Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Patrick Süskind - Die Taube
Buchinformation
Süskind, Patrick - Die Taube bestellen
Süskind, Patrick:
Die Taube

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

Jonathan Noel, Wachmann einer Pariser Bank, hat sein nur siebeneinhalb Quadratmeter großes Zimmer im sechsten Stock eines, weiter unten aber nur, herrschaftlichen Gebäudes fast abbezahlt, als ihm eines Morgens der Weg zur Etagentoilette verwehrt wird, weil, durch ein offenes Gangfenster eingedrungen, mit bösem Blick vor seiner Wohnung eine Taube lauert, die mit dunkelgrünem Kot ja alles auch schon bespritzt hat.

Es schließt sich eine der raren Ins-Waschbecken-Pinkelszenen der Weltliteratur an. Gerade noch gelingt es Jonathan, sich mit einigen unverzichtbaren Besitztümern ins Freie zu retten, an der ihm widerlichen Concierge vorbei. Aber jetzt wird er ins Haus möglicherweise auf Jahre hinaus nicht mehr zurückkönnen, geht doch nicht, wenn eine Horrortaube ihm den Flur verwehrt. Seine Ersparnisse, reichen sie hin für ein Dreivierteljahr im Billighotel und den weiterhin dennoch anzustrebenden Kauf des geliebten Zimmerleins?

Für die Lebenseinstellung des über fünfzigjährigen Protagonisten habe ich ein gewisses Verständnis, nämlich, dass man sich separat hält von den Menschen, sie wollen einem nur immer Ärger machen, sich in ein Zimmerchen zurückzieht, wo man bescheiden und ereignislos lebt. Aber: Möchten wir derlei Kindergeschichten für Erwachsene wirklich lesen? Oder tat man es in den späten achtziger Jahren nur, weil nach der süffigen „Parfum“-Postmoderne man von dem Münchner Autor noch mal was anderes wollte, aber nichts mehr kam?

Zitat:

Wie eine Sphinx - so fand Jonathan (denn er hatte einmal in einem seiner Bücher über Sphinxe gelesen) -, wie eine Sphinx war der Wachmann. Er wirkte nicht durch eine Aktion, sondern durch die bloße körperliche Präsenz. Sie, und sie allein, stellte er dem potentiellen Räuber entgegen. „An mir mußt du vorbei“, sagt die Sphinx dem Grabschänder, „ich kann dich nicht hindern, aber vorbei an mir mußt du; und wenn du es wagst, dann wird die Rache der Götter und der Manen des Pharao über dich kommen!


[*] Diese Rezension schrieb: Klaus Mattes (2014-12-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Patrick Süskind ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Rom, RomPasolini, Pier Paolo:
Rom, Rom
„(...) und schwamm unter den Pfeilern des Ponte Sisto“, schreibt Pasolini an einer Stelle seiner hier publizierten Reportagen und wer Rom kennt wird es kaum glauben können, dass es jemals möglich war, an dieser Stelle des Tibers ins Wasser zu gehen. Der Ponte Sisto, der in Pasolinis Geschichten immer wieder eine Rolle spielt, steht [...]

-> Rezension lesen


 Ach, die FrauenMoravia, Alberto:
Ach, die Frauen
Eine Prügelei in der Dreikönigsnacht? Ist denn das der richtige Augenblick? „Ich dachte allerdings immer noch an Giacomina, weniger an sie persönlich, als vielmehr an eine Frau wie sie, die den Lauf der Jahre mit einer Liebe für mich anhalten würde, die so wahr und stark sein würde, wie Giacominas Liebe es gewesen war, und ich [...]

-> Rezension lesen


Fordern wir das UnmöglicheZizek, Slavoj:
Fordern wir das Unmögliche
„Ich war fünf Jahre lang arbeitslos, dann bekam ich einen Job in einem kleinen Forschungsinstitut. (...) Ich habe keine Studenten. (...) Na gut, hier und da unterrichte ich ein wenig, aber ich hasse Studenten immer mehr. (...) Ich mag Universitäten ohne Studenten. Ehrlich.“ Die Fragen an den poppigsten Philosophen unserer Zeit [...]

-> Rezension lesen


 Talking Heads Fear of Music. Ein Album anstelle meines KopfesLethem, Jonathan:
Talking Heads Fear of Music. Ein Album anstelle meines Kopfes
“In meiner schlimmsten Phase, 1980 oder 1981, war meine Identifikation derart vollkommen, dass ich mir vielleicht sogar wünschte, Fear of Music anstelle meines Kopfes, damit mich die Menschen um mich herum besser erkenne konnten“, schreibt Lethem in dieser ausschließlich einem Album gewidmeten „Biographie“. Während die meisten [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.025428 sek.