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Paul Hoffman - Die linke Hand Gottes
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Hoffman, Paul:
Die linke Hand Gottes

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(Bücher frei Haus)

Flucht und Rache. Fantasy vom Feinsten

Düster und trutzig ragt die Burg in die karge Landschaft. Aus Feuerstein, Beton und Reismehl wurde sie in gleicher äußerer Härte errichtet, wie das Leben in ihr verläuft. Die Ordensburg des „Erlöserordens“ ist Heimat eines alten Kriegerordens, doch das Wort „Erlösung“ täuscht. Grausam und voller Härten ist das Leben für die jungen Novizen eines verfremdet dargestellten, doch wiederkennbaren mittelalterlichen christlichen Glaubens katholischer Prägung. Die Novizen geraten meist schon als kleine Kinder zur Ausbildung in die Hände der Mönche. Von Beginn an arbeiten diese darauf hin, den Willen der Heranwachsenden gewaltsam zu brechen und sie zu Werkzeugen des Ordens zu machen. Zu Werkzeugen im Kampf gegen die „Antagonisten“, die Abtrünnigem vom wahren Glauben.

Der Junge ist 14 oder 15 Jahre alt, so genau weiß er es nicht, genauso wenig, wie er um seinen wahren Namen weiß. Cale wird er im Orden genannt. Eines aber weiß er genau, das er besondere Kräfte hat. Doch auch das hilft ihm nicht viel angesichts der Grausamkeiten und Härten, die er lernen musste, im Lauf seines Klosterlebens zu ertragen.
Bis er eines Tages Zeuge wird, wie einer der Mönche ein junges Mädchen bei lebendigem Leibe seziert. Und ein zweites Mädchen erwartet, hilflos gefesselt, das gleiche Schicksal.
Cale tötet den Mönch, ihm gelingt, gemeinsam mit ihr und zwei weiteren Novizen, die Flucht aus der Burg. Doch nicht die Rettung wartet dort, sondern eine Odyssee beginnt. Durch Berglandschaften hindurch, in die prächtige Stadt Memphis hinein. Verbündete und Gegner finden die Freunde, wenig sichere Orte warten auf sie. In der feudalistischen Metropole findet Cale in der aristokratisch geordneten Handlungswelt des Romans eine mögliche Liebe, trifft auf Widerstand und Ablehnung und muss Kämpfe bestehen. Doch seine antrainierte Härte lässt ihn alle Anfechtungen überstehen.
Bis zum Schluss doch noch sein Inneres aufgewühlt wird.

Paul Hoffman legt auf 480 Seiten ein packendes Fantasy-Entwicklungsepos vor. Mit seiner klaren Sprache treibt er Wort für Wort die Geschichte voran und entwickelt so eine dichte Atmosphäre, die den Leser in den Bann zieht.

Die Handlungsorte sind weder in Zeit noch Ort genau bestimmt, Ortsnamen wie Memphis lassen Assoziationen eines nie historisch existenten Amerikas entstehen, die Bewohner erinnern an das Italien der Renaissance, York an die Wälder Englands.
Egal aber, wo und wann diese Welt existiert, eines gilt vor allem für diese Welt: Unsicher ist sie und gefährlich.

Gewalt ist an der Tagesordnung und Hoffman versteht es, diese Gewalt ebenso plastisch zu schildern, wie er den handelnden Personen Tiefe und Schattierungen verleiht. Bis in die Nebenfiguren hinein tauchen nur wenig eindeutig einzuordnende Figuren auf, Überraschungen im Handeln der Protagonisten sind damit vorprogrammiert.

Natürlich ist dementsprechend auch die Hauptfigur des Cale nicht eindimensional als „reiner Held“ angelegt, Härte und Grausamkeit liegen auch in dieser Figur, wie im ganzen Roman, vor.
In der Schilderung seines Zweikampfes gegen Solomon Solomon fällt es, bei allem Verständnis für Cales Prägung im Kloster und die Umstände des Kampfes, nicht leicht, die Sympathie für ihn durchweg aufrecht zu erhalten.

Gut so, denn so bleibt, neben der spannenden Geschichte, auch die Frage, wohin Cale sich innerlich entwickeln wird, als ständiger, spannender Begleiter beim Lesen im Raum.

Eine Frage, die über das konkrete Ende dieses Buches hinausreichen wird. Die Geschichte von Cale ist durch Paul Hoffman als Trilogie hin angelegt, zwei weitere Bände werden (hoffentlich bald) folgen.

Ein Fantasy Epos aus einem Guss, ein nachvollziehbarer und dennoch immer wieder überraschender Entwicklungsroman, der den Leser mitten hinein in das Geschehen nimmt und auf die Fortsetzungen warten lässt! Empfehlenswert nicht nur für Fantasy Liebhaber.

[*] Diese Rezension schrieb: Michael Lehmann-Pape (2010-05-20)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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