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Robert Siodmak - Zeuge gesucht
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Siodmak, Robert - Zeuge gesucht bestellen
Siodmak, Robert:
Zeuge gesucht

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(Bücher frei Haus)

„Two strangers meet in a bar. Two tickets. No names. No addresses. “ So beginnt der Film Noir Klassiker „Zeuge gesucht“ in bedeutungsschwangerer Atmsophäre. „„Just two companians for the evening, that’s the only condition on which I go“, eilt die beteiligte Frau hinzuzufügen und dem Mann soll’s auch recht sein. „Chiqui-chiqui-chiquita“ heißt es dann bei der Show, die sich die beiden Fremden in einem Revuetheater mit den Tickets des Mannes ansehen. Der Trommler des Orchesters zwinkert der Frau zu, so wie er es bei jeder Frau im Publikum versucht und verliert prompt den Takt. Die beiden Fremden sind sich noch nie begegnet, aber haben einen schönen Abend miteinander verbracht, der Gentleman begleitet die Frau an ihren Ausgangspunkt zurück und bald ist sie wieder verschwunden, genauso, wie sie aufgetaucht ist, wie ein Fantom in der Nacht.

Fantome in der Nacht
Scott Henderson (Alan Curtis) kehrt in die Wohnung seiner Frau zurück, mit der er eigentlich ins Theater gehen wollte, aber in der Wohnung warten drei Männer auf ihn, denn seine Frau ist tot. Scott gilt nun plötzlich als Hauptverdächtiger der Anklage und nur seine Sekretärin Carol „Kansas“ Richman (Ella Raines) glaubt an seine Unschuld, denn der Ingenieur Hendersen, Scott, hat keine Freunde in New York, die meisten sind im Ausland und von der Jury glaubt keiner seine ziemlich frei erfunden klingende Geschicht von der „Phantom Lady“. Am Ende hält er sich selbst für verrückt und glaubt, sie nur erfunden zu haben und seine Frau wirklich ermordet zu haben, wenn da nicht „Kansas“ wäre.

Die letzte Hoffnung: „Kansas“
Carol „Kansas“ macht sich auf die Suche nach der Phantom Lady, indem sie alle Stationen jener für Scott so verhängnisvollen Nacht aufsucht, zuerst die Bar, dann das Revuetheater. Sie verkleidet sich sogar als Animiermädchen, um dem Trommler Avancen zu machen und dieser schleppt sie erst auf eine illegale Hinterhof-Jazz-Session (wo würde das besser hinpassen, als ins New York der 40er?) und dann zu sich nach Hause. Bald entdeckt Carol, dass alle Zeugen jenes für ihren Chef so verhängnisvollen Abends von jemandem bestochen wurden und beinahe muss sie selbst daran glauben, hätte sie sich nicht rechtzeitig mit einem Polizeikommissar verbündet. „Only a fool or an innocent man would think of such an alibi“, ist dieser (Inspektor Burgess: Thomas Gomez) überzeugt. Plötzlich taucht auch der Geschäftspartner Hendersons aus Südamerika wieder auf und die Dinge beginnen sich zu verkomplizieren.

Stadt vs. Land
Als sich Carol „Kansas“ mit dem Täter in seiner Wohnung befindet, die von lauter Büsten gesäumt ist, zeigt der Regisseur alles, was in ihm und einem wirklichen „Film Noir“ drinnenstecken kann. Die Atmosphäre ist so dicht und düster, dass einem wahrlich das Grauen aufsteigt und vielleicht hat sich ein gewisser Helmut Newton gerade an diesem Film für seine Fotos inspiriert. Carol ist jedenfalls mit diesem mad man eingesperrt und scheint für immer verloren und als dieser mit seiner scheinheiligen Erklärung anhebt, weiß sie, dass auch sie verloren ist. „I never liked the cities…“, meint er und klagt die Moderne selbst als Ursache seiner Verbrechen an.

Stadt vs. Land
Besonders eindringlich ist auch die Szene vor dem Spiegel im Theater, die ein Highlight cineastischer Film Noir Kultur darstellt. Der Roman „Phantom Lady“ von William Irish, einem Pseudonym von Cornell Woolrich, war die Vorlage zu diesem erstklassigen Genre-Film der Geschichte geschrieben hat. „Phantom Lady“ wurde von Joan Harrison, einer langjährigen Mitarbeiterin Alfred Hitchcocks, produziert. „Spannender, psychologisch stimmiger Kriminalfilm, dessen raffiniert konstruierte Romanvorlage geschickt umgesetzt wurde. Überraschende Wendungen und Perspektivwechsel sowie einige äußerst suggestiv entwickelte Sequenzen machen den Film zu einem der reizvollsten Vertreter des film noir“, schreibt auch das Lexikon des Internationalen Films über „Phantom Lady“. Die beste Nebenrolle wird übrigens von Estela Monteiro als Aurora Miranda („Chiqui-chiqui-chiquita“, siehe oben) gespielt. Ein Klassiker.

Robert Siodmak
Zeuge gesucht
Originaltitel: Phantom Lady
Film Noir Reihe Nr. 15 von Koch Media
Mit Booklet und ausklappbarem Kartoncover

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2014-01-12)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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