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Martin Schäuble - Black Box Dschihad
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Schäuble, Martin:
Black Box Dschihad

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(Bücher frei Haus)

Schon in seinem 2007 veröffentlichten Buch "Die Geschichte der Israelis und Palästinenser", einem beispielhaften Buch über einen unendlichen Konflikt, hatte sich der freie Autor und Sozialforscher Martin Schäuble als ein profunder und unabhängiger Kenner der Geschichte und der aktuellen Situation im Nahen Osten gezeigt. Selten konnte man, für Jugendliche, aber für Erwachsene anschaulich aufbreitet, diesen nach wie vor existierenden Konflikt so gut verstehen.

Schon damals zeichnete Martin Schäubles Arbeit aus, dass er nicht aus der Distanz recherchierte und schrieb, sondern dass er Betroffene zu Wort kommen ließ, ohne deren Aussagen gleich zu bewerten. Aus den unterschiedlichen Berichten von Palästinenser und Israelis sollte der jugendliche Leser sich eine eigene Meinung bilden.

Diese Art der schriftstellerischen und sozialforschenden Arbeit hat er auch in seinem neuen Buch angewendet, für das seine Rechercheleistung und die vielen Reisen, die er unternehmen und die zahllosen Gespräche, die er führen musste, noch umfangreicher waren als bei dem ersten.

Er erzählt parallel die Lebensgeschichten von Daniel, einem als Mitglied der Sauerland-Gruppe verhafteten und verurteilten Dschihadisten und von Saed, der in Nablus aufwächst und als Selbstmordattentäter in Israel viele Menschen mit sich in den Tod reißt.

Wie kommt es, dass hier im Saarland, wo Daniel aufwuchs und dort in Nablus, wo Saed lebte, ein Jugendlicher zum Dschihadisten wird ? Das ist die Frage, die Schäuble interessiert und der er vorurteilsfrei nachgegangen ist.

Um an aussagekräftige Quellen zu kommen, das Lebensumfeld der beiden jungen Männer hier wie dort kennenzulernen und selbst zu spüren und mit Menschen zu sprechen, die zum Leben dieser beiden dazugehörten, (Familie, Nachbarn, Freunde, Lehrer etc.), hat Martin Schäuble wie ein echter Anthropologe jeweils mehrere Monate im "Feld" gelebt. Er wohnte lange Zeit im Saarland, wo er das Leben von Daniel recherchierte und er hielt sich mehrere Monate in Nablus auf, wo er nicht nur die Geschichte von Saed erforschte und besser verstand, sondern auch eine ganze von Gewalt geprägte Kultur.

Das Buch eignet sich hervorragend als Einführung in eine komplexe Thematik. Schäuble will verstehen, wie ein junger Mann zum Dschihadisten wird. Bei Daniel, dem Sauerland-Bomber, kommt er zu dem Schluss:
"Im Falle des deutschen Konvertiten sind unter anderem fehlende Bindungen und gestörte Beziehungen verantwortlich", und bei Saed konstatiert er: "Das Lebensfundament des Palästinensers ist auch nachdrücklich durch die alltägliche Gewalterfahrung in den besetzten Gebieten gestört worden."

Wer mehr darüber erfahren will, der sei auf das zeitgleich erschienene Buch "Dschihadisten. Feldforschung in den Milieus. Die Analyse zu Black Box Dschihad" hingewiesen, das bei Hans Schiler verlegt wurde.

Martin Schäuble, Black Box Dschihad, DTV 2013, ISBN 978-3-423-62539-5

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2013-03-20)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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