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Dita von Teese - Die Kunst der Burlesque - Die Kunst des Fetisch
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von Teese, Dita:
Die Kunst der Burlesque
- Die Kunst des Fetisch

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(Bücher frei Haus)

Ihr Striptease in einem Martini-Glas hat sie wohl zu einer der bekanntesten „Ausziehkünstlerinnen“ der Welt gemacht. Dita von Teese legt nämlich Wert darauf, nicht einfach „Stripperin“ genannt zu werden, sie spielt in einer anderen Liga. Die „Pin up“ Girls der vierziger Jahre gehören ebenso zu ihren Vorbildern wie die Burlesque Queens oder die weiblichen Filmstars der 40er und 50er Jahre, neben Marilyn Monroe, Rita Hayworth, Lana Turner, Vivian Leigh oder Betty Grable übrigens auch die Österreicherin Hedy Lamarr. Die weltberühmten Designer Jean Paul Gaultier, Moschino und Yves Saint-Laurent zählen zu Dita`s liebsten Freunden, die ihr auch gerne Geschenke in Form von neuer Kleidung (bevorzugt: Korsetts und Korsagen) machen. Und sie trägt sehr wohl „Kleidung“, denn eine Striptänzerin wie sie, weiß schließlich, worauf es beim Anziehen wirklich ankommt: auf`s Ausziehen.

„Sie lag auf den roten Samtkissen, und ihr kostbarer Körper blitzte zwischen den Zobeldecken hervor. Bei diesem Anblick wurde mir klar, welche Macht Haut besitzt, wenn sie nur zum Teil entblößt ist, welch Sinnlichkeit und Lust sie hervorruft.“ Kein Geringerer als Leopold von Sacher-Masoch wird in vorliegender Publikation zitiert, um diese amerikanische Version einer „Venus im Pelz“ in Szene zu setzen. Aber der Namensstifter des Masochismus ist nicht der einzige Österreicher, der in dieser „Burlesque“ zu ehren kommt, auch Hedy Lamarr wird mehrmals als Vorbild von Dita van Teese genannt und stilistisch auf einigen S/W Fotos auch beinahe erreicht. Das Hauptaugenmerk von Dita von Teese liegt aber eindeutig auf schrillerer und bunterer Umsetzung als nur die ihrer Hollywood-Phantasien. Neben ihrem – wie sie selbst sagt – wichtigsten Accessoire, dem Korsett, trägt sie farbige Pelze, bunte Federn, Samt und Seide zur Schau und stilisiert sich zu einer „Femme fatale“ der 90er oder sogar des 21. Jahrhunderts.

Neben einigen Geschichten über die Herkunft des Striptease und seine Zukunft, finden sich auch viele Tipps, wie man selbst zu einer „Femme fatale“ werden und mehr „Glamour“ in das Leben bringen kann. „Ich lebe Glamour. Jeden Tag. Jede Minute. Glamour“, gehört wohl zu ihren meistzitierten Selbstbekenntnissen. Die anderen „Anleitungen zum Identitätswechsel“ reichen von einem Loblied auf Nahtstrumpfhosen über Kaschmirmorgenmäntel bis hin zu den Make-up Details der Meisterin des burlesken Humors. Schließlich haben schon die alten Griechen die Burlesque als eine Form der Satire gepflegt. Erst in Amerika wäre sie zum Striptease „verkommen“. Aber dieses Werturteil weist Dita zurück: „Manche Leute wollen mir weißmachen, dass Amerika die Burlesque in den Schmutz gezogen hat. Dass die Burlesque mit guten Absichten nach New York City gebracht und prompt von geilen Arbeitern mit Alkoholproblemen verdorben wurde.“ Das sei zwar eine amüsante Interpretation, aber eben nur die halbe Wahrheit, denn bereits Aristophanes habe in seinem Werk „Lysistra“ der Macht der Frauen durch sexuelle Verweigerung ein Denkmal gesetzt. Wie dem auch sei, die Bilder von Dita von Teese sprechen für sich, sodass nicht nur betrunkene amerikanische Arbeiter, sondern auch alte gebildete Griechen Geschmack an ihrer Inszenierung finden könnten. Schließlich brachte Dita von Teese, das „tease“ wieder in den „Strip-tease“ zurück! „She brought the `tease´ back into strip-tease“, wie es im Amerikanischen heißt. Dita von Teese war übrigens mit dem Schauer-Rocker Marilyn Manson verheiratet. Für amerikanische Verhältnisse sogar ziemlich lange: über ein Jahr. Und zwei Monate. Und hier kommt noch ein Österreicher ins Spiel: das Paar heiratete nämlich auf Gottfried Helnweins irischem Schloss.

Der Riesen-Prachtband vom Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag ist im Format 24 x 30 cm und durchgehend illustriert. Die Texte sind von der Maestra herself verfasst und mit Zitaten von Baudelaire und anderen Meistern des „schwarzen Humors“ (Copyright by Andre Breton) verziert. Das Buch ist von beiden Seiten lesbar: auf der einen Seite finden Sie „Die Kunst der Burlesque“, das Starlet Heather Sweet (ihr echter Name ist noch künstlicher als ihr Pseudonym), auf der anderen Seite „Die Kunst des Fetisch“, die dunkle Seite der Diva auf der sie ihre S/M-Fantasien auslebt. Sie bekommen die Künstlerin also von beiden Seiten zu sehen und werden dementsprechend mehr und weniger erröten. Die farbenprächtige Selbstinszenierung dieser Frau wird aber nicht nur Männern gefallen, sondern vor allem auch Frauen, die mehr über ihre geheimen Vorlieben und Wünsche erfahren wollen und in Dita von Teese eine willige Lehrmeisterin finden werden.

Dita von Teese
Die Kunst der Burlesque – Die Kunst des Fetisch
Schwarzkopf & Schwarzkopf
2007
Übersetzt von Madeleine Lampe
272 Seiten
ISBN: 9783896027528
€ 39,90

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2011-01-17)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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