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Rezensionen


 
Christian Schüle - Wie wir sterben lernen. Ein Essay
Buchinformation
Schüle, Christian - Wie wir sterben lernen. Ein Essay bestellen
Schüle, Christian:
Wie wir sterben lernen.
Ein Essay

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(Bücher frei Haus)

Über eine lange Zeit war es in unserer Gesellschaft Standard, den Tod und seine Begleitumstände, wie etwa den Schmerz, das Leid und das Elend, das manches Mal mit dem Sterben verbunden ist, zu verdrängen. Ich erinnere mich noch gut an das entsetzte Aufstöhnen in der Trauerhalle, als ich bei meinen ersten Bestattungen als junger Pfarrer Anfang der achtziger Jahre beim Namen nannte, dass etwa ein Mensch an Krebs verstorben war. Auch heute noch gibt es viele Menschen, die ihre eigene Sterblichkeit und ihren Tod verdrängen und so tun, als gälten diese Gesetze für sie nicht.

Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel verändert. Bestattungsrituale und Interpretationsmuster sind aus den Kirchen ausgewandert auf dem freien Markt der Sinnangebote. Der Tod und das Sterben haben sich gewandelt. Der freie Autor und Publizist Christian Schüle spürt diesen Wandel in all seinen Facetten in einem sensiblen und feinen Essay nach. Er nähert sich auf eine sehr persönliche Weise dem Thema an, mit genauen Beobachtungen, aus denen er vorsichtige Schlussfolgerungen zieht
Der Essay liest sich wie eine Art persönlicher Reisebericht in die Welt des eigenen Sterbens und Todes. Auf sprachlich hohem Niveau geschrieben, eignet sich der Text als Einstieg in die eigene Beschäftigung mit dem Thema ganz hervorragend
Am Ende schreibt er wie eine Art conclusio: „Ich will den Tod, wenn er eines Tages kommen wird, als notwendigen Teil meines Lebens begriffen habe. Das ist geistige Arbeit. Wie ich mein Leben plane und geplant habe, so will ich auch mein Sterben planen und für den Todesfall geplant haben. Ich denke heute, mir im Alter schuldig zu sein, dass ich mir am Ende des Lebens mit Liebe begegnet bin. Selbstliebe im Falle des Sterbens ist das letzte Zeichen, das ich zu hinterlassen wünsche.
Ich weiß nicht, wo ich im letzten Moment meines Lebens sein werde. Ich weiß nicht in welchem Zustand ich dann sein werde. Ich weiß nicht, ob ich das Glück habe, schnell, friedlich und schmerzbefreit zu sterben oder das Unglück, in Schmerzen vom Leben ausgewrungen zu werden. Auch wenn ich all das nicht weiß und niemand es vor der Erfahrung je wissen kann, weiß ich eines gewiss: dass ich Herr über mein Sterben sein will. Ich weiß, dass dies jetzt geht. Ich weiß, dass ich anfangen muss, sterben zu lernen.“
Der Psalm 90 drückt das seit 2500 Jahren so aus: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

Christian Schüle, Wie wir sterben lernen. Ein Essay, Pattloch 2013, ISBN 978-3-629-13042-6

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2013-10-23)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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