Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Winfried Prost - Rhetorik und Persönlichkeit
Buchinformation
Prost, Winfried - Rhetorik und Persönlichkeit bestellen
Prost, Winfried:
Rhetorik und
Persönlichkeit

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

Persönlichkeit und Charisma

Neben der Fachkompetenz haben sogenannte „weiche“ Faktoren in den letzten Jahren an Bedeutung gerade für Persönlichkeiten in Leitung und Führung erheblich zugenommen. Sozialkompetenz, sicheres Auftreten, klare Kommunikationsstrukturen, all das und noch einiges mehr an Kompetenzen lässt sich in dem, nicht leicht genau zu bestimmenden, Begriff Charisma bündeln.

Im Titel bereits tritt die Intention des Buches zu Tage.
In der Verbindung von Rhetorik, Persönlichkeit, selbstsicherem Auftreten und Charisma werden jene Strukturen der Persönlichkeit hervorgehoben, die, sich gegenseitig bedingend, zu einem überzeugenden Auftritt führen. Der Schwerpunkt des Buches liegt dabei auf der antiken Kunst der Rhetorik, dennoch kommt der Blick auf die eigentliche Grundlage jeder überzeugenden Handlung und Rede, die individuelle Persönlichkeit, nicht zu kurz.
Die eigenen Ziele jeweils anderen bestmöglich verständlich zu machen und durch das eigene Handeln die Ziele dann zu erreichen, das ist das Grundanliegen der Arbeit des Coachs Winfried Prost.

Dem Gesamtkonzept folgend betont er bereits in der Einleitung, dass es mit erlernten rhetorischen Methoden dabei nicht getan ist. Die Grundlage allen überzeugenden Auftretens und zielorientierten Handelns und Redens ist die Klarheit des eigenen Zieles und der eigenen Position. Rhetorik ist keine aufgetragene Schminke, sondern ein wichtiges Instrument, aber eben erst nach der Klärung des eigenen Standpunktes, des eigenen Zieles und der möglichen Hindernisse auf dem Weg der Umsetzung einer zielorientierten Strategie.

Im Aufbau bietet Prost zunächst einen Überblick über Chancen und Risiken der Rhetorik, betont sodann die Wichtigkeit der Persönlichkeit im Blick auf das notwendige Überzeugungspotential und lässt einen gründlichen Blick auf sprachliche und nonverbale Mittel zur Überzeugung folgen. Inhaltlich abschließend behandelt er die Schritte einer optimalen Redevorbereitung und differenziert diese für konkrete, verschiedene Redeanlässe.

Abgeschlossen wird das Buch von einer nachdenklich-humorvollen Aphorismen-Sammlung zur Redekunst. Das man zwei Jahre braucht, um Sprechen zu lernen und derer 50, um das Schweigen zu lernen (Ernest Hemingway) sollte dabei allen, die das Buch nur als Hilfe für einen möglichst glatten Auftritt mittels geschliffener Worte betrachten, ein Hinweis auf die nötige Verständnistiefe eines echten überzeugenden Auftritts sein.

In die gleiche Richtung verweist das Kapitel über nonverbale Kommunikation. Allgemein bekannt dürfte sein, dass es leicht ist, mit Worten zumindest wahre Absichten zu verschleiern, wenn nicht gar zu Lügen, dass es aber fast unmöglich ist, mit dem Körper zu Lügen.
Dass 70% der Glaubwürdigkeit des jeweiligen Redners sich bei den Zuhörern durch die Körpersprache entscheiden, ist eine wichtige Information für die notwendige eigene, innere Überzeugung. Das Unbehagen vieler bei so manchen politischen Reden und Statements ist auf dieser Grundlage leicht zu erklären. Beste Stilmittel nutzen letztlich nichts, wenn sie der Verschleierung oder Täuschung dienen.

Da allerdings die Beachtung eigener körpersprachlicher Signale ein wichtiges Moment ist, die eigene Überzeugung glaubwürdig zu transportieren, wird diese von Prost zu recht intensiv und gut umsetzbar thematisiert. Mit einfach zu verstehenden Hinweisen wird hier, wie auch in den anderen Kapiteln, einem freien, überzeugenden und mit ganzer Persönlichkeit gestalteten öffentlichen Auftritt der Weg bereitet.

Leider kommt an der ein- oder anderen Stelle ein vertiefender Blick auf Übungen zur praktischen Umsetzung des Gelesenen ein Stück zu kurz.
Das z.B. eine natürliche Mimik die eigene Person hervorragend transportiert ist einsichtig, wie aber unter der Anspannung öffentlicher Situationen jene innere Freiheit ermöglicht werden kann, die für eine solch entspannte Mimik notwendig ist, ist nicht wirklich erkennbar.
Sich einfach mal so zu sich zu bekennen und die Masken fallen lassen ist nicht falsch, aber interessant wäre schon, was dazu im Vorfeld verhelfen könnte.

An anderer Stelle wiederum, im Blick auf den Umgang mit Angriffen und Widerständen, wird Winfried Prost wesentlich konkreter und damit praktisch hilfreicher.

Im Gesamten eine flüssig lesbares und einsichtige Betrachtung wichtiger Elemente für einen überzeugenden Auftritt, die auch die notwendige Grundlage an innerer Aufrichtigkeit und persönlicher Überzeugung in der Sache nicht verschweigt.
In den Thesen und in den fundierten Hinweisen auf die vielfachen Mittel der Rhetorik ist das Buch einsichtig, überzeugend, hilfreich und informativ dargestellt.
Bei manchen Themen wären praktischere Vertiefungen wünschenswert, die bei anderen Themen durchaus hilfreich geliefert werden.
Wieweit das Gelesene letztlich der Entfaltung des eigenen Charismas dient, bleibt dann allerdings weitgehend der Fantasie des Lesers überlassen, diese Frage wird nicht explizit beantwortet.

[*] Diese Rezension schrieb: Michael Lehmann-Pape (2010-05-31)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Winfried Prost ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Caroline und der 53. GastPersdorf, Thomas:
Caroline und der 53. Gast
Schillers Schädel, Goethe und wir. Leipzig 1980. Caroline von Löschwitz lebt inmitten Ihrer Familie ein den Verhältnissen entsprechend eingerichtetes Leben als Lehrerin. Klavier und Schiller, Schüler und ihre lebenskluge Großmutter, die für Gemütszustände anfällige Mutter und der etwas steife, ordentliche [...]

-> Rezension lesen


 SeptemberleuchtenGülich, Martin:
Septemberleuchten
Warum muss der Literaturbetrieb eigentlich alles, was sich verkaufen soll, als Roman bezeichnen? Martin Gülichs "Septemberleuchten", im Herbst 2009 bei Nagel & Kimche veröffentlicht, ist eher eine längere Erzählung, rund 120 Seiten kurz. Weniger noch, ein Protokoll, durchgehend im Konjunktiv abgefaßt, wie die Wiedergabe [...]

-> Rezension lesen


Das SchweigenWagner, Jan Costin:
Das Schweigen
Nach seinem Erfolgskrimi "Eismond" legte Jan Costin Wagner, deutscher Autor mit finnischer Ehefrau und daher einer naturgemäß nicht nur literarischen Affinität zum großen menschenarmen Land im Norden Europas, mit "Das Schweigen" im Jahr 2007 seinen zweiten Roman um den Turkuer Kommissar Kimmo Joentaa vor. Er [...]

-> Rezension lesen


 Hier im RegenLangenegger, Lorenz:
Hier im Regen
Schweizer, zumal Berner Helden stehen im Ruf, langsame Zeitgenossen zu sein, auch in der Literatur. Viele Figuren von Gottfried Keller bis in die Postmoderne hinein legen diesbezüglich ein entsprechendes Zeugnis ab. Auch Langeneggers Protagonist Jakob Walter macht da keine Ausnahme, erscheint zunächst als der Archteypus eines [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.018401 sek.