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Jack London - Martin Eden
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London, Jack:
Martin Eden

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(Bücher frei Haus)

Jack London war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Abenteurer, am 23. April 1907 erfüllte er sich seinen Lebenstraum und lichtete die Anker seiner eigens erbauten „Snark“, die ihn 30.000.- Dollar gekostet hatte - damals ein Vermögen. Er wollte damit in sieben Jahren die Welt umrunden und damit bis zum Yangtse vordringen, aber dennoch jeden Tag seine tausend Wörter schreiben, denn er hatte einige Verträge mit Illustrierten, die ihm helfen sollte die Reise mit Reiseberichten aus erster Hand zu finanzieren. 1907 entstanden auch die ersten Seiten seines hier vorliegenden Romans „Martin Eden“, der in einer Neuübersetzung von Lutz-W.Wolff bei dtv in einer gebundenen Fassung erschienen ist und ursprünglich den Titel „Success“ (Erfolg) tragen hätte sollen. Sein Thema: Klassengegensätze und das Abenteuer Leben.

Kaleidoskop der Erinnerung
250.000 Exemplare verkaufte der Roman noch zu Lebzeiten des Autors, was seine Frau Charmian, die ihn auf der Reise mit der Snark begleitet hatte, und London gut brauchen konnten: bei ihrer Rückkehr nach Glen Ellen hatten sie 30.000 Dollar Schulden angehäuft, genauso viel also wie das Schiff gekostet hatte. Die Parallelen zwischen dem Protagonisten seines Romans und ihm selbst sind also tatsächlich unübersehbar, denn sowohl Eden als auch London fuhren zur See, waren Autodidakten und orientierten sich an Herbert Spencer. Beide wollten aus der Arbeiterklasse stammend in der bürgerlichen Welt ankommen und „die Gegensätze zwischen Arbeitswelt und Müßiggang, Proletariat und Bourgeoisie, Gesundheit und Krankheit, Gemeinschaft und Individuum“ überwinden, wie Lutz-W.Wolff im Nachwort zu seiner Neuübersetzung schreibt.

Sozialismus oder Raubtierindividualismus?
In der Auseinandersetzung mit der Predigt eines Reverend Brown wehrt sich Jack London aber gegen dessen Verteufelung seines Romans mit folgenden Worten: „Ich habe Martin Eden weder als Autobiographie noch als Parabel darüber geschrieben, welches Ende einen Menschen erwartet, der nicht an Gott glaubt, sondern als Anklageschrift gegen den selbstgefälligen Raubtierindividualismus, als dessen Vertreter sich auch Mr. Brown zeigt.“ Martin Eden sei gestorben, nicht, weil er nicht mehr an Gott glaubte, sondern weil er nicht mehr an den Menschen glaubte, so London in seiner Entgegnung über seinen Roman, der als erster existenzialistischer Roman Amerikas gilt, da er die Entfremdung des modernen Menschen von der Gesellschaft, seinen Wurzeln und von sich selbst thematisiert. Einen Sinn jenseits von Gott zu finden, das machte nach ihm, 1925, erst wieder ein F. Scott Fitzgerald oder Sartre und Camus zwei Dekaden später.

Jack London
Martin Eden
Roman
Neu übersetzt, mit einem Nachwort, Anmerkungen und einer Zeittafel von Lutz-W. Wolff
528 Seiten, dtv, gebunden
ISBN 978-3-423-28081-5
EUR 24,00 € [DE], EUR 24,70 € [A]

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2017-03-01)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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