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Rezensionen


 
Carlo Schäfer - Schmutz, Katz und Co. Das erzählerische Werk. Mit einem Vorwort von Thomas Wörtche. CulturBooks unplugged,
Buchinformation
Schäfer, Carlo - Schmutz, Katz und Co. Das erzählerische Werk.  Mit einem Vorwort von Thomas Wörtche. CulturBooks unplugged, bestellen
Schäfer, Carlo:
Schmutz, Katz und Co.
Das erzählerische Werk.
Mit einem Vorwort von
Thomas Wörtche.
CulturBooks unplugged,

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(Bücher frei Haus)

Der leider kürzlich (2015) verstorbene Carlo Schäfer ist ein Meister des Humors, wie man auch in diesen hier vorliegenden vier Kurzgeschichten lustvoll feststellen kann. Sein Talent als Kabarettist und Musiker blitzt auch zwischen den Zeilen dieses Buches hervor und erhellt das Gemüt, so witzig sind seine Texte geschrieben. Dem deutschen Lesepublikum wurde Schäfer vor allem als Krimiautor ab 2002 bekannt. Sein Protagonist, der Erste Hauptkommissar Theuer, Mitte 50 und grüblerisch und desillusioniert, löst mit seinen Team-Kollegen Haffner, Leidig, Stern und Senf fünf literarisch dokumentierte Fälle. Der Schöpfer des Erste Hauptkommissars Theuer studierte übrigens selbst einmal Germanistik und unterrichtete zehn Jahre als Hauptschullehrer in Mannheim, was man seiner ersten Geschichte im vorliegenden Band auch anmerkt, denn wer könnte das Lehrersein so milieugetrau schildern, hätte er nicht selbst einmal die Segnungen dieses wunderbaren Berufes genossen?

Lehrer Dr. Katz: ein echter Pädagoge!
Lehrer Dr. Katz ist eine sehr witzige, pointiert geschriebene Geschichte, die vor lustigen Einfällen nur so sprüht. Die beiden zeitlichen Ebenen in denen sie spielt sind einerseits die Kindheit des Katz und andererseits seine Probleme beim Unterrichten an der Schule. Auch ein Lehrer war schließlich einmal ein Schüler, aber die meisten vergessen es dann wohl nach dem abgeschlossenen Studium, wenn sie auf die SchülerInnen losgelassen werden. Ist es späte Rache, die sie dazu trieb ausgerechnet diesen Beruf zu ergreifen? Beim jungen Katz entstehe der Entschluss Lehrer zu werden jedenfalls schon früh in der Kindheit, als er den Zusammenhang zwischen Freude und Schmerz erkennt „und infolge davon und dieser erlebten Macht, dieser über allem stehenden Macht, erwuchs ihm noch etwas: der brennende Wunsch, Lehrer zu werden“. Eine Lehrerin hatte ihm für die erlittene Schmach durch seine Mitschüler nach Vorlesen seines Schulaufsatzes eine Schokolade überreicht. Selbstverständlich ohne dass es die anderen gesehen hätten. Ein berufener Pädagoge?

Die Klasse als Schiff im Sturm
Später als Lehrer erlebt er seine Klassen wie ein Schiff: „mitunter Sturm“, denn Dr. Katz liebte nautische Analogien zur geschönten Wiedergabe seines Tuns. „Dabei passt nur eine wirklich: rudern“, schreibt Schäfer süffisant über seinen Protagonisten, der stets versucht, das Ruder noch einmal herumzureißen. Aber es nützt alles nichts, denn Katz ist Alkoholiker und die haben es ja bekanntlich nicht so mit dem Steuer(n). „Sein Leben spulte sich in zähen Intervallen zwischen den verschiedenen Ferien ab. Die Jahre gingen ins Land“, eine Beschreibung für das Leben von LehrerInnen, die wohl nicht nur auf den fiktiven Dr. Katz zutreffen dürfte. Kapitel V besteht gar nur aus dem Satz: „Was Katz in den Sommerferien gemacht hat? Nichts.“ Auch das trifft die Lehrerseele hart, aber herzlich.

Schule als Metapher
Carlo Schäfer arbeitete als Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg (Institut für deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik) und trat gerne auch live auf und besonders sein kurpfälzischer Lokalkolorit bei den Schilderungen der Atmosphäre an den Schauplätzen in Heidelberg und Mannheim macht seine Geschichten lesenswert authentisch. „Der Tod dreier Männer“, „Kinder und Wölfe“ sowie „Kurpfalz is Himmel“ sind ebenfalls im vorliegenden Band enthalten.

Carlo Schäfer
Schmutz, Katz und Co. Das erzählerische Werk.
Mit einem Vorwort von Thomas Wörtche. CulturBooks unplugged,
Culturbooks, Oktober 2016, Hardcover mit Lesebändchen, 304 Seiten
Auch als eBook erhältlich
ISBN 978-3-95988-019-0
20,00 Euro (D), 20,50 Euro (A)

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2017-03-24)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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