf dem sie eine Sirene mimen sollte. („Siren“/Roxy Music) Er war 30, sie gerade mal 19. Jerry soll ihm später auch zu seinem eigenen ersten Hit, „Let`s stick together“, verholfen haben, weil sie erzählt hatte, dass sie und Terry, ihre Zwillingsschwester, sich schon als Kinder geschworen hatten, dass „twins stick together forever“. Als aber Mick Jagger die beiden an einem Abend nach einem Konzert der Stones in seine Suite einlud und sein Knie das ihre streifte, sei es um sie geschehen gewesen, „ich war wie elektrisiert“, schreibt sie. Einige der Fotos aus dieser Periode ihres Lebens, etwa Jerry als „Siren“ oder mit Brian am „Men Vogue“ Cover, im schicken Businessoutfit oder bei einem Livekonzert mit Gitarre (!) sind natürlich mit abgebildet und von Jerry Hall selbst mit Kommentaren versehen worden.
Nach jener „elektrisierenden“ Begegnung ging Jerry Halls Leben dann doch in etwas weniger gesittete Bahnen als sie es sich mit 19 noch vorgestellt hatte. An der Seite eines Rockstars wie Mick Jagger lerne sie „allerhand Verrückte“ kennen, aber auch viele Celebrities, die sie hofierten, darunter auch ein gewisser Andy Warhol, der sie sogar - in seiner typischen Manier - porträtierte. Über die Zeit mit ihm erzählt sie viele Anekdoten, etwa über die „oxidierende Wirkung von Urin auf Farbe“, die Andy durch Mithilfe einiger auf der Straße aufgegabelter Homosexueller das gewisse Etwas verpasste. Als Geschenk lehnte die Texanerin diese Bilder jedoch immer wieder dankend ab, wahrscheinlich vertraute sie Andys Theorie doch nicht so ganz. Als Model arbeitete Jerry Hall später mit den berühmtesten Fotografen und Fotografinnen und Designern zusammen, etwa Terence Donovan, Richard Avedon, Patrick Lichfield, Thierry Mugler, selbst in „Batman“, dem Comic und Film, hinterließ sie ihre Spuren als Gespielin von Jack Nicholson, den sie auch wirklich privat kannte. Lucian Freud, der bekannte Maler, bildete 1997 eine schwangere Jerry Hall ab, Titel: „8 months Gone“. Das wohl begehrteste Model der 70er und 80er Jahre arbeitete auch mit Helmut Newton, Irving Penn und David Bailey zusammen oder wurde auch von Antonio Lopez gemalt.
„Single und happy“ ist denn aber der Titel des letzten Kapitels ihrer Autobiographie in Bildern und zeigt Jerry Hall vor allem als Theaterschauspielerin in „Die Reifeprüfung“ (als Mrs Robinson) in London. „Es ist gut, keinen Groll zu hegen und sich fortentwickelt zu haben“, schreibt sie in ihrer Biographie, eigentlich auch ein gutes Motto für weitere Beziehungen einer der wohl schönsten Fünfzigjährigen, der man ihre Eskapaden gar nicht ansieht, wahrscheinlich auch deswegen, weil sie sich stets gerade davon ferngehalten hatte. Ihr Familienleben macht sie mit ihrer „Autobiographie in Bildern“ nun erstmals allen Fans zugänglich. Dass sie eigentlich mit Jagger nie wirklich verheiratet war und sich deswegen auch gar nicht von ihm scheiden lassen konnte, stellte unlängst ein Gericht in London fest: Es wurde festgestellt, dass die balinesische Trauung nie rechtsgültig war. Ein Richter in London erklärte schließlich die Heirat für null und nichtig.

Jerry Hall
Mein Leben
Schirmer/Mosel
ISBN: 9783829605243
Unter Mitarbeit von Jonathan Phang. Aus dem Englischen von Martina Tichy. 256 Seiten, 318 Abbildungen in Farbe und Duotone.
Format: 21,5 x 27 cm, gebunden, deutsche Ausgabe

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2011-03-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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