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Ulrich Woelk - Pfingstopfer
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Woelk, Ulrich:
Pfingstopfer

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(Bücher frei Haus)

Im neuen Roman von Ulrich Woelk, "Pfingstopfer", einer lesenswerten und spannenden Fortsetzung von Woelks Roman "Die letzte Vorstellung", der unter dem Titel "Mord am Meer" verfilmt wurde, geht es um religiösen Fanatismus und um die Erkenntnisse der Hirnforschung. Neben einer genial konstruierten Handlung werden zentrale Fragen von Religion und Philosophie diskutiert: Was macht den Menschen aus? Was treibt ihn an? Was gibt ihm Orientierung und Halt?

Am Sonntag vor Pfingsten wird eine junge Frau tot im Garten eines freikirchlichen Gemeindehauses gefunden. Sie ist nackt wie auf einem Opferstein aufgebahrt, und in ihrem aufgesägten Schädel befindet sich ein Zettel mit den Worten: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“
In der Öffentlichkeit geht man davon aus, der Täter sei ein religiöser Fanatiker. Kriminalkommissar Anton Glauberg, der mit Religion nicht viel anfangen kann, führen die Ermittlungen von der nordfriesischen Pfingstgemeinde zu Hamburger Prostituierten und Tätowierern, zu einem Professor für Neurobiologie und zum schleswig-holsteinischen Bildungsministerium in Kiel. Er entdeckt, wie sich fanatische Prediger und Wissenschaftler mit Worten bekriegen. Dabei geht es um persönliche Eitelkeiten, Einfluss und Geld und Fragen wie: Wer verkündet die Wahrheit von der Entstehung und den Gesetzmäßigkeiten des Lebens? Macht die Religion oder die Wissenschaft uns frei? Hat der Mensch überhaupt einen freien Willen, oder ist alles von Gott oder den Genen vorherbestimmt? Ist Wissenschaft heute unsere Staatsreligion, wie ein evangelikaler Prediger im Buchbehauptet? Und wie sehr wird unsere Gesellschaft von religiösen Fundamentalisten heute und in Zukunft unterwandert?

Der Berliner Schriftsteller Ulrich Woelk veröffentlicht seit den neunziger Jahren zeitgemäße Romane, die in die deutsche Geschichte und Gegenwart eintauchen. Er erzählt präzise beobachtet und in klarer Sprache von Verletzungen und dem Umgang damit. In seinem neuem Roman „Pfingstopfer“ fragt sich Anton Glauberg, wann und warum sein Leben so aus den Fugen geraten ist. Seine Frau Sylvia befindet sich in der Psychiatrie, nachdem sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Zu seinem Sohn Felix hatte er noch nie einen guten Draht, jetzt soll dieser wegen Dealens von der Schule verwiesen werden. Und dann taucht an dem Sonntag vor Pfingsten auch noch Paula Reinhardt wieder auf. Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte sie seinen Halbbruder Hans erschossen. Hans war Terrorist, Paula BKA-Beamtin.

„Pfingstopfer“ ist ein Roman, den man nicht aus der Hand legen mag, so spannend, fesselnd, aber auch intellektuell fordernd ist er. Allerhöchste Krimikunst, die höchsten literarischen Ansprüchen gerecht zu werden vermag.

Ulrich Woelk, Pfingstopfer, DTV 2015, ISBN 978-3-423-26048-0

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2015-04-15)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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