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Rezensionen


 
Anthony Mann - Das schwarze Buch (The Black Book aka Reign of Terror)
Buchinformation
Mann, Anthony - Das schwarze Buch (The Black Book aka Reign of Terror) bestellen
Mann, Anthony:
Das schwarze Buch (The
Black Book aka Reign of
Terror)

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(Bücher frei Haus)

„The problem was she had a little black book/And my name was written on every page/Well a girl’s gotta make ends meet/Even down Jubilee Street“, singt Nick Cave in einem seiner neuen Songs und auch wenn der Film von Anthony Mann ganz sicher nicht zur Inspiration für „Jubilee Street“ diente ist doch auch hier die Frage nach dem „little black book“ prekär: Zur Zeit der Französischen Revolution will der Patriot Charles d’Aubigny (Robert Cummings) Robespierres verschwundenes schwarzes Buch finden, denn es soll bald zum Schlüssel seiner Machtergreifung werden, für die der Jakobiner über Leichen zu gehen bereit ist. Aber bald kommen dem in eine andere Rolle geschlüpften Charles Zweifel an der Version von Robespierre, denn einer, der unbedingt an die Macht will, wird nicht unbedingt die Wahrheit sagen. Bald schon wird sich herausstellen, wer das Buch wirklich versteckt hat.

Es mag verwirrend sein, dass ein Film Noir Film im 18. Jahrhundert spielt, aber doch lassen sich die typischen Elemente des Genres auch in „Das schwarze Buch“ erkennen. Tatsächlich spielt auch die Flucht aufs Land eine große Rolle, die dem Liebespaar als Verschnaufpause dient, um neue Kraft zu sammeln. Doch nicht einmal auf dem Land ist man mehr sicher vor den Schergen des Terrors und so kann nur mehr eine Offensive das drohende Unglück verhindern. Eine Veröffentlichung der Liste im schwarzen Buch würde das Ende des herrschsüchtigen tugendhaften Robespierre bedeuten. Also wird das Ziel von Charles bald ident mit dem des Geheimpolizisten Fouché und vielleicht gelingt es ihnen ja mit vereinten Kräften, das schwarze Buch zu finden? Die eher komödiantische Lösung wie das Buch dann tatsächlich gefunden wird, passt durchaus in den vom Genre gesetzten Rahmen.

„Das schwarze Buch“ zeigte aber auch in der Zeit, in der es gedreht wurde, 1949, durchaus Wirkung. Der Autor Howard Fast hatte den US-Antikommunismus ebenfalls als eine neue Terrorherrschaft, ein „Reign of Terror“ (siehe alternativer Filmtitel), bezeichnet und damit wohl nicht nur bei den Zensurbehörden für Aufregung gesorgt. Wenn am Ende des Films das „The End of the Reign of Terror“ statt einfach wie sonst üblich „The End“ eingeblendet wird, ist dies eigentlich nur auf das Ende des Films bezogen, nicht aber auf die Herrschaft des Totalitarismus insgesamt. Denn dieser konnte sich in der Demokratie USA in den Fünfzigern noch weiter ausbreiten bis McCarthy schließlich über seinen eigenen Schatten stolperte, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls gilt „Das schwarze Buch“ nicht zuletzt auch aufgrund seines zeitgenössischen Kommentars als Film Noir der ersten Güte, auch wenn dafür einige historische Details bezüglich Robespierres etwas „gerafft“ wurden, wobei es tatsächlich stimmt, dass dem, der so viel Hass gepredigt hatte, das Kiefer weggeschossen wurde und der Demagoge somit stumm aufs Schafott geführt wurde. Ansonsten hätte es wohl noch eine Konter-konter-revolution gegeben, denn der Pöbel ist zu allem verführbar.

Anthony Mann
Das schwarze Buch (The Black Book aka Reign of Terror)
Darsteller: Robert Cummings, Richard Basehart, Norman Lloyd u.a.
USA 1949, Thriller, ca. 86 min, Deutsch, Englisch Untertitel Englisch
Koch Media Film Noir Collection #14: Das schwarze Buch (DVD)
bei Koch Media
Digitally Remastered

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2014-01-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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