Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Leon de Winter - Ein gutes Herz
Buchinformation
de Winter, Leon - Ein gutes Herz bestellen
de Winter, Leon:
Ein gutes Herz

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

Eines sei ganz zu Anfang gesagt: der neue Roman von Leon de Winter ist nicht nur ein großes Lesevergnügen, sondern auch eine Art literarischer Standortbestimmung de Winters nach Jahren heftiger Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern. Leon de Winter ist nicht nur in der niederländischen Öffentlichkeit als ein entschiedener Kritiker des Islamismus in allen seinen Spielarten bekannt, sondern auch als scharfer und kompromissloser Kommentator zeitgenössischer Entwicklungen.

Hatte er vor fünf Jahren in seinem letzten Roman „Das Recht auf Rückkehr“ in einer Art SF-Story den Staat Israel auf den Rest von Tel Aviv eingedampft gesehen und so ein düsteres Bild von der Zukunft eines Staates und seiner jüdischen Bewohner gemalt, für dessen Existenzrecht und Selbstverteidigungsrecht gegen seine arabischen und islamistischen Feinde er eintritt wie kaum ein zweiter, kehrt er in seinem neuen Roman wieder in die Niederlande zurück.

In einem wahnsinnigen Plot führt er nicht nur den toten Theo van Gogh, der im Himmel sozusagen auf Bewährung ist und seinen auf Erden inhaftierten Mörder wieder zusammen, sondern er lässt Freunde und Bekannte von ihm, wie den Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen und den Anwalt Bram Moszkowicz in eine Handlung verwickelt werden, die den Leser von Kapitel zu Kapitel mit neuen Wendungen überrascht. Da wird aus einer harmlos scheinenden Fußballmannschaft junger Marokkaner eine Gruppe von Terroristen, ein dubioser jüdischer Geschäftsmann und Drogendealer bekommt das Herz eines schwarzen Priesters und Theo van Gogh im Himmel von ebendiesem Priester die Aufgabe, Max Kohn, den Geschäftsmann, als Schutzengel zu begleiten.

Auch Leon de Winter selbst spielt eine Hauptrolle in einem Roman, in dem der Plot bis kurz vor dem Ende immer neue Verwicklungen und vorher ungeahnte Zusammenhänge bereithält. Wer sich mit der niederländischen Innenpolitik der letzten zehn Jahren etwas auskennt, und vielleicht auch die Auseinandersetzungen um Pim Fortuyn, Theo van Gogh und jüngst um Geert Wilders verfolgt hat, der kann auch die Feinheiten der Anspielungen de Winters gut verstehen.

Leon de Winter hat einen Roman geschrieben, in dem er auch seine persönliche Auseinandersetzung mit einem Teil der niederländischen Intellektuellen beschreibt, aber auch ein besorgtes und hellsichtiges Szenario entwirft, von der bevorstehenden Explosion der Gewalt im Herzen unserer Gesellschaft. Dass er dabei die Notwendigkeit metaphysischer Synergien beschreibt, ist neu und vielleicht nicht nur ironisch gemeint.

Leon de Winters Buch ist mehr als ein Thriller. Es ist eine durchaus plausible Geschichte, die geschickt mit den Grenzen von Fiktion und Realität spielt.

Leon de Winter, Ein gutes Herz, Diogenes 2013, ISBN 978-3-257-86230-0

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2013-08-26)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Leon de Winter ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Eine andere WeltBaldwin, James:
Eine andere Welt
Baldwins dritter Roman „Another Country“, erstmals erschienen 1962 (deutsch 1965 unter dem Titel „Eine andere Welt“), ist ein groß angelegtes Sittenbild und Gesellschaftspanorama. Er behandelt Strukturen und Probleme der USA um die Mitte des 20. Jahrhunderts und spielt zumeist in New York. Er erzählt zu diesem Zweck – und das [...]

-> Rezension lesen


 Abrechnung. Ein Fall für Kostas CharitosMarkaris, Petros:
Abrechnung. Ein Fall für Kostas Charitos
Zum ersten Mal seit dem deutschen Start der Krimiserie um den Athener Kommissar Kostas Charitos im Jahr 2000 hat der griechische Schriftsteller Petros Markaris einen Roman in die Zukunft verlegt. Der 2012 schon in Griechenland erschienene Roman mit dem Originaltitel „Brot, Bildung, Freiheit“ beginnt mit seiner Handlung am Tag des [...]

-> Rezension lesen


Treu wären wir gern gewesenPlump, Wendy:
Treu wären wir gern gewesen
„Treu wären wir gern gewesen…“ – der Titel der deutschen Ausgabe des vorliegenden, zugegebenermaßen sehr offenen und ehrlichen Selbstzeugnisses der amerikanischen Schriftstellerin Wendy Plump ist zumindest missverständlich. Er suggeriert, dass das Ehepaar Plump, um dessen Liebes- und Betrugsgeschichte es hier geht, durchaus die [...]

-> Rezension lesen


 TroublesFarrell, James Gordon:
Troubles
Zweimal wurde James Gordon Farrell für seine drei Bücher aus der dann sogenannten Empire-Trilogie mit dem britischen Booker-Preis ausgezeichnet. Ein Werk, das in drei eigenständigen Erzählungen aus unterschiedlichen Perspektiven den Verfall und Niedergang des britischen Empire beschreibt. In England schon 1970 zum ersten Mal [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.018549 sek.