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Victor Halperin - The White Zombie
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Halperin, Victor:
The White Zombie

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(Bücher frei Haus)

White Zombie wird als der erste genretypische und genregenerierende Zombie Film in voller Länge angesehen und gilt bei eingefleischten Fans geradezu als Archetyp und Modell für alle anderen nach ihm erschienenen Zombie Filme. Auch wenn die späteren Zombiefilme meist nicht mehr auf Haiti spielten, verwendeten sie doch die meisten von White Zombie generierten genretypischen Eigenschaften: „the blank-eyed stares, the voodoo drums, and zombies performing manual labor“, so ein Fanzine im O-Ton. „We are going to see things, that even the devil would be ashamed of“, steht drohend am Anfang dieses ersten Zombie Films, ein vielversprechender Satz, denn die „empty staring eyes“ werden einen den ganzen Plot hindurch verfolgen, erst die der Zombies, dann die von Bela Lugosi und schließlich auch die von Madeleine. „Better to see hatred then this empty dreadfulness in her eyes“, klagt auch Charles, der Verursacher allen Übels bald, denn es ist gar nicht unbedingt der Voodoo-Meister, der Madeleine Böses will, sondern vielmehr ihr Gastgeber, Charles, der sie für sich alleine haben will.

„Your angels of death“
Madeleine Short trifft sich mit ihrem Verlobten Neil Parker auf Haiti, um zu heiraten, doch bereits die Kutschenfahrt zum Hotel mutet gespenstisch an. Ein Fremder entreißt ihr auf der Fahrt ihren weißen Schal und im Hintergrund ist er von seltsam starrenden Männern umgeben. Endlich im Hotel angekommen weiß der schwarze Kutscher, dass diese Männer, keine normalen Männer waren, sondern Zombies und ihr Anführer, der, der Madeleine ihr Schal entrissen hatte, sich „Murder Legendre“ nennt, ein furchtbarer Voodoomeister, der das junge Paar mit großen Interesse beobachtet. Der Patron des Palastes in dem sie wohnen, Charles Beaumont, bewundert Madeleine allerdings ebenso neugierig wie Murder und bald ersucht er letzteren um Hilfe bei der Eroberung von Madeleine’s Herzen. Ein Zaubertrank wird sie ihn eine Tote verwandeln und so wird Charles über sie bestimmen können, verspricht ihm Murder sogleich. Neil Parker kann seine Verlobte bald nur mehr tot auffinden, denn der weiß nichts von dem Gift, das sie nur schlafen läßt, sie aber aussehen läßt als wäre sie mausetot. Einige Stunden später erwacht sie in den weiträumigen Apartments des Schlosses auf dem Felsen, wo Murder Legendre wohnt, und spielt am Flügel eine Melodie von Mussorgsky's „Pictures at an Exhibition“ (Gaston Borch's „Incidental Symphonies“ oder Hugo Riesenfeld's "Death of the Great Chief, Richard Wagner, H. Maurice Jacquet, Leo Kempenski, und Franz Liszt sowie Guy Bevier Williams). Doch ihr Antlitz ist wie versteinert und sie lächelt weder noch weint sie, während sich ihre Finger sanft über die Klaviertasten bewegen. Auch Madeleine ist jetzt ein Zombie, doch selbst der egoistische Charles, der sie ganz für sich allein haben wollte, ist nun verzweifelt. Er bettelt Murder, sie wieder zum Menschen werden zu lassen, doch eben das vermag nur die Liebe. Da taucht endlich auch Neil im Schloss auf und frägt verwundert über die herumstehenden Männer: „Who are they?“, klagt Neal, aber Murder antwortet ihm präzise: „They are the angels of deatch, your death!“

White Zombie, der Genre-Sprenger
„White Zombie“, hatte seine Premiere am 28. Juli 1932 in New York City und wurde von der Kritik eher kühl aufgenommen, bescherte seinen Machern aber dennoch einen für einen Independent Film beachtlichen finanziellen Erfolg. In Deutschland erschien der Film unter der strengen Zensur des Nationalsozialismus unter dem Titel „Flucht von der Teufelsinsel“, wohl aufgrund des beeindruckenden Felsens, auf dem sich das Schloss von Murder Legendre befindet und das einige Male in Großaufnahme zu sehen ist. „White Zombie“ war einer der wenigen amerikanischen Horror Filme, den die Nazis damals erlaubten. In der Freien Welt urteilten die Kritiker dementsprechend verhalten über die Handlung und die schauspielerische Leistung: „The plot...is really ridiculous, but not so startlingly so as the acting." Thornton Delehaney von den New Yorker Abendnachrichten schrieb: „The story tries to out – Frankenstein Frankenstein, and so earnest is it in its attempt to be thrilling that it overreaches its mark all along the line and resolves into an unintentional and often hilarious comedy.“ Nach Dracula und Frankenstein war White Zombie vielleicht eher eine Enttäuschung, aber wohl deswegen weil er die damaligen Genregrenzen überschritten hatte und somit sein eigenes Genre begründete: den Zombie-Film! „Exuse me, have you got a match?“

Victor Halperin
The White Zombie
DVD,USA,1932,69 Minuten
Altersfreigabe:FSK 16
Mit Bela Lugosi: Legendre, Madge Bellamy: Madeleine Short, Robert Frazer: Charles Beaumont
Joseph Cawthorn: Dr. Bruner, Brandon Hurst: Silver, Clarence Muse: KutscherJohn Harrow: Neil Parker, u.v.a.m.
www.bellaphon.de

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2014-03-04)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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