Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Iris Hanika - Wie der Müll geordnet wird
Buchinformation
Hanika, Iris - Wie der Müll geordnet wird bestellen
Hanika, Iris:
Wie der Müll geordnet
wird

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

Iris Hanikas Romane stehen quer zum Mainstream. In „Treffen sich zwei“ hatte sie die Probleme von Frauen und Männern beschrieben, wirklich zueinander zu finden und etwas zu etablieren, was den Namen Beziehung wirklich verdient.

In „Das Eigentliche“ beschrieb sie wieder ein Paar. Das was sie zusammenhielt, war die faszinierte Fassungslosigkeit vor der deutschen Vergangenheit und das Leiden an ihr.

Der neue Roman „Wie der Müll geordnet wird“ beginnt mit einer ungewöhnlichen Begrüßung des Lesers durch die Autorin. Man hält diese erste Seite auf den ersten Blick für eine Mitteilung des Verlages mit Sperrfristvermerk oder ähnlichem. Tatsächlich aber ist es eine Art Anleitung zur Lektüre, ironisch und voller Überzeugung (?), einen „anspruchsvollen Text“ geschrieben zu haben.

Tatsächlich hat Iris Hanika eine unbändige Freude an der Sprache, die sie voll auslebt mit ihren Figuren. Wie in den anderen Büchern auch, spürt sie akribisch dem nach, was man vielleicht den Sinn des Lebens nennen könnte, entdeckt aber einen Haufen Sinnlosigkeit. Vielleicht normal in der Mitte des Lebens, wenn der „Müll geordnet wird“.

Die Personen im Roman, der mit dem Durcheinander der Gegenwart beginnt und in einem zweiten Teil von Anmerkungen aus der Vergangenheit ergänzt wird, haben sich von der normalen Dialektik von Sinn und Sinnlosigkeit entfernt. Da ist Antonius, der am frühen Morgen Mülltonnen aufräumt, bis die Müllwerker kommen und die Tonnen leeren.

In den Tonnen findet er allerlei, unter anderem ein Heft mit Aufzeichnungen, von einer Autorin namens Renate, die am liebsten verschwinden möchte und über das Leben natürlich und seinen Sinn und Unsinn nachdenkt. Antonius hört danach auf, den Müll zu kontrollieren
Der zweite Teil des Romans, wie die Autorin auf ihrer Website mitteilt, schon 1994 entstanden, führt ins Jahr 1990, und die Personenkonstellationen und -verbindungen lösen sich nach und nach auf. Zwar lernt der Leser zunächst neue Personen kennen, doch die treffen später mit Antonius zusammen, der sich als durchgedrehter Erbe eines Möbelfabrikanten entpuppt.

Ein ungewöhnlicher Roman, der sich in Stil und Sprache von den beiden oben erwähnten Roman schon absetzt, aber wieder erzählt von der Liebe in der Unübersichtlichkeit und den Sinnlöchern unserer Zeiten.

Keine leichte und vor allen Dingen keine angenehme Lektüre.

Iris Hanika, Wie der Müll geordnet wird, Droschl 2015, ISBN 978-3-85420-962-1

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2015-02-18)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Iris Hanika ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Sieben kleine Ritter und jede Menge DrachenBjörk, Christina:
Sieben kleine Ritter und jede Menge Drachen
Über die großen Ritter aus den Sagengeschichten der Völker wissen vor allem die Erwachsenen Bescheid. Kleine Kinder interessiert das weniger. Außer - ja, außer, man könnte Geschichten erzählen aus der Zeit, als diese Ritter, wie Siegfried, Artus , Parzival, Tristan, Heimdall und St. Georg selbst noch kleine Buben waren. Genau [...]

-> Rezension lesen


 ResilienzBerndt, Christina:
Resilienz
Schon seit vielen Jahren hat sich in der psychologischen Forschung ein Begriff etabliert, mit dem die Forscher eine immer wieder bei einigen ihrer Patienten und Klienten beobachtete Kraft bezeichnen, mit Hilfe derer sie aus einer deprimierenden Situation wieder in das normale und volle Leben zurückkehren konnten. Mit der sie Widerstand [...]

-> Rezension lesen


Dem Leben entfremdetGruen, Arno:
Dem Leben entfremdet
Die Empathie, eine mitfühlende Achtsamkeit dem Leben gegenüber wird in den letzten Jahre in vielen Büchern und Ratgebern immer wieder genannt als eine unverzichtbare Eigenschaft, die Eltern, Erzieherinnen und Lehrer ihren Kindern vermitteln müssten, um sie zu selbstgewissen und selbstbewussten, aufrechten Menschen zu erziehen. Der [...]

-> Rezension lesen


 SteaksFrenzel, Ralf:
Steaks
Von der Aufzucht der Tiere über die Schlachtung bis hin zum fertig gegrillten Steak auf dem Teller verfolgt dieses erste von einer auf fünf Bände ausgelegten Reihe von Kochbüchern des Magazins „BEEF! Für Männer mit Geschmack“ den Weg des Lebensmittels, das Männer angeblich am meisten mögen und vor allen Dingen [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.012478 sek.