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Rezensionen


 
Noah Hawley - Fargo - Season 1
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Hawley, Noah:
Fargo - Season 1

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(Bücher frei Haus)

„How come the human eye sees more shades of green than of any other color?“ 1996 kam der Film „Fargo“ von Ethan und Joel Coen in die Kinos und davon sind den Zusehern wohl vor allem die beleibte Polizistin Molly, die Szene mit dem Häcksler und der viele Schnee in Minnesota in Erinnerung geblieben. Beinahe 20 Jahre später hat Noah Hawley die Geschichte weitergeführt und dabei besonderen Wert auf Authentizität gelegt, denn zu Beginn jeder Espisode wird der folgende Text eingeblendet: “This is a true Story. The events depicted in this film took place in Minnesota in 1987. At the request of the survivors, the names have been changed. Out of respect for the dead, the rest has been told exactly as it occurred.” Tatsächlich sind die erzählten Ereignisse beinahe unglaublich, auch wenn der Regisseur sehr viele christliche Elemente einbaut und diese wohl nicht unbedingt wirklich so passiert sind. So gibt es im Film etwa eine Heuschreckenplage, es regnet Fische vom Himmel und Kain erschlägt seinen Bruder Abel und wenn man sich die Allegorie näher anschaut bekommt der Serienkiller am Ende auch seine gerechte – alttestamentarische – Strafe: an eye for an eye, a tooth for a tooth.

Chin up, chief!
Auch in „Fargo – die Serie“ ist die eigentliche Hauptperson die Polizistin Molly Solverson (Allison Tolman), die in der zweiten Hälfte der Staffel auch als Schwangere ihren Mann steht. Interessant ist auch der Anruf ihres Mannes – des Expolizisten und Wunschbriefträgers – der sie bettelt, den Serienkiller nicht zur Strecke zu bringen, um es dann kurze Zeit darauf selbst in die Hand zu nehmen. Biblische Zitate und konservative Rollenbilder werden in Fargo in ein spannendes Psychodrama verpackt, in dem am Ende die Frau zwar Chief Inspector werden darf, der Mann aber die Tapferkeitsmedaille bekommt. Einige humoristische Einfälle trösten über die grausam-traurige Handlung hinweg, etwa wenn die beiden Mafiamörder als Pat und Paterchon mit einer Eis-Bohrmaschine auftreten und einer davon als Taubstummer zum Idioten gemacht wird. Aber auch die FBI-Beamten treten immer im Doppelpack auf und benehmen sich mindestens ebenso schusselig wie die beiden Mafiosi. Als sie ein Gebäude am helllichten Tag bewachen, marschiert der Mörder einfach schnurstracks hinein und bringt alle um. Die beiden Beamten haben nichts bemerkt, zur Strafe kommen sie ins Archiv.

The fox, the rabbit and the cabbage
Ein Überraschungsgast in der Serie ist der vorläufige Chief Inspector Bob Odenkirk
als Deputy Bill Oswalt, den man auch aus „Breaking Bad“ als schmierigen Anwalt kennt. In „Fargo“ trägt er einen Schnauz und bekommt eine Existenzkrise als er merkt, dass er dem Job nicht mehr gewachsen ist, überlässt er ihn Molly. Neben dem Buch Exodus „The Firstborn son will die“ kommt aber auch der hebräische Ausdruck Se’irim in der Serie zu Ehren, denn das Unmenschliche an Lorne Malvo (Billy Bob Thornton) kann nur der Bestie selbst zugeordnet werden. Neben Thornton glänzt aber vor allem Martin Freeman in seiner Rolle als Lester Nygaard, der den klassischen amerikanischen Durchschnittstypen verkörpert, der durch das Böse in Versuchung gerät. Denn grundsätzlich ist es ja jedem zuzutrauen, dass er unter gewissen Umständen zum Mörder wird. Aber muss es denn ausgerechnet ein Hammer sein? Jeder muss etwas opfern und so verliert der Gangsterboss seinen Erstgeborenen, Fische fallen vom Himmel auf die Autobahn, Lester bringt seinen Bruder Chad mit seinen Verbrechen ins Gefängnis (Kain und Abel Motiv) und die Waschmaschine dreht sich immer weiter, bis sich auch Lester dreht. Und es schneit immer. In Minnesota. Aces. Bleibt noch das Rätsel mit dem Fuchs, dem Hasen und dem Kohl zu lösen.

Noah Hawley
Fargo – Season 1
Blu Ray Disc
Twentieth Century Fox/MGM

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2015-06-02)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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