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Rezensionen


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Alfred Wertheimer - Elvis - The Early Years
“Before the opaque curtain fell” ist der Titel des
Einleitungsessays dieses Fotobuchs, das in Kooperation mit
dem Elvis Presley Estate (Graceland) und earBOOK entstanden
ist. Das Zitat spielt auf das strenge Regiment Colonel
Parkers an, der später einen “undurchdringlichen Vorhang”
über Elvis breitete und ihn damit gänzlich von der
Öffentlichkeit abschirmte. Die vorliegenden Fotos entstanden
in einer Zeit, 1956-58, bevor dieser Vorhang die
Persönlichkeit des jungen Elvis verdecken sollte und der
Fotograf ihn sogar in privaten Szenen, etwa vor dem Spiegel
im Badezimmer, ablichten konnte, ohne dass sein Manager
dabei noch mitreden konnte. Insofern sind die hier
vorgelegten Fotos sicherlich eine Situation, da sie einen
“ungeschminkten” Elvis zeigen, einen Elvis, unzensiert,
offen und durchdringlich.
Im Januar 1956 hatte Elvis den ersten seiner sechs Auftritte
in der Dorsey Brother`s Show und Alfred Wertheimer, der
26-jährige Fotograf, bekam als erster die Möglichkeit den
zukünftigen “King”, der zwar im Süden, nicht aber im Norden
des Landes bekannt war, zu fotografieren. Wertheimer
fotografierte Elvis aber nicht nur auf der Bühne, wie es von
ihm verlangt wurde, sondern auch off-stage. Elvis hatte zu
dem jungen Fotografen schon nach kurzer Zeit Vertrauen
gefasst und ließ sich von ihm etwa beim Fanpost öffnen
fotografieren oder beim Rasieren oder seinem berühmten
“hair-comb-ritual”. Bei weiteren Shows, für deren Fotoshoots
Wertheimer engagiert wurde, entstanden Fotos im Tuxedo oder
mit dem sprichwörtlichen “Hound Dog”, den Elvis in einem
seiner Lieder verewigt hatte.
“In my experience, nobody`s ever made the girls cry. (…)
Anybody who could make the girls cry is going to be a huge
success. And I better stick around”, soll Wertheimer,
fasziniert von einem von Elvis` Liveauftritten, gesagt
haben. Tatsächlich weinten die “girls” nicht nur, sondern
schrieen, tanzten, hupften, kreischten, wenn sie Elvis
sahen. Das versprach tatsächlich ein großer Erfolg zu
werden, und man sollte in der nähe von solchen Leuten
bleiben, die kleine Mädchen zum Weinen bringen, meinte
Wertheimer. Der Fotograf durfte Elvis sogar auf seiner
27-stündigen Zugreise von New York nach Memphis begleiten
und so lernten sich die beiden wohl noch besser kennen,
sodaß weitere intime Fotos entstanden. Dabei machte er ihn
auch beim Flirten zum Verbündeten. Als er zwei Mädchen im
Zug ansprach und die ihm nicht glaubten, dass er Elvis sei,
sagte der King: “See that photographer over there? Would he
be taking pictures of me if I wasn`t Elvis?” Einem Mann wie
Elvis hätte man wohl auch ohnehin geglaubt, oder glauben
wollen.
„Elvis – The Early Years“ präsentiert ein intimes Portrait
des King in den frühen Jahren seiner Karriere von 1954-1959.
Vorliegende Publiktation zeigt eine exklusive Auswahl
Wertheimers Fotografien von Elvis und enthält darüber hinaus
drei Musik-CDs mit den 53 besten Elvis-Songs aus dieser
Zeit. Die Bilder sind zumeist ungekünstelt, spontan und
mittlerweile so berühmt wie Künstler und Fotograf selbst,
sie begleiten Elvis bis zu seiner Einberufung in die US-Army
und zeigen ihn so auch in Uniform, nicht nur im Tuxedo. Als
Elvis 1977 starb hatte Wertheimer seinen großen Durchbruch,
denn jetzt verlangten alle Magazine nach Fotos des jungen
Elvis. So sollte er seinen Fans in Erinnerung bleiben: mit
einer frechen Lippe, charmanten Lächeln und einem swingenden
Becken, das die Welt eroberte.
Elvis – The Early Years
112 Seiten, 96 Bilder, 3 CDs
€ 39.95 (D)
ISBN-13: 9783940004840
[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2010-11-22)
Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.
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