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Rezensionen


 
Milo Manara - X-Men Frauen auf der Flucht
Buchinformation
Manara, Milo - X-Men Frauen auf der Flucht bestellen
Manara, Milo:
X-Men Frauen auf der
Flucht

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(Bücher frei Haus)

Joe Quesada, Chefredaktion von Marvel Comics, spricht in seiner Einleitung zu vorliegendem Comic ironisierend aus, was sich viele nicht zu sagen trauten: der blanke Neid erfasst einen, wenn man die Strichführung Manaras betrachtet, der es wie kein anderer Comiczeichner vermag, das „Schöne und Ehrfurcht gebietende“(O-Ton) auf Papier zu bannen. „Denn trotz meiner eingestandenen Eifersucht überwiegen bei mir die uneingeschränkte Bewunderung, der unumwundene Respekt und die große Liebe für seine inspirierenden Arbeiten“, schreibt Quesada weiter. Chris Claremont schrieb dann die Geschichte, die Manara zeichnerisch umsetzte und so entstand das erste Superhelden-Comic von Manara, der eigentlich mit dem Sujet selbst so gar nicht vertraut ist. Vielleicht werden auch aus diesem Grund und zum Leidwesen der beteiligten X-Women ihre Superkräfte außer Kraft gesetzt. Nichtsdestotrotz erwarten den Leser überraschende Perspektiven und Stunts, wie man sie von keinem anderen Zeichner kennen wird. Allein das Titelbild, die Wasserfallszene, entwickelt in der Geschichte eine Dynamik, die sich aus sich selbst immer wieder erneuert und repliziert. Ein X-Girl fällt auf das andere und gibt es an die nächste weiter, am Ende sind alle gerettet, bis auf Rachel. Was geschah eigentlich mit dieser Rachel?

Die eigentliche Story ist die Entführung von Rachel Summers-Grey, auch Ray genannt, durch eine geheimnisvolle Bande Krimineller. Ray hat telekinetische und telepathische Fähigkeiten, die selbstverständlich den anderen X-Women dabei helfen, sie aufzuspüren. Aber was, wenn sie gar nicht gerettet werden will? Doch zuerst müssen die anderen Fünf ein Abenteuer bestehen, das sich gewaschen hat, oder zumindest durch einen Wasserfall ist. Dieser führt sie nämlich ins Reich der Cargo-Fetischisten, eines Clans, der Flugzeuge als Götter verehrt und diese auch mit Vorliebe durch Abschießen zu sich runter bringt, um ihnen von der Erde aus besser huldigen zu können. Die Cargo-Kultisten und ihr Anführer machen anfangs einen eher unheimlichen Eindruck auf die X-Girls, doch bald werden sie zu ihren Verbündeten zur Rettung Rachels von den Entführern. Denn die eigentliche Gegnerin ist eine geheimnisvolle Baronin, die die Fähigkeit besitzt, die Superkräfte der anderen außer Gefecht zu setzen und sie für sich selbst einzusetzen. Kann man gegen einen solchen Gegner überhaupt gewinnen? Bald wird sich das Blatt wenden, denn die Baronin kämpft bald alleine gegen die X-Girls, nachdem diese ihre Soldaten locker ausgeschaltet haben. Am Ende tragen sie außer einem abgebrochenen Fingernagel nicht einmal ein paar blaue Flecken davon. Und das ganz ohne Superkräfte! Wie machen die das nur, diese X-Women? Es reicht eben nicht, Superkräfte zu haben, man muss auch das Köpfchen haben, sie richtig dosiert einzusetzen. Nick Lowe, der Redakteur, schreibt im Nachwort: „Manaras sexy gezeichnete Frauen sind anmutig. Sie wirken ein wenig verrufen. Und sie sind sinnlich. Aber das beste ist, dass sie real sind. Besonders für jemanden wie mich, der mit amerikanischen Superhelden-Comics zu tun hat.“ Natürlich muss auch er einräumen, dass sie nicht gerade die Mädchen von nebenan repräsentieren, doch sie könnten es ja sein. Milo Manaras Zaubertrick ist also gelungen, denn man wieder an eine Illusion glauben kann, ist man wieder im Einklang mit dem Kosmos. Manaras erster Versuch in die Superhelden-Welt einzutauchen ist zeichnerisch also sicherlich als geglückt zu bezeichnen. Man kann jetzt schon gespannt sein, wie es mit der Werkausgabe im Herbst weitergeht, wo Manara wieder mit Hugo Pratt in „El Gaucho“ zusammen arbeitet.

Milo Manara/Chris Claremont
X-Men
Frauen auf der Flucht
www.paninicomics.de

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2010-10-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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