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Ruth K. Westheimer - Mythen der Liebe
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Westheimer, Ruth K.:
Mythen der Liebe

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(Bücher frei Haus)

Eine sinnliche Reise zu den Mythen der Liebe mit der berühmtesten Sexualtherapeutin und internationalen Bestsellerautorin Dr. Ruth Westheimer
Die griechische Götter- und Sagenwelt hat seit jeher Maler und Literaten und solche die es noch werden wollen inspiriert. Aber kaum jemand kennt die wahren Hintergründe, zumeist reduziert sich das wissen über die einzelnen Geschichten auf ein paar Namen: z.B. bei Leda und der Schwan, Europa und der Stier, Orpheus und Eurydike, Aeneas und Dido, Das Urteil des Paris, usw. usf. „Dr. Ruth“ hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die ganze Geschichte zu erzählen und hat zudem aus dem reichen Fundus der europäischen Malerei auch noch die passenden Illustrationen dazu herausgesucht, die in Farbe in diesem Buch über die Mythen der Liebe reproduziert wurden.
Amor und Psyche sind ein Paar, das vor allem auch die Bildhauerei inspiriert hat. Psyche war so schön, dass sogar Venus, die Göttin der Liebe, eifersüchtig auf sie wurde und ihren Sohn, Amor, beauftragte diese mit ihren Pfeilen für einen möglichst unpassenden Mann zu entflammen, damit sie endlich verheiratet wäre und damit keine Konkurrenz mehr für Venus wäre. Doch ausgerechnet Amor selbst verliebt sich in Psyche und widersetzt sich damit sogar seiner eigenen Mutter. Jetzt tobt Venus erst recht, denn damit würde sie zur alten Großmutter gemacht und alle Welt sähe, dass sie nicht mehr so schön wie früher wäre. Die Geschichte hinter der Geschichte wird von Dr. Ruth aber anders interpretiert. Psyche darf ihren Liebhaber nämlich nur nachts „spüren“ und niemals „sehen“. Nur so verspricht Amor ihr, sie ewig zu beglücken, wenn sie damit zufrieden sei, ihn nachts zu treffen. Aber Sex allein genügt der guten Psyche nicht und so will sie eines Nachts den Schleier lüften und verliert auf immer ihren Liebhaber. „Sie muss ihn in vollem Licht sehen“, schreibt Dr. Ruth, „muss ihn als den erkennen, der er ist, egal welches Risiko dies mit sich bringt. Nur wenn sie dies tut, kann ihre Leidenschaft zu Liebe heranreifen.“
Leda und der Schwan wird in einem Gemälde von Correggio wiedergegeben, das 1531 entstand und von Dr. Ruth in Einzelheiten beschrieben wird. Der Schwan, der eigentlich Zeus ist, schmiegt sich zwischen die weißen und weichen Schenkel von Leda und es scheint, als würde es dieser fast so gut gefallen, wie das Danaer Geschenk der Danae. Dieses sprichwörtliche Geschenk, ein Goldregen, ist nämlich ebenfalls Zeus, aber dieses Mal steht allein der Genuss der Frau im Mittelpunkt, denn der Goldregen ist keinesfalls materiell zu verstehen, sondern vielmehr als eine Metapher für den weiblichen Orgasmus, an dem auch die Magd auf Tizians Gemälde von 1553, heute im Prado in Madrid zu sehen, so gerne teilhaben möchte. „Dr. Ruth“ bemüht sich bei allen ihren Geschichten möglichst politisch korrekt zu sein (etwa bei: „Hermaphrditos und Salmakis, Liebe verschmäht“), was einem ein bisschen den Spaß verdirbt, aber so schreibt halt die amerikanische Academia, bloß niemanden beleidigen oder vergraulen. Aber ihre Deutungsmuster der Legenden sind durchaus als Denkanstöße zu verstehen, die einen auch weitertragen können. So beschreibt sie etwa das Dilemma des Narziss wie das von Hermaphroditos nicht darin, dass sie sich selbst liebten, sondern dass sie niemanden liebten. Erst als Narziss von einem Verehrer verflucht wird, es möge ihm auch einmal so gehen, dass er jemanden liebt, der seine Liebe verschmähe, und Narziss sich in sein Spiegelbild verliebt, weiß er wie schrecklich verschmähte Liebe sein kann. Denn Narziss weiß gar nicht, dass dieser andere, der auf der anderen Seite des Wassers, eigentlich er selbst ist. Vielleicht ist das aber die eigentliche Metapher der Geschichte, dass man in dem anderen immer auch ein bisschen sich selbst sucht und liebt. Man braucht deswegen aber nicht gleich einen Trojanischen Krieg zu entfachen.

Ruth K. Westheimer
Mythen der Liebe
Collection Rolf Heyne

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2011-01-20)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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