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Rezensionen


 
Oliver Stone - Savages
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Stone, Oliver:
Savages

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(Bücher frei Haus)

Die beiden besten Freunde Chon (Taylor Kitsch) und Ben (Aaron Taylor-Johnson) sind Marihuana Bauern in Laguna Beach, Kalifornien. Die Samen die Chon als Afghanistan-Kämpfer mitgebracht hat, sind so gut, dass ihr „pot“ sogar dem der hiesigen Mafia den Rang abläuft, was diese natürlich sofort auf den Plan ruft. Denn sie wollen eine Beteiligung und bieten dafür Schutz an. Doch Ben ist ein Gutmensch, ein Grüner, er will keine Zusammenarbeit, weil sein Gewinn in grüne Projekte fließen soll und nicht indirekt die Mafia unterstützen soll. Auch Chon hat keine Lust, seine Gewinne zu teilen, denn er weiß, wenn er Elena Sánchez (Salma Hayek), dem Kopf der Hydra, einen kleinen Finger gibt, dann wird bald der ganze Arm folgen, nämlich sein Arm. Eine Weile lang läuft alles gut, bis Elena und ihre mexikanischen Bundesgenossen die Schwachstelle von Chon und Ben entdecken: Ophelia.

Poor Ophelia
Vielleicht wollte Don Winslow, von dem ja die Romanvorlage zum Film und dessen Prequel „Kings of Cool“ stammt, mit der Figur der Ophelia, seinem Abgesang auf die Jugendkultur der Sechziger, jene Tiefe verleihen, wie nur eine Figur von Shakespeare es vermag. In seinem „Hamlet“ ist Ophelia nämlich nicht nur die Tochter des Polonius, sondern soll auch mit dem Prinzen von Dänemark verheiratet werden, wenn Gertrude nicht ihren Tod prophezeien würde, der dann auch tatsächlich eintritt. Ähnlich wie bei „Hamlet“ ist vielleicht das Verhältnis von Laertes, dem Bruder von Ophelia und Hamlet, also die Freunde Ben und Chon. Bei Oliver Stone stirbt aber nicht Ophelia, sondern eher die beiden dicken Freunde vor Sorge um Ophelia. Ihre Freundschaft ist so tief, dass selbst Elena an einer Stelle zu der Gefangenen Ophelia sagt: „Glaubst du denn sie lieben dich, wenn sie dich teilen? Nein, sie lieben nur sich selbst.“ Dieses „sich selbst“ kann natürlich beides heißen, sich selbst und den jeweils anderen (Freund). Aber jedenfalls nicht Ophelia. Im Film und Buch kurz „O.“ genannt, ist Blake Lively aber ohnehin nur eine eher blasse Erscheinung, auch wenn sie es eigentlich ist, die die ganze Geschichte von Anfang an erzählt und zu Ende bringt.

Das Beste von zwei Männern
Und beginnen tut die Geschichte mit einer Sexszene zwischen Chon und O., Großaufnahme auf seinem Po, denn er nimmt sie ganz brutal, wie ein Soldat, der seine Kriegsneurosen überwinden muss, aber O. stört das nicht, sie braucht es hart von Chon und weich von Ben, so bekommt sie von beiden ihren Männern jeweils das Beste. O. weiß natürlich von den Drogen, aber sie weiß nichts von dem Angebot des Kartells und so trifft sie die Entführung besonders hart, denn in ihrer Zelle vermisst sie nicht nur den Sex, sondern auch die Drogen. Lado (Benicio del Toro), die rechte Hand Elenas, füttert sie mit beidem, denn er spielt mit seinem aufgeklebten Siebziger-Schnurrbart die brutale Rolle eines enttäuschten Ehemannes im wifebeater- Unterhemd eben nicht nur bei seiner Ehefrau, die die Scheidung von ihm will. Das x-te Comeback John Travoltas erwartet den Zuseher dann in dem korrupten DEA Agenten Dennis, der eine Art Vermittlerrolle zwischen Polizei, Kartell und den beiden Boys einnimmt.

Grandiose Landschaften, schöne Menschen
Die grandiosen Landschaftsaufnahmen, die Stone stets in grellem Sonnenlicht aufnimmt, die Kameraführung, die Atmosphäre der Sechziger versetzt in die 2000er, das Staraufgebot von Del Toro über Travolta bis Hayek, all das kann dann aber doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das nicht gerade Oliver Stone’s stärkster Film ist, das schreiben auch US-amerikanische Kritiker wie etwa „MovieFix's film critic“ Connor Jason, der es poinitiert so ausdrückt: „Savages is a hot mess – beautiful actors and locations mixed with a plot that starts strong but ultimately turns into a snooze-fest. With a lead villain seemingly ripped from the cover of Cosmo magazine, Stone's latest flick savagely disappoints.“ Ich kann dem nicht ganz zustimmen, denn mir haben weder die „beautiful actors“ noch der plot wirklich gut gefallen. Was aber sicherlich bleiben wird, sind die wunderschönen Landschaftsaufnahmen und die Bücher Don Winslows, deren Rezensionen auf dieser Buchseite ich auf‘s (kalifornische-Sommer-)Wärmste empfehlen kann.

Oliver Stone
Savages
Universal
Mit John Travolta,Uma Thurman, Blake Lively, Benicio Del Toro , Salma Hayek, Taylor Kitsch, Blake Lively, Aaron Taylor-Johnson, Demian Bichir, und Emile Hirsch.

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2013-03-03)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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