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Rezensionen


 
Billy Wilder - Das verflixte 7. Jahr
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Wilder, Billy:
Das verflixte 7. Jahr

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(Bücher frei Haus)

Fractured on Raspberry Soda
Mit „Summertime, living is easy, fish are jumping and the cotton is high…“ wird der George Gershwin Klassiker in „The Seven Year Itch“ zitiert und das aus gutem Grund: Schon in den Zeiten, als die Halbinsel Manhattan noch den Algonkin gehörte, hätten die Ehemänner ihre Frauen im Sommer den Hudson rauf ins kühlere Hügelland geschickt, damit sie dort mit den Kindern weniger unter der späteren als „New Yorker Hitze“ bekannten metereologischen Katastrophe zu leiden hatten. Der kleine „historische Diskurs“ am Anfang des Films leitet in das New York der 50er über, in dem sich eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Auch jetzt noch schicken die Männer ihre Frauen aufs Land und laufen der erstbesten Junggesellin nach, wie die zweite Szene am Bahnhof ironisch zu vermitteln weiß. Anders jedoch Richard Sherman (Tom Ewell), der Protagonist des Films. „No, not with me“ ist sein Motto für diesen Sommer und er nimmt nicht nur von seiner Frau und seinem Sohn Abschied, die wie so viele ebenfalls in die Ferien fahren, sondern gleichzeitig auch von seinen liebgewonnenen Freizeitbeschäftigungen: Rauchen, Trinken, Frauen.

„Just a little boo boo“
In der nächsten Szene sitzt Richard dann in einem vegetarischen Restaurant, denn auch das gab es schon in den Fünfzigern, nicht nur gute Vorsätze. Hier bedient ihn eine überzeugte Nudistin, die kein Trinkgeld annehmen darf, aber die Spende gerne an ihre Kolleg(inn)en weiterleitet. Ihre Argumente sind unschlagbar: „No clothes – no sickness, no war“. So einfach könnte das Leben sein. Richard ist der wohl treueste Ehemann, den man sich vorstellen kann, wohl auch deswegen, weil er nicht besonders attraktiv ist und auch etwas tolpatschig. Aber es soll Frauen geben, die sich auf genau solche Männer stehen, vielleicht um sie später auszunehmen. Bald hat Richard tatsächlich diesen Verdacht, denn als ihm beinahe ein Tomatentopf der Nachbarin (Marilyn Monroe) von oben auf den Kopf fällt, lädt er diese völlig unschuldig und unbedarft auf einen Drink zu sich ein. Noch bevor die von oben herabwinkende nackte Marilyn sich etwas angezogen hat, hat Richard schon alle seine Vorsätze über den Haufen geworfen. In einem Selbstgespräch mit seiner abwesenden Frau („Why does she call me at 10? Isn’t this a matter of distrust?) hatte er ihr noch erzählt, wieviele Chancen er wegen ihr schon sausen lies („plenty“) und plötzlich wird seine Imagination Realität.
„Just give it a good…Yank!“
„It’s me. The tomato from upstairs“, sagt Marilyn als sie vor Richard`s Türe steht um später mit einer Champagnerflasche und Kartoffelchips zurückzukehren und sich mit ihm ein Klavierstück von Sergei Rachmaninow anzuhören. Am Tag darauf gehen sie dann sogar gemeinsam ins Kino, „Creature from black lagoon“ und es kommt zu der in die Filmgeschichte als „Monroe-Effekt“ eingegangenen Szene mit Marilyn’s über dem U-Bahn-Schacht hochgewirbeltem Rock. Schließlich ist der Sommer so heißt, dass einem ein bisschen Abkühlung nur wohl tun kann. Die Aircondition in Richard’s Apartment ist dann auch das Motiv, warum der Klempner die beiden bei Richtard ertappt und von jetzt an fangen die Dinge an wirklich kompliziert zu werden. Die durchgeschlagene Decke zwischen den beiden Apartments ist dabei nur einer von vielen Knalleffekten. „Yank!“ macht nämlich nicht nur ein Korken der aus einer Champagnerflasche springt, es wird auch ziemlich viel „amuk“ (Englisch für: Amok) gelaufen und es fällt der berühmte Satz: „No man’s an island“. Billy Wilder hatte die Komödie nach dem Theaterstück „Meine Frau erfährt kein Wort“ (The Seven Year Itch, 1953) von George Axelrod gedreht. Die Wortspiele und der Slapstick sind nur zwei Gründe sich diese wundervolle Komödie nochmals anzusehen, denn „when it itches, you have to scratch“. Seit. August 2013 NEU! auf Blu-ray bei Twentieth Century Fox alle Filme von Marilyn Monroe!

Billy Wilder
Das verflixte 7. Jahr
(The Seven Year Itch)
USA 1955 101 Minuten
Drehbuch
Billy Wilder/George Axelrod
Twentieth Century Fox

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2013-09-12)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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