Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Garri Kasparow - Warum wir Putin stoppen müssen
Buchinformation
Kasparow, Garri - Warum wir Putin stoppen müssen bestellen
Kasparow, Garri:
Warum wir Putin stoppen
müssen

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

Als das von Moskau aus dirigierte Sowjetsystem zusammenbrach und die durch es unterworfenen Staaten ihre Unabhängigkeit zurückerlangten, war dies ein großer Sieg für die Freiheit. Die Unterdrückung, die Millionen Menschen für Jahrzehnte jede Hoffnung nahm und welche die kommunistischen Machthaber gern für immer fortbestehen lassen wollten, verschwand innerhalb weniger Tage, Monate und Jahre. Nur die wenigsten Menschen haben die Ereignisse von 1989 vorausgesehen, viele jedoch haben sie herbeigesehnt. Ein neues Zeitalter schien anzubrechen, der Kampf der Systeme hatte sich zugunsten des humaneren entschieden; bald verschwanden auch die sowjetischen Besatzungstruppen aus Osteuropa. Der Faschismus und sein eben so hässlicher Zwillingsbruder Kommunismus hatten in den meisten Ländern der Welt ausgespielt. Manche Voreilige riefen gar das Ende der Geschichte aus. Ein Irrtum, wie wir spätestens seit dem Ausbruch der russischen Aggression in der Ukraine wissen, denn während sich der größer gewordene Westen auf seinem Sieg ausruhte, schwang sich der Ex-KGB-Mann Putin zum Diktator Russlands auf, um seine Revanche vorzubereiten und der Welt zu beweisen, dass der Verlierer dazugelernt und neue Kräfte gesammelt hat, mit denen er erneut ganze Völker ins Unheil stürzen kann. Der Erdölpreisboom hatte so viel Geld in Putins Kassen gespült, dass er sich sogar einen deutschen (Ex-)Bundeskanzler kaufen konnte, dessen pro-russische Parteinahmen noch heute grotesk nachhallen.

Wir müssen uns mit unserem neuen alten Feind Russland wieder auseinandersetzen, seine zahlreichen schmutzigen Taten zwingen uns dazu. Das aktuelle Buch des langährigen Schachweltmeisters Garri Kasparow ("Warum wir Putin stoppen müssen. Die Zerstörung der Demokratie in Russland und die Folgen für den Westen"), der im hoffentlich sicheren Exil lebt, tut genau dies. Der Westen hat den Kalten Krieg gewonnen, aber dieser Sieg hat ihn nachlässig gemacht; das Böse ist noch immer in der Welt - natürlich auch direkt unter uns. Kasparow kennt diese Situation aus seinem Leben als Schachspieler:

Zitat:

Each victory pulls the victor down slightly and makes it harder to put in maximum effort to improve further. Meanwhile, the loser knows that he made a mistake, that something went wrong, and he will work hard to improve for next time. The happy winner often assumes he won simply because he is great. Typically, however, the winner is just the player who made the next-to-last mistake.

Für Kasparow ist die neue russische Diktatur nicht plötzlich erschienen, sondern Schritt für Schritt. Mal wurde hier ein Fernsehsender vom Staat übernommen, mal dort; mal hier ein Kritiker ermordet, mal dort; Russland marschierte in Georgien ein, annektierte die Krim, entfesselte den Krieg im Donbass, überschüttet den Westen mit seiner faschistoiden Hass-Propaganda, befeuert die Extremisten von links und rechts, damit sie das europäische Haus zum Einsturz bringen. Kasparow schreibt, dass wir nicht genau wissen können, welcher Schrecken als nächster kommt, nur, dass weitere und weitere kommen werden, so lange Putin an der Macht ist. Für allzuviele Schrecken hat Putin bereits gesorgt. Es hilft aber nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, so wenig, wie es hilft, den Arzt zu verfluchen, der eine schlimme aber zutreffende Diagnose stellt. Die Krankheit bleibt. Kasparow will genau dieser Arzt sein - weil er ihm entstammt, kennt er das Land, über das er schreibt, und er meint, dass seine Leute eine bessere Regierung verdient haben, dass es Zeit wird, dass Russland mit den Gespenstern der Vergangenheit aufräumt und zu einer echten Demokratie wird. Ein Wunsch, der heutzutage hoffnunglos erscheint - so wie damals der Wunsch nach dem Zusammenbruch des Sowjetsystems.

Der russische Bär ist nicht über Nacht zu einem freundlichen Kuscheltier geworden. Er hat noch immer Hunger und eine Mordslust. Für sein Leben gern verschlingt er Menschen und ganze Ländereien. Wir müssen ihm zeigen, dass wir ihm das, was er bereits in der Vergangenheit in Europa und auf der ganz Welt angerichtet hat, nicht als modernisierte Wiederholung erlauben werden.

Kasparow im Netz:
http://www.theotherrussia.org (Englisch)
http://www.Kasparow.ru (Russisch)

[*] Diese Rezension schrieb: Arne-Wigand Baganz (2016-02-12)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Garri Kasparow ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Nordische Magie Schamanismus und die RunengeheimnisseThorsson, Edred:
Nordische Magie Schamanismus und die Runengeheimnisse
Eine Technik „unsere authentische individuelle und kollektive Seele aus den Tiefen des Hel (den Toten) und den Höhen Asgards (dem egwiegen und dennoch transzendenten Leben)“ verspricht diese Publikation des amerikanischen Kultautors und Runenspezialisten Edred Thorsson, der sich schon seit 1972 mit Runden, germanischer Mythologie, [...]

-> Rezension lesen


 Unchained. Die blutige WahrheitScholten, Michael:
Unchained. Die blutige Wahrheit
Rechtzeitig zur „Tournee“ des neuen Films von Quentin Tarantino „The H8ful Eight“ ist diese Biographie vom Riva Verlag erschienen, die so brandaktuell ist, dass sogar noch von den Stationen des auf 70mm Großbildleinwand produzierten Filmes erwähnt werden. Nur ausgewählt Filmtheater weltweit können diesen Film überhaupt [...]

-> Rezension lesen


Und du bist nicht zurückgekommenLoridan-Ivens, Marceline:
Und du bist nicht zurückgekommen
Fünfzehn Jahre alt ist Marceline Rozenberg, als sie 1944 zusammenmit ihrem Vater von den Nazis festgenommen wird und deportiert wird. Sie kommt nach Birkenau und überlebt dort wie durch ein Wunder, der Vater kommt in Auschwitz ums Leben. Kurz vor seinem Tod gelingt es dem Vater auf einem kleinen Zettel eine Botschaft an seine Tochter [...]

-> Rezension lesen


 Herr Wondrak rettet die Welt, juchheJanosch, Herr:
Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe
Die Leser der ZEIT kennen Janoschs Herrn Wondrak, der einem manchmal wie ein Alter Ago des berühmten Zeichners vorkommt, seit langem aus dem der liberalen Wochenzeitung beiliegenden ZEIT-Magazin. Mit der Genehmigung des Zeitverlags hat der Droemer Verlag nun eine Auswahl der bisher seit 2013 erschienen Folgen in einem Buch [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.014376 sek.