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Michael Lindsay-Hogg - The Rolling Stones: Rock And Roll Circus
Buchinformation
Lindsay-Hogg, Michael - The Rolling Stones: Rock And Roll Circus bestellen
Lindsay-Hogg, Michael:
The Rolling Stones: Rock
And Roll Circus

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(Bücher frei Haus)

Im Dezember vor genau 45 Jahren wurde der „Rock And Roll Circus“ mit den wichtigsten Protagonisten des damaligen Rockbusiness gedreht: Jethro Tull, Taj Mahal, Marianne Faithfull, The Who, Eric Clapton (direkt vom Break-Up mit Cream) und den Stones selbst natürlich. John Lennon formte kurzerhand mit Eric Clapton, Keith Richards and Mitch Mitchell (von The Jimi Hendrix Experience) eine einmalige Allianz unter dem Bandnamen The Dirty Mac, die auch eine Performance der japanischen Frau des Ex-Beatles, Yoko Ono, miteinbezog. Der „Einzug der Artisten“ in die Arena (Entry of the Gladiators by Julius Fučík) mit Pauken und Trompeten erinnert mehr an Monty Python‘s Flying Circus, denn an ein ernsthaftes Rockkonzert, aber der britische Humor gehört ja auch zum Konzept der Show. Die Rolling Stones selbst präsentieren in der zweiten Hälfte des als BBC TV Show geplanten „Rockzirkus“ ein Six-Song Set, das einerseits eine neue Nummer („You Can't Always Get What You Want“) vorstellte, andererseits mit Mick Jaggers Performance als einen vom Teufel besessenen Mann in dem Song „Sympathy For the Devil“ seinen absoluten Klimax fand.
Sympathie für den Teufel um fünf Uhr früh
Der Höhepunkt der Performance der Rolling Stones fand erst in den Morgenstunden eines langen Drehtages statt und bedurfte dreier „Takes“. Um fünf in der Früh wälzte sich ein erschöpfter Mick Jagger auf dem Boden der Zirkusarena und entblößte teuflische Tätowierungen auf seinem jungen, adonischen und durchtrainierten Körper, der nicht nur ihm selbst erfreutes Kreischen ob der wiedergewonnen Freiheit entblößte, sondern auch den Teilnehmerinnen dieser unvergesslichen Performance in einem Zirkuszelt auf irgendeinem Gottesacker außerhalb Londons. Damals bestanden die Rolling Stones noch aus Bill Wyman, Charlie Watts, Keith Richards, Jagger und Brian Jones, der kurz darauf, im Juli 1969 tot in seinem Swimming Pool aufgefunden wurde. Böse Zungen behaupteten lange Zeit, dass die Stones selbst an seinem Tod schuld gewesen seien, weil sie Jones, den Bandgründer, isoliert hatten. Vielleicht wagten sie es deswegen so lange nicht, dieses Zeitdokument aus den Wilden Sechzigern zu veröffentlichen: erst 1996 kam es als VHS endlich ans Licht der Öffentlichkeit.
Rock bis Performance
Aber die Stones waren mit ihrer eigenen Performance im Film, der neue Maßstäbe setzen sollte - nicht nur weil er zwei Genres miteinander verknüpfte – einfach nicht zufrieden und da die geplanten Neuaufnahmen aus Zeit- und Geldnot nie mehr stattfanden, dauerte es fast dreißig Jahre, bis der Film dann doch noch erschien. Damals wurde auch gemunkelt, dass The Who die Stones an die Wand gespielt hätten, aber wer sich ihre Mini-Oper mit Songs wie „A Quick One While He's Away“ ansieht, wird dann doch eher enttäuscht, obwohl sie musikalisch natürlich wirklich sehr gut waren. Erwähnenswert ist aber in jedem Fall John Lennon’s Auftritt mit The Dirty Mac und ihrem „Yer Blues“ aus der Feder von Lennon/McCartney, der noch durch eine Gesangs-Performance von Yoko Ono und Ivry Gitlis („Whole Lotta Yoko") zu einer wilden Improvisation erweitert wird. Natürlich lässt sich auch hier über Geschmack (nicht) streiten.
Aged Well…Like Good Wine
„It`s aged well, which is more that you can say for a lot of us“, meint ein Ex-Stone im Off-Kommentar auf der zweiten Tonspur der vorliegenden DVD. „We were knackered. There will never be another 1968. It really captures the flavour“, der Stone weiter. In die Pausen zwischen den Auftritten der Musiker wurden übrigens tatsächlich die Auftritte echter Zirkusartisten des englsichen Robert Fosset's Circus eingebaut, darunter Feuerschlucker, Artisten, Akrobaten. Die 2004 erschienen „Rock and Roll Circus“ DVD wurde in 5.1 surround sound remastered und mit additional footage und neuen Kommentaren von Jagger, Richards, Ono, Regisseur Michael Lindsay-Hogg, ex-Stones Bassist Bill Wyman und anderen versehen. Die Songlist der Stones vereint Jumpin' Jack Flash, Parachute Woman, No Expectations, You Can't Always Get What You Want, Sympathy for the Devil und Salt of the Earth zu einem unvergesslichen Theaterabend im Zirkus. Weitere Filme über die Rolling Stones und die Wilden Sechziger finden sich auf der gleichnamigen Homepage von Abkco Records.

Michael Lindsay-Hogg
The Rolling Stones: Rock And Roll Circus
Live album DVD by The Rolling Stones
Released 14 October 1996
Recorded11–12 December 1968
Genre: Rock, blues-rock, hard rock
DVC Length 59:05 Language English
Label ABKCO
http://www.abkco.com/index.php/films

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2013-10-26)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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