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Henry Hathaway - Fünf Perlen
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Hathaway, Henry:
Fünf Perlen

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(Bücher frei Haus)

Zum 50. Todestag von Marilyn Monroe erscheint einer ihrer letzten noch unveröffentlichten Spielfilme, inszeniert von fünf der besten Regisseure Hollywoods: Henry Hathaway, Howard Hawks, Henry King, Henry Koster und Jean Negulesco. Unter dem Originaltitel „O. Henry`s Full House“ ließen die genannten Regisseure einige der bekanntesten Stars der damaligen Zeit aufmarschieren, darunter Fred Allen, Anne Baxter, Jeanne Crain, Farley Granger, Charles Laughton, Oscar Levant, Marilyn Monroe, Jean Peters, Gregory Ratoff, Dale Robertson, David Wayne, Richard Widmark und viele andere mehr.

Schauplatz New York
Ein „Baghdad on the Subway“ soll der amerikanische Schriftsteller O. Henry William Sidney Porter die Stadt New York einmal genannt haben und in eben diesem „Bagdad“ spielen auch die fünf Episoden dieses Spielfilmes aus dem Jahre 1952, die jeweils von dem renommierten Schriftsteller und Nobelpreisträger John Steinbeck („Fürchte des Zorns“) eingeleitet und kommentiert werden. Marilyn Monroe spielt in der ersten Episode eine Prostituierte, aber wer sich darunter etwas Anstößiges vorstellt, der irrt, denn der spätere Star ist ganz züchtig verhüllt und nimmt nur die Komplimente des Obdachlosen und Gentleman-bums Horace entgegen. „Er hat mich eine `Dame´ genannt“, sagt die vermeintlich „dumb blonde“ mimende Marilyn im Abgang in die Kamera. In der Publikation „Die Prostituierte im Film: Zum Verhältnis von Gender und Medium“ von Hedwig Wagner, erschienen im transcript Verlag, wird auf diese Szene sehr ausführlich eingegangen, gilt sie doch als Metapher schlechthin für die „dumb blondes“ dieser Welt. Richard Widmark („Das Urteil von Nürnberg“) oder Sir Charles Laughton („Zeuginder Anklage“) spielen weitere Rollen in Geschichten, die tief bewegen und mit feinsinnigem Humor ausgestattet sind undnatürlich auch auf hohem künstlerischen Niveau inszeniert wurden.

Fünf Episoden über die menschlichen Niederungen
Wenn der Obdachlose der ersten Episode vom Polizisten aus seinem wohlverdienten Schlaf auf einer Parkbank geweckt wird, weiß dieser, dass es wieder Zeit ist, eine ordentliche Unterkunft zu suchen. Der „bum“ tut nunmehr alles, um ins Gefängnis zu kommen, erst isst er ohne zu bezahlen in einem Nobelrestaurant, dann versucht er einem Polizisten einen Arschtritt zu verpassen und rutscht auf einer Bananenschale aus und schließlich quatscht er eine Prostituierte unter den Augen eines Polizisten an. Aber alles das nützt nichts, er wird einfach nicht verhaftet und erst als er in der Kirche seine Katharsis erfährt und geläutert heraustritt und seine Fehler eingesteht, wird er verhaftet, weil ihm keiner glaubt. Vom Saulus zum Paulus und ab ins Gefängnis.
Berührend ist auch die zweite Episode, in der ein Beweisstück von einem Polizisten verwendet wird, um den Hauptverdächtigen endgültig zu überführen. Doch der Polizist schuldet diesem noch 1000 Dollar und so hat ihn der Verbrecher fest in der Hand, denn solange die Schuld nicht getilgt ist, kann dieser ihn nicht verhaften, das ist doch Ehrensache. Aber es wird ihm schließlich doch gelingen, den aggressiven Raufbold und Mörder das Handwerk zu legen. Sein Faustschlag sitzt jedenfalls tief und ist wohlverdient.
In einer weiteren Episode, „Das letzte Blatt“, die von der imaginativen Kraft eines Bildes handelt, wird die Geschichte einer Kranken erzählt, die allein durch ihren Glauben wieder gesunden kann. Das schmerzliche Beispiel des vorbildlichen und selbstlosen Malers wird aber von einem traurigen Umstand begleitet, denn auch wenn die kranke Schwester verschont wird, kann sich der Maler doch nicht von seiner zur Rettung gestarteten Aktion, nämlich ein Blatt auf eine Wand zu malen, damit die Kranke an ihr Leben glaubt, erholen und stirbt. Die letzten beiden Episoden heißen: „The Ransom of Red Chief“ (Ein Wortspiel zwischen Erlösung und Lösegeld), in dem es um Kidnapping geht und „Das Geschenk der Liebe“.

DVD-Extras: Deutsche Kino-Synchronfassung,Trailer, Audiokommentar von Dr. Jenny Lind Porter, Featurettes. „The Lifeand Writings of O. Henry”, “The O. Henry Museum”, zwei Kurzfilme von 1927: „Girls” und „Man about town”, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

KOCH Media
FÜNF PERLEN (O. Henry`s Full House)
DVD 113 Minuten

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2012-08-04)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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