Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Sebastian Schütze - William Blake. Die Zeichnungen zu Dantes Göttlicher Komödie. Visionen von Himmel und Hölle
Buchinformation
Schütze, Sebastian - William Blake. Die Zeichnungen zu Dantes Göttlicher Komödie. Visionen von Himmel und Hölle bestellen
Schütze, Sebastian:
William Blake. Die
Zeichnungen zu Dantes
Göttlicher Komödie.
Visionen von Himmel und
Hölle

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

„Vielleicht ist keine Übertreibung, wenn man Dantes Entwurf eines wohlgeordneten Jenseits, wo Strafe und Belohnung klar geregelt sind und endlich eine höhere Gerechtigkeit obsiegt, als geniales Gegenbild zu seinem eigenen dramatischen Schicksal liest“, schreibt Maria Antonietta Terzoli in ihrem Beitrag zu William Blakes Illustrationen von Dante Alighieris Werk. Der Vertreter und Apologet von Florenz war aufgrund politischer Fehleinschätzungen gezwungen, seine so sehr geliebte Heimatstadt bis zu seinem Tode (1321) nicht mehr zu sehen, da er aus ihr schon 1302 – im Alter von 37 Jahren - verbannt worden war. Aber in seinem unverschuldeten Exil schrieb er die Divina Commedia für die man ihn heute noch kennt, obwohl deren Titel eigentlich von Bocaccio stammte, der – selbst ein wichtiger Dichter – auch zum ersten Biografen Dantes geworden war, auf den man sich heute noch bezieht, weil von Dante selbst keine Autografen oder ähnliches mehr existiert.
Antike und „Moderne“
Die Reise durch das Inferno, Purgatario und das Paradies wird in 14.233 Versen und hundert Gesängen beschrieben. Dabei spielt besonders die Dreierstruktur und auch der antike Dichter Vergil, der quasi die Erzählkunst an den „modernen“ Dichter Dante weitergibt, eine tragende Rolle. Dante begegnet – quasi von Vergil an der Hand genommen – den wichtigsten Dichtern der Antike, Homer, Horaz, Ovid, Lukan, aber auch anderen antiken Gestalten wie Minos, Cerberus, Pluto und Phlegias, Kentauren und Harpyien. Aber er begegnet auch den berühmtesten Liebenden: Kleopatra, Helena, Paris, Dido und der tragischen Geschichte von Paolo und Francesca. Im Paradies schließlich verlässt ihn Vergil und Beatrice begleitet ihn ans Ziel. „Wie einem, der träumend etwas sieht, wovon ihn beim Erwachen nur mehr die Erregung bleibt, das übrige aber nicht mehr wiederkehrt, so geht es mir, denn meine Vision hat sich nahezu aufgelöst, aber noch spüre ich im Herzen Tropfen des Entzückens das sie mir bereitete. So löst der Schnee sein Siegel in der Sonne; so verlor sich Wind der Spruch der Sibylle auf den Blättern“, heißt es im berühmten 33. Gesang, in dem Dante Gott begegnet.
Moderne und Beyond
Der „sozialrevolutionäre Utopist, esoterische Mystiker und visionäre Prophet“ William Blake (1757-1827), wie ihn Sebastian Schütze in vorliegendem Band tituliert, widmete den größten Teil seiner Illustrationen dem „Inferno“ (72), während das Purgatorio mit 20 und dem Paradiso sogar nur 10 gewidmet werden. William Blakes Zeichnungen befinden sich eigentlich in sieben verschiedenen Institutionen, aber die vorliegende TASCHEN-Edition hat sie alle unter einem Buchdeckeldach vereint. Weiters werden Arbeiten von Sandro Botticelli, Michelangelo, Eugène Delacroix, Gustave Doré und Auguste Rodin zum Thema abgebildet und ausführlich erläutert. 14 Klapptafeln machen auch kleinste Details sichtbar.
„Trotz ihres hohen Alters hat die Divina Commedia nichts an Aktualität verloren und vermag bis heute, den Leser zutiefst zu berühren: Obwohl Ort und Zeit für den heutigen Leser nicht fremder sein könnten, sind die Geschichten und Leidenschaften der handelnden Figuren so aktuell und spannend, dass sie zur Metapher für universelle Gefühle werden“, fasst Maria Antonietta Terzoli den Anspruch des Werkes treffend zusammen. Der Versuch die antike mit der christlichen Welt zu verbinden machte Dante’s Divina Commedia auch zu einem Grundstein des europäischen Gedankens, da sich gerade auf diesen beiden Säulen Europa auch aufbaut.

Sebastian Schütze, Maria Antonietta Terzoli
William Blake. Die Zeichnungen zu Dantes Göttlicher Komödie. Visionen von Himmel und Hölle. Zum 750. Geburtstag von Dante: William Blakes Zeichnungen zur Göttlichen Komödie
Hardcover, in Leinen gebunden, mit 14 Ausklappern und Leseband, 28,5 x 39,5 cm, 324 Seiten
TASCHEN Verlag, € 99,99

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2015-03-26)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Sebastian Schütze ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Jakobs MantelWeaver, Eva:
Jakobs Mantel
„Diese bewegende, vor dem Hintergrund des Warschauer Ghettos und seiner Nachwirkungen erzählte Gesichte ist ein beeindruckender Beweis der erlösenden Kraft von Kunst in einer brutalen, gewalttätigen Welt.“ Mit diesen Worten hat der Professor für Holocaust-Studien, Antony Polonsky, der selbst 1989 das Tagebuch von Abraham Lewin [...]

-> Rezension lesen


 Ungeduld des HerzensZweig, Stefan:
Ungeduld des Herzens
Ungeduld des Herzens ist Stefan Zweigs einziger Roman. 1939 entstanden, wird er hier in einer wunderbaren neuen Ausgabe bei Manesse wieder aufgelegt. Sein Titel weist auf das zentrale Thema der Erzählung hin, das falsche Mitleid, das dem anderen nicht hilft, sondern schadet. Der Roman spielt unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs [...]

-> Rezension lesen


Schmutzige KriegeScahill, Jeremy:
Schmutzige Kriege
Dieses Buch des angesehenen Journalisten und Reportes Jeremy Scahill. der schon mit „Blackwater“ (ebenfalls bei Kunstmann) lange verdeckt gebliebene Tatsachen enthüllte, wird das Bild, das man hierzulande von der amerikanischen Politik zum einen und von Barack Obama im Besonderen hatte, verändern. Die gegenwärtige Debatte um den [...]

-> Rezension lesen


 ReplayStein, Benjamin:
Replay
"Pan schweigt" sollte das Buch nach den ersten Plänen von Benjamin Stein heißen, dessen Entstehungsgeschichte er bis etwa zur Hälfte des Buches fast täglich auf seinem literarischen Weblog "Turmsegler" dokumentierte. Das hängt mit dem Beginn des Buches zusammen, das mit seinem Ende eine Klammer bildet, zwischen [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.016160 sek.