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Rezensionen


 
Roy Thomas - 75 Years of Marvel Comics
Buchinformation
Thomas, Roy - 75 Years of Marvel Comics bestellen
Thomas, Roy:
75 Years of Marvel
Comics

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(Bücher frei Haus)

Ein volle 7 Kilo schwerer Kult, der es tatsächlich in sich hat: was ursprünglich eigentlich nur bei Schulkindern für Abwechslung sorgen sollte, entwickelte sich alsbald in eine der wichtigsten Säulen der Unterhaltungsindustrie und rettete damit mehreren Generationen von Creative Artists und dem Kino das Überleben. Das Konzept von Marvel war so einfach wie schlüssig: übernatürliche Superhelden in der realen Alltagswelt zu zeigen, mit all ihren Schwächen, Problemen und Lastern. Der neue Ansatz den die Comic-Künstler im Team von Martin Goodman, dem King of Pulps, verfolgten sollte sich auf lange Frist als viel erfolgreicher erweisen, als andere kurzlebigere Helden. Mit den ersten Charakteren wie dem feurigen Androiden Human Torch, dem rachsüchtigen Meeresfürsten Sub-Mariner und dem patriotischen Wunderknaben Captain America schuf Marvel ein mythologisches Universum, in dem sehr viel Herzblut steckte. Dass alle drei Superhelden sich im Kampf gegen die Nazis einig waren, belohnte eine ganze Nation, denn während des Zweiten Weltkrieges schnellten die Auflagen der bebilderten Sprechblasen von 80.000 auf über 500.000 Stück und auch in den „Goldenen Zeiten“, den Sechziger und Siebzigern, konnten diese Rekorde noch gehalten werden, wenn auch mit neuen Charakteren und Superhelden wie Spider-Man, Incredible Hulk, Fantastic Four, Iron Man, Avengers, Thor, X-Men, u.v.m. Zur Feier des 75. Geburtstags von Marvel präsentiert TASCHEN eine mehr als schwergewichtige Dokumentation über den einflussreichsten Comic-Verlag unserer Zeit, für dessen Lektüre es beinahe Superkräfte braucht, um ihn zu stemmen: auf sieben Kilo Papier erwacht ein Universum, das gespickt ist mit Insider-Informationen zu den berühmten Figuren sowie zu ihren Schöpfern wie etwa Stan „the Man“ Lee, Jack „King“ Kirby, Ditko, John Romita, John Buscema, Marie Severin und zahllosen anderen.

Eine ganze Nation im Farbenrausch
„The war-years 1942-45 were a heady for the comics industry. Sales went through the roof, with Timely’s average of 500,000 copies. Not only kids were still buying, but now there were all those bored men in uniform on bases all over the country hungry for something, anything to read.”, schreibt Roy Thomas und weiter: “Comics were lively, cheap and disposable. Youngsters traded them among themselves, while soldiers and sailors read them and then tossed them away.” Aber auch das weibliche Geschlecht kam auf ihre Kosten. Denn mitnichten waren die Helden der damaligen Ära immer Männer, nein, es gab auch sehr viele weibliche Superheldinnen, wie etwa Miss America, die später als Spin off noch lange Jahre als „Patsy Walter“ bis in unsere Tage überleben sollte. Andere Heldinnen hießen Millie the Model, Nellie the Nurse oder Tessie the Typist, quasi „career gals“ der Vierziger, die ihren Männern um nichts nachstanden und Women’s Lib einen ganz schönen Kick nach vorne gaben, so wie ein Sputnik im All. Gleichzeitig sollten die Frauen nach dem Krieg allerdings wieder in ihren klassischen Positionen zurückgedrängt werden und so zeigen auch die Comics der Nachkriegszeit mit wenigen Ausnahmen nur sehr wenige Frauen und noch weniger Superheldinnen. Aber der Krieg gegen Hitlerdeutschland und danach gegen das Böse in der Welt war nun einmal Männersache, schließlich waren die Marvel-Artbüros im Empire State Building auch durchgängig Männer, wie zeitgenössische Fotos in der vorliegenden Dokumentation festhalten. Natürlich lebte das Genre vom Krieg und unterstützte auf seine Art die Männer an der Front, genauso wie es ja Pin-ups auf Flugzeugcockpits gab, die die „Moral der Truppen“ stärken sollten. Wer darin einen Widerspruch sieht, lese Wilhelm Reich

TASCHEN-Publikation bricht Maßstäbe
Der Comic-Historiker und ehemalige Marvel-Chefredakteur Roy Thomas hat diese einzigartige und außergewöhnliche Publikation des TASCHEN Verlages zusammengetragen und mit seinen umfangreichen Kenntnissen der Materie ergänzt. Roy Thomas verfasst seit 1965 Film- und TV-Drehbücher und Comics. Von 1965-80 arbeitete er als Redakteur bei Marvel (1972-74 als Chefredakteur) und war Autor für die Reihen Avengers, Uncanny X-Men, Conan the Barbarian, The Incredible Hulk und Star Wars. Er ist Herausgeber des Comic-Fachblatts Alter Ego und derzeit mit zwei Tarzan-Comics im Web präsent. Der Herausgeber und Artdirector Josh Baker macht schon seit 2005 Bücher für TASCHEN. Zu den zahlreichen Titeln, an denen er mitwirkte, gehören u. a. Fotobände von Dennis Hopper, Bert Stern und Ellen von Unwerth als signierte Limited Editions sowie Popkultur-Bestseller wie 75 Years of DC Comics und Norman Mailers Moonfire. Das Buch im XL-Format enthält nicht nur über 700 Seiten mit fast 2.000 Abbildungen, darunter alte Comic-Hefte, wertvollste Originalseiten, Fotos mit Blicken hinter die Kulissen, Standfotos aus Filmen und Abbildungen gefragter Spielzeuge und Sammlerstücke. Außerdem befindet sich eine über 1,20 m lange illustrierte Zeitleiste in Leporellofaltung im hinteren Teil des Buches sowie Biografien von über 300 Zeichnern, Autoren, Redakteuren und berühmten Fans, die die Geschichte von Marvel mitprägten. Nicht zuletzt kommt das Ganze als Comickoffer in einem Kartonschuber, der die Helden in Action zeigt und einer deutschen Übersetzung als zusätzliche Mini-Ausgabe. Die Entwicklung der Comics zu Graphic Novels, die oben schon angedeutet wird zeigt auch ein Zitat der Washington Post, das so wie viele andere der vorliegenden Publikation entnommen wurde: „Früher hatten Comics einfach ein Titelbild. Heutzutage haben sie glitzernde Titelbilder, an denen man rubbeln und riechen kann, mit Ausstanzungen und Holografien... Heutzutage werden Comics zu Bildungszwecken eingesetzt oder als Geldanlage.“

Roy Thomas Josh Baker
75 Jahre Marvel. Von den Anfängen bis ins 3. Jahrtausend
Hardcover mit Ausklapper und 1,20 m langer Zeitleiste,
Übersetzungsbeiheft, 29 x 39,5 cm, 712 Seiten

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2014-12-29)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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