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Rezensionen


 
Robert Siodmak - Die Killer
Buchinformation
Siodmak, Robert - Die Killer bestellen
Siodmak, Robert:
Die Killer

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(Bücher frei Haus)

„I‘m thru with all this running around“, meint ehemalige Boxprofi Ole „Der Schwede“ Anderson, der durch die schönen Augen einer Frau auf die schiefe Bahn geriet. Als ein Freund ihn in seiner Bude warnen kommt, will Ole nichts davon wissen und wartet stattdessen lieber auf seine Hinrichtung. Denn „Die Killer“ werden ihn ohnehin erwischen, egal wo er sich versteckt. Wozu also noch weglaufen? Hinzu kommt natürlich, dass er auch seine große Liebe verloren hat und ohne sie lohnt sich das Leben ohnehin nicht mehr. Nach dem aufsehenerregenden Intro, in dem die Killer in einem amerikanischen Diner nach Ole suchen und ihn schließlich dann auf seinem Zimmer erledigen, wird der Versicherungsdetektiv Reardon mit dem Fall betraut und dieser ist so ehrgeizig, dass er die ganze Geschichte noch einmal aufrollt und schließlich auch die wahren Schuldigen entlarvt. Denn besonders das zeichnet das Noir Genre ja aus: dass ein Unschuldiger dran glauben muss. Wie so viele Unschuldige während des Krieges dran glauben mussten.

The more I know of Love
Kitty Collins (Ava Gardner), der Name sagt schon, dass sie eine Femme fatale sein muss, singt bei ihrem ersten Auftritt auf einer Party in einem Privathaus das Lied „The more I know of Love“ und als Ole sie sieht ist auch seiner durchaus charmanten Begleitung (Lilly) bald klar, dass sie nichts mehr bei ihm zu melden hat, da Ole sich völlig verfallen Kitty’s Gesang zuwendet. Daraufhin bestellt Lillly beim Butler statt eines „harmlosen Vermouth“ einen Cognac und Ole versenkt sich in die Bewunderung von Kitty, die natürlich schon dem Obergangster und Gastgeber gehört. Das klingt jetzt schon nach ziemlich großen Problemen, aber der Versicherungsdetektiv spürt immer mehr Zeugen auf, die in Rückblenden ihre Geschichte zu Ole „Der Schwede“ Anderson und Kitty Collins erzählen. Natürlich ist bei all diesen Geschichten Kitty der Ursprung allen Übels und Untergangs für den ehemaligen Boxprofi Ole, der wie ein Kind ihrem Charme erliegt, schließlich sind dagegen selbst seine Fäuste machtlos.

Der Weg in die Hölle
Da alle Beteiligten Angst vorm „stir“ (Häfn) haben, erzählen sie Reardon bald alles und so kann er mit seinem von Kitty stammenden irischen Halstuch bewaffnet, bald alle Geständnisse aus den Beteiligten ganz ohne Gewalt herauspressen. Als sich Kitty am Ende aber selbst als das entlarvt, was sie eigentlich ist – sie versucht den sterbenden Colfax zu überzeugen für sie auszusagen – meint der Commissioner nur lapidar: „Don`t ask a dying man to lie his soul into hell“. Auch Schönheit schützt eben vor Strafe nicht. Wer immer noch glaubt, schöne Menschen seien prinzipiell auch gut, wird nicht nur in „The Killers“ eines besseren belehrt. Der Film, der nach einer Kurzgeschichte von Ernest Hemingway gedreht wurde gilt als Meisterwerk seines Genres und beinhaltet alle klassischen Ingredienzien, die dieses Genre auch definieren. Neben dem Jazz, der Nachtbar und den schönen Frauen auch den klassischen unschuldigen Helden, der ohne sein Zutun, in eine dumme Sache hineingerät und dafür dann an Stelle anderer zur Rechenschaft gezogen wird. Die Geschichte des Kleinen Mannes also, der für andere in den Krieg zieht und von einer Sirene seiner letzten Hoffnungen auf das Gute beraubt wird.

Film Noir Collection Koch Media Entertainment
Robert Siodmak
The Killers (USA, 1946)
Deutsch: Rächer der Unterwelt, nach einer Kurzgeschichte von Ernest Hemingway
DVD/BluRay 102 Minuten, 2014
Mit Burt Lancaster, Ava Gardner, Edmond O’Brien

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2014-12-08)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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