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Patrice Leconte - Der Mann der Friseuse (75min)
Buchinformation
Leconte, Patrice -  Der Mann der Friseuse (75min) bestellen
Leconte, Patrice:
Der Mann der Friseuse
(75min)

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(Bücher frei Haus)

Dieser liebevolle und zeitlose Film aus dem Frankreich von 1990 über die Ewigkeit der Liebe erscheint erstmals auf DVD und enthält auch umfangreiches Bonusmaterial. Darunter befindet sich ein Interview mit dem Regisseur Patrice Leconte (37 Min) sowie der Kurzfilm „Die glückliche Familie“ (11min). Der kleine Antoine (Jean Rochfort) fasst schon als kleiner Junge den Entschluss, eine Friseuse zu heiraten, worauf er von seinem Vater gleich eine Ohrfeige erhält. War es dieser süße Schmerz, der ihn an seinem Traum ein Leben lang festhalten ließ? Erst als guter Mitfünfziger trifft er seine ideale Kandidatin, um sich seinen Traum endlich wirklich zu verwirklichen. Die schöne Mathilde (Anna Galiena) arbeitet alleine in ihrem Friseursalon und es scheint, dass Antoine auch ihr einziger Kunde ist. Der Heiratsantrag ist dann ebenso unprätentiös wie ihre Antwort, mit der sie sich zwar eine Woche Zeit läßt, aber die natürlich nur „JA“ lauten kann.
So beginnt ein ruhiger, langsamer Film voller Erotik und Sinnlichkeit und der Hoffnung auf die ewige Liebe, die bald elendiglich enttäuscht werden wird. Doch zuerst wird geheiratet, natürlich im Frisörsalon und während das Brautpaar von ein paar wenigen Gästen umringt ist, erscheint der „traurige Mann“, der sich seinen Bart stutzen lassen möchte, damit er weniger traurig aussieht. Mathilde erfüllt ihm sogleich seinen Wunsch und schneidet ihm im Brautkleid die Haare, welch schönes Bild voller Anmut, doch als der „traurige Mann“ sich dann schließlich ohne Bart sieht ist er noch trauriger. Die beiden verbringen ein wunderschönes Leben zu zweit im Frisörsalon, auch ihre Hochzeitsreise ist kurz, weil sie sich schon so sehr auf ihr richtiges Leben freuten, wie Antoine dem Zuseher bereitwillig erzählt. Dieses Leben spielt sich hauptsächlich im Salon ab, obwohl sie eigentlich dauernd dort sind, verdienen sie fast kein Geld, sie wollen ihre Zeit auch gar nicht damit verschwenden, Geld zu verdienen. Abends schließen sie das Geschäft zu und Mathilde knöpft ihr Kleid auf. Sie betrinken sich mit selbstgemixten Cocktails aus After Shave und Eau de Cologne, lieben sich auf dem Steinfußboden des Geschäfts oder wachen auf seinen sonnendurchfluteten Fliesen auf. Antoine arbeitet eigentlich nichts, er lebt allein davon, seiner Mathilde beim Arbeiten verleibt zuzusehen und ihr dabei zuzuwinkern. Die beiden brauchen weder Freunde noch Kinder noch Familie, sie sind alleine glücklich, doch auch dieser Traum kann nicht ewig wären: „Dass Sie mich einmal nicht mehr lieben, das ist meine größte Angst.“, schluchzt Mathilde eines Tages und schon nimmt das Verhängnis seinen Lauf.
Aber Antoine findet einen Weg seine eigene traurige zu überwinden, er tanzt zu arabischer Musik, die übrigens von Michael Nyman ausgesucht wurde, und bringt so manchen Kunden zum Lachen, denn Antoine hat zwar ein gutes Rythmusgefühl, aber eine schreckliche Figur und dazu noch einen Schnauzer! „Die glühende Agonie der Rose“ zitiert ein Kunde einen Dichter und bald wird einem der tragische Gehalt dieser Worte bewußt, wenn Mathilde sich während eines Gewitters auf den Schoß ihres Antoine zu sitzen. Es ist vor allem auch ein Film über das Altern, das Alt werden und die Vergänglichkeit des Lebens, vor allem aber der Liebe. „Der Tod ist zitronengelb und riecht nach Vanilla“ sagt Antoine an einer Stelle. „Ich gehe, damit du mich nie vergisst“, schreibt Mathilde und wohl auch, damit die Liebe ewig lebt...Ein sehr poetischer Film, der etwas die Geschwindigkeit aus dem Leben rausnimmt, entschleunigt und einem wieder die Sinne für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens öffnet. Und die, sind nur mehr mit dem Herzen zu sehen.

Patrice Leconte - Der Mann der Friseuse (75min)
Interview mit dem Regisseur Patrice Leconte (37 Min) sowie der Kurzfilm „Die glückliche Familie“ (11min)
Pierrot Le Fou/AL!VE
www.atmedien.de

Bestellnummer: 6412217
EAN: 4042564122176

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2010-06-14)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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