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Hatem Khraiche - Orbiter 9 - Das letzte Experiment
Buchinformation
Khraiche, Hatem - Orbiter 9 - Das letzte Experiment bestellen
Khraiche, Hatem:
Orbiter 9 - Das letzte
Experiment

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(Bücher frei Haus)

„Was macht das für einen Sinn, sein halbes Leben damit zu verschwenden, irgendwohin zu kommen, meint die junge Helena, die in einer Art Raumschiff aufgewachsen ist und dieses noch nie in ihrem Leben verlassen hat. Ihre Eltern hatten sie damals dort ausgesetzt, damit der Sauerstoff genau bis zu dem Moment ausreicht, wo ein Techniker auf sie stoßen würde, der das Raumschiff, dann wieder flott machen könnte. Als Alex, der Techniker, dann tatsächlich zu Helena stößt, verändert sich aber nicht nur ihr Status, sondern auch ihr Weltbild.

Die Komplexität der Welt

Der schönste erste Kuss der Kinogeschichte, denn Helena hat noch nie einen anderen Menschen berührt, geschweige denn geküsst und natürlich will sie von Alex mehr, als dass er nur das Raumschiff „repariert“. Und ebenso natürlich führt der erste menschliche Austausch unweigerlich zur Revolution, denn Helena entdeckt gemeinsam mit Alex, dass ihr Raumschiff Orbiter eigentlich ein Simulator ist und „hinter dieser Tür“ die Welt auf sie wartet. Die existentialistische Düsterkeit ihrer Raumschiffwelt wird alsbald durch jene der wirklichen Welt ersetzt und das geht nicht ohne Getöse. Alex, der als er nach seinem ersten Besuch wieder auf der Erde zurück ist, seinen Psychologen-Wolf konsultiert, erkennt bald, dass die 9 Orbiter, die scheinbar im Weltraum betreut werden, alle ausgesetzte Kinder von Wissenschaftlern sind, die ihren Beitrag zur zukünftigen Kolonialisierung des Weltraums leisten wollen. Auch Helenas Eltern gehören auch zu diesen Verbrechern, wie Alex die Wissenschaftler nennt, zu denen eigentlich auch er gehört. Selbst durch die Berührungen Helenas verändert, beschließt er, Helena aus dem Simulator-Orbiter herauszuführen, doch - wie der Film sehr realistisch zeigt – ist die Umstellung alles andere als einfach.

Noch mal von vorne anfangen

Denn wenn die eigene Weltanschauung, die einem jahrelang eingeimpft wurde, zusammenbricht, ist dies mit vielen Geburtsschmerzen verbunden. Helena will erst nicht raus, aus ihrem Gefängnis, sie kann dann nicht „scharfstellen“, die Augen, die Ohren, die Geräusche alles spielt verrückt, als sie das erste Mal die Erde betritt. Die totale Reizüberflutung, da die Welt einfach zu komplex ist für jemandem, der sein Leben lang nur von technischen Geräten umgeben war. Der langsam geschnittene Film mit langsamen wirkungsvollen Einstellungen ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch ein existentielles Drama. Eine kitschige Regenszene mit coldplayartiger Musik (hört sich so die Musik des 21. Jahrhunderts an?) ist als Hommage an Wong Kar-Wie nicht ganz ungelungen, aber die eigentliche Frage, die der Plot stellt ist, was geschieht wirklich mit uns, wenn wir von allen, die wir lieben, getrennt werden und nur mehr in einer metallenen Mülltonne um die Erde kreisen. „Wir reden von der Chance für uns als Spezies nochmals von vorn anzufangen.“, meint Alex, als sie schließlich von der Security aufgedeckt werden. „Selbst der hellste Stern verblasst einmal“ und so begeben sich Helena und Alex freiwillig in ein neues Forschungsprogramm, allerdings mit der Versicherung, dass die gemeinsamen Kinder auf der Erde aufwachsen dürfen – wieder ohne ihre Eltern.

Hatem Khraiche
Orbiter 9 - Das letzte Experiment
Mit Clara Lago, Álex González, Andrés Parra, Belén Rueda u.a.
Spanien/Kolumbien 2017
DVD, Science Fiction, ca. 91 min,
Sprachen: Deutsch, Spanisch, Untertitel: Deutsch
FSK: ab 12
Extras: Trailer
Koch Media Film

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2017-12-14)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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